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Gegen Rassismus Angehörige von NSU-Opfern vergeben Mosaik-Jugendpreis

Eine Theatergruppe, eine Radiosendung und ein Flüchtlingsprojekt von Studenten erhalten in Nürnberg den Mosaik-Jugendpreis gegen Rassismus. Der Preis wird im Gedenken an die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle NSU verliehen.

Stand: 21.03.2017

Die Theatergruppe "Auf die Zwölf" während einer Aufführung des Stücks "Ins Herz" | Bild: Klaus Moser /Theatergruppe "Auf die Zwölf"

Der erster Preis mit einem Preisgeld von 4.000 Euro geht an die Nürnberger Theatergruppe "Auf die Zwölf" für das Theaterstück "Ins Herz". Die Theatergruppe besteht aus zehn Schauspielerinnen und Schauspielern zwischen 19 und 24 Jahren aus sieben verschiedenen Nationen. Sie sind aus einer Schultheatergruppe der Wirtschaftsschule in Nürnberg hervorgegangen. Ihr aktuelles selbst geschriebenes Stück thematisiert die Mordserie der Terrorgruppe NSU.

Grenzenloses Radio

Der zweite Preis von 3.000 Euro erhält das nichtkommerzielle Nürnberger Radio Z mit dem Projekt "Borderless Broadcast". Junge Geflüchtete produzieren monatlich eine einstündige, mehrsprachige Radiosendung, die bei dem Alternativ-Radio Z ausgestrahlt wird. Sie berichten über ihre Fluchterfahrungen und ihr schwieriges Leben hier, aber auch über ihr Ankommen, ihre Perspektiven und Wünsche. Und sie stellen ihre Kultur und Musik vor.

Kennenlernen durch Kochen

Den dritten Preis von 2.000 Euro erhält die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) in Nürnberg für "Refukitchen". Das Projekt wird von einer Gruppe ehrenamtlich engagierter junger Menschen mit unterschiedlichen Migrationserfahrungen organisiert und möchte einen Ort zum Kennenlernen neuer Menschen und Gerichte schaffen. Die Gruppe trifft sich regelmäßig zum Kochen oder gemeinsamen anderen Freizeitaktivitäten.

Der Mosaik-Jugendpreis wird im Gedenken an die fünf bayerischen Opfer der rechtsextremen Terrorzelle NSU von der Stadt Nürnberg zum 3. Mal verliehen. Auch die Landeshauptstadt München vergibt einen Mosaik-Jugendpreis, deren Jury ebenfalls aus Mitgliedern der Opferfamilien und Jugendlichen besteht.


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