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Kabel an Denkmal befestigt Aus "Gedankenlosigkeit" NS-Gedenkstele in Ansbach entwürdigt

Der Betreiber eines Imbissstands auf dem Ansbacher Weihnachtsmarkt hatte diverse Leitungen an der Gedenkstele für Widerstandskämpfer im "Dritten Reich" befestigt. Nach Protesten wurden die Kabel umgehängt.

Von: Claudia Mrosek

Stand: 06.12.2017

Gedenkstele für NS-Widerstandskämpfer während des Ansbacher Weihnachtsmarktes | Bild: BR-Studio Franken/Claudia Mrosek

Die Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken hat sich in einem Brief an Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) darüber empört, dass die NS-Gedenkstele am Martin-Luther-Platz auf dem Weihnachtsmarkt entwürdigt wird. Der Sprecher der Gruppe, Ulrich Rach, hatte festgestellt, dass über der Gedenkstele dicke Kabel angebracht waren.

Bedauern über Vorfall

Inzwischen sind die Kabel wieder entfernt worden. Wie die Stadt Ansbach mitteilt, hatte der Betreiber eines Imbissstands aus Gedankenlosigkeit und ohne böse Absicht dort die Wasserleitung und Elektrokabel verankert. Im vergangenen Jahr sei an dieser Stelle noch der Mast für die Weihnachtsbeleuchtung gestanden. Dem Imbissstand-Betreiber tue der Vorfall leid, teilt die Stadt mit.

Gedenken an Widerstandkämpfer

Die NS-Gedenkstele mit dem Titel "Der schmale Grat" ist im vergangenen Frühjahr (23.05.17) eingeweiht worden. Das Kunstwerk ist all jenen Frauen und Männern gewidmet, die sich zwischen 1933 und 1945 dem verbrecherischen Regime des Nationalsozialismus widersetzt haben.


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Kommentare

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websaurier, Donnerstag, 07.Dezember, 17:26 Uhr

2. Deutschland 2017...


...ist doch schön, dass wir keine größeren Probleme hier haben, als ein paar Kabel für zwei Wochen an einer evtl. falschen Stelle...

Damit hat sich die "Bürgerbewegung" selbst der Lächerlichkeit preisgegeben.

  • Antwort von Moinsen, Donnerstag, 07.Dezember, 19:50 Uhr

    Wieso bitte lächerlich? IIn Ihren Augen ist man also lächerlich wenn man so etwas nicht in Ordnung findet??? Na, Ihre Reaktion hätte ich gerne erlebt, wenn es um irgendeine Alte Figur gegangen wäre... Muss Ihnen ja nicht gefallen, aber egal, gleich mal rumpöbeln....

Peterchen, Donnerstag, 07.Dezember, 14:13 Uhr

1. übertriebene Reaktion

Von Entwürdigung zu sprechen, halte ich doch für etwas übertrieben. Wenn hier keine bleibenden Schäden entstanden wären, dann hätte man das doch bis Weihnachten lassen können. So kleinlich sollte man da nicht sein.

  • Antwort von Petersilie, Donnerstag, 07.Dezember, 14:59 Uhr

    Wäre Peterchen auch nicht so kleinlich, wenn die Kabel und Leitungen um ein Kruzifix geschnürt oder auf einem Kriegerdenkmal herumgelegen wären?

  • Antwort von Peterchen, Donnerstag, 07.Dezember, 15:13 Uhr

    @Petersilie
    Das wäre genau dasselbe. Wie schön, dass Sie gleich versuchen, mir eine politische Gesinnung unterzujubeln. Eine Entwürdigung liegt hier meines Erachtens einfach nicht vor. Anders wäre es, wenn jemand dagegenpinkelt, etwas absichtlich kaputt macht o.Ä., aber doch nicht, wenn hier ein paar Kabel reversibel befestigt wurden. Das muss man nicht schön finden, aber es ist eben auch keine Aufregung wert. Zumal das Bild darauf schließen lässt, das die Stele während des Weihnachtsmarktes eh nicht mehr sonderlich zentral wahrzunehmen ist.