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Nürnberger Erklärung Plädoyer für Toleranz und Menschenwürde

Vertreter von Kirchen, Gewerkschaften und Integrationsstätten haben die sogenannte Nürnberger Erklärung zum Thema Asyl verabschiedet. Sie fordert dazu auf, sensibel mit dem Thema umzugehen. Von Eleonore Birkenstock.

Stand: 21.09.2016

Die Nürnberger Erklärung richtet sich an Christen, Gewerkschaftsmitglieder, die Politik und die Stadtgesellschaft. Alle Beteiligten werden daran erinnert, was im Umgang mit Flüchtlingen beachtet werden sollte.

"Die Flüchtenden sind Opfer nationaler und internationaler Machtpolitik."

Aus der Nürnberger Erklärung

Die beteiligten Organisationen plädieren unter anderem dafür, das Thema Flüchtlinge "durch das Sieb der Vernunft" zu betrachten und die Fluchtursachen stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Der evangelische Stadtdekan Jürgen Körnlein macht zum einen die Rüstungspolitik für die hohe Zahl von Flüchtlingen verantwortlich. Zum anderen sieht er auch die Wirtschaftspolitik und den Konsum des Einzelnen als Gründe für Flucht und Migration. Man müsse immer wieder an menschunwürdige Arbeitsbedingungen in Fabriken im Ausland erinnern, sagte der evangelische Stadtdekan.

Kritik an CSU-Generalsekretär

Kritik an den abfälligen Äußerungen von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer über abgelehnte Asylbewerber kam vom katholischen Stadtdekan Hubertus Förster. Die Aussagen Scheuers bezeichnete er als verantwortungslos. "Ich denke, da wird schon viel Gift gestreut, ob man will über nicht", so Förster weiter.

Hintergrund Nürnberger Erklärung

Verabschiedet wurde die Nürnberger Erklärung von Gewerkschaften, Kirchen, den Integrationsräten der Stadt Nürnberg und Vertretern kirchlicher Arbeitsorganisationen. 5.000 gedruckte Exemplare werden im Gewerkschaftshaus am Kornmarkt und in den Kirchen der Stadt ausgelegt.


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