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Seltener Glücksbringer Auf der Spur des Marienkäfers

Der Marienkäfer gilt als Glücksbringer. Keiner seiner Artgenossen ist so beliebt wie er. Früher fand man ihn noch in jedem Garten. Dieser Tage konnten wir ihn nicht einmal mit Hilfe eines Insektenforschers aufspüren.

Von: Susanne Nüsslein

Stand: 18.05.2017

Jürgen Schmidl von der Arbeitsgruppe Ökologie kontrolliert regelmäßig den Insektenbestand von Wiesen und Waldstücken. In seinem Kescher landen dann unzählige Wanzen, Rüsselkäfer, Spinnen, Raupen und Zecken. Oft auch ein heimischer 22-Punkt-Marienkäfer – der ist fast unscheinbar beige. Doch den roten Glückskäfer hat der Erlanger Wissenschaftler schon lange nicht mehr gefangen. Besonders selten: der hier heimische Zweipunkt-Marienkäfer.

"Wir haben folgende Beobachtung gemacht: Dort, wo Spritzmittel-Einsatz stattfindet, geht die Individuen- und Artenzahlen stark zurück."

Jürgen Schmidl, Instektenforscher

Großer Käfer frisst kleinen Käfer

Der Schuldige ist der asiatische Marienkäfer – denn er frisst unsere heimischen Marienkäfer. Für die biologische Schädlingsbekämpfung der Blattläuse wird der asiatische Marienkäfer aber in vielen Gewächshäusern eingesetzt: Nur dort bleibt er natürlich nicht und entfleucht nach draußen. Dort trifft er auf die kleineren unterlegenen heimischen Artgenossen. Damit nicht genug: Der asiatische Marienkäfer hat auch Parasiten, die für unsere Glückskäfer tödlich sind. Aber jeder kann helfen, die seltene Art zu erhalten:

"Was wir tun können ist einen möglichst naturnahen Garten zu haben. Am Besten ohne Gifteinsatz, damit die Nährtiere, beispielsweise Blattläuse, überleben können."

Jürgen Schmidl, Instektenforscher

Garten als Lebensraum

Gerade die Blattläuse könnten so den Marienkäfer wieder in unsere Gärten locken. Nun seien wir gefragt, damit unser Garten für den kleinen roten Glückskäfer wieder zum Lebensraum werden kann.


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THW, Freitag, 19.Mai, 09:25 Uhr

6. Mensch denkt - Natur lenkt anders

Warum glauben wir immer, dass es nicht ohne unser Eingreifen geht, auch gut gemeint? Warum Käfer KAUFEN, noch dazu "fremde", wenn sie sich ganz natürlich wieder (!) vermehren könnten, wenn man ihnen nur genug Nahrungsangebot lässt?
Dazu bräuchte man aber Geduld und müsste sich ein paar Jahre lang einen traurig aussehenden Kirschbaum anschauen, wer will das schon.

Früher dachte ich auch, ich müsste die Läuse am Holler bekämpfen. Ganze Zweige nur schwarz, er litt wirklich. Nur Scharen von Ameisen freuten sich. Habe die Läuse abgewaschen, sogar die schlimmsten Zweige entfernt, war mühsam.
Ergebnis: Holler immer noch traurig. In Jahren darauf keine Zeit. Oh Wunder, es krochen Scharen von gefräßigen Marienkäferlarven darauf herum. Ergebnis: Holler hat es besser überstanden als meine unsinnige Hilfsaktion. Jetzt leben alle, Käfer, Läuse, Ameisen. Die Ameisen werden langsam aber wirklich lästig. Vielleicht bekämpfen?

Argus A., Freitag, 19.Mai, 09:12 Uhr

5. Naturzerstörung

Wer schon älter ist und auch in jungen Jahren einen Blick für die Natur hatte, der wird feststellen, dass wir eine katastrophale Verarmung der Natur haben. Sowohl die Artenvielfalt als auch die Anzahl an Individuen an Tieren und Pflanzen ist auf einen kleinen Bruchteil geschrumpft.

Wer erinnert sich an das Dürrejahr 1976? Da gab es so viele Marienkäfer, dass sie zu einem Problem wurden.
Als Kinder mußten wir Schwalben von den Stromleitungen verscheuchen wenn sie sich für den Flug in den Süden sammelten, weil die Gefahr bestand, dass die Drähte reißen.
Frösche waren so häufig und wurden so achtlos behandelt, dass aufgrund der massenhaft überfahrenen Tiere Unfälle passierten.
Fische gab es in jedem noch so kleinen Bach. Im Herbst konnte man überall laichende Forellen sehen.
An die Vogelhäuschen im Winter kamen bis zu 20 Vogelarten. Fischtenkreuzschnäbel, Stiglitze ..

Die Leute merken gar nicht, wie zerstört die Natur schon ist, weil sie keinen Vergleich haben.

Oma, Freitag, 19.Mai, 06:21 Uhr

4. Garten als Lebensraum

Es ist erschreckend, traurig und sehr ärgerlich welche Vielfalt an Flora und Fauna verschwindet. Nein, selbstverständlich trägt der Einsatz von Spritzmitteln nicht dazu bei. Auch die monströsen BulldogRasenmäher, und die ach so putzigen RoboterRasenmäher mähen sauber jedes aufkommende Pflänzlein nieder Ein kurzgeschorener irgendwie lebloser und aufgeräumter Rasen ist ordentlicher als eine Blumenwiese voll lebendiger Vielfalt. Ganz gewiß ist es nicht möglich überall Blumenwiesen auszusäen, aber dort, wo es geht, z.B. an Feldrändern, in größeren Gärten, könnte es Streifen bzw. Ecken für vielfältige Blumenwiesen geben. Das täte m.E. den Insekten und somit auch den Vögeln gut.

  • Antwort von Christoph, Freitag, 19.Mai, 08:46 Uhr

    Volle Zustimmung! Ich wäre dafür, dass es ein neues Gesetz gäbe, dass jeder Bauer zB auf einem 20stel seiner Landwirtschaftsfläche eine Blumenwiese einrichtet, auf der nicht gespritzt und gedüngt werden darf. Das würde so vielen Insekten (Bienen, Schmetterlingen usw.) zugute kommen. Wenn dort dann auch nur noch im Spätsommer einmal gemäht werden dürfte würde es auch noch vielen Vögeln nützen, die am Boden brüten.

  • Antwort von Anna, Freitag, 19.Mai, 14:08 Uhr

    Die "Ränder" gibt es, bekommen trotzdem was vom Spritzmittel ab und werden vergiftet, genau wie unsere Bienen. War erst kürzlich ein Bericht darüber, dass Bauern auch eine Entschädigung dafür bekommen. Leider hilft es den Insekten nicht immer....

Seppl, Donnerstag, 18.Mai, 21:44 Uhr

3. Es gibt viel zu tun ....

Bei uns wird doch alles totgespritzt was lästig ist oder keinen wirtschaftlichen Nutzen hat. Erst letzte Woche wurde hier berichtet, dass am Ammesee großflächig gegen Mücken gespritzt werden soll. Es hängt alles mit allem zusammen. Wenn wir so weitermachen, hat die Natur keine Chance, da hilft dann auch kein Ökogarten mehr.

  • Antwort von Herrschinger, Freitag, 19.Mai, 06:04 Uhr

    Die Schickimickis am Ammersee mögen keine Mücken. Dafür muss man doch Verständnis haben.

Evergreen, Donnerstag, 18.Mai, 21:22 Uhr

2. Asiatischer Marienkaefer oder Einheimische

Jedes Jahr kaufe ich mir ein bis zweimal eine Packung (1000 Stueck) mit hier in den USA einheimischen Marienkaefern (Hippodamia Convergence) und lasse sie dann im Garten frei.
Der Kirschbaum und der Zwetschgenbaum haben jedes Jahr eine Menge Laeuse.

Die Firma die die Marienkaefer verkauft, verkauft keine asiatischen Marienkaefer. Die Kaefer kann man im Gartencenter kaufen oder bei Amazon bestellen.
Wenn man nur noch die einheimischen Rassen zur Schaedlingsbekaempfung zulassen wuerde, wuerden die sicher auch wieder mehr werden.
Waere doch ein gutes Programm um die einheimischen Arten zu erhalten.
Da die einheimischen Marienkaefer in den USA gut genug sind, sinds die deutschen Kaefer sicher auch.
Meine Kaefer machen jedenfalls einen guten Job.