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25 Jahre Rhein-Main-Donau-Kanal Naturschützer ziehen negative Bilanz

Seit 25 Jahren besteht der Rhein-Main-Donau-Kanal. Zum Jubiläum hat der Bund Naturschutz (BN) eine vernichtende Bilanz gezogen. Der Kanal sei ein "ökologisches und ökonomisches Desaster", so das Urteil der Naturschützer.

Stand: 14.07.2017

Der BN kritisiert, dass wertvollste Biotopflächen und Kulturlandschaften für das Projekt geopfert wurden. Zudem seien Feuchtgebiete verschwunden und damit der Lebensraum besonderer Tierarten. In Sulztal, Ottmaringer Tal und Altmühltal seien etwa 600 Hektar schutzwürdiger Feuchtgebiete und weitere ökologisch besonders wertvolle Flächen zerstört oder geschädigt, so der BN.

Gescheiterte Ausgleichsversuche

Ausgleichsmaßnahmen zugunsten der Natur und Tierwelt sollen ihre Wirkung in vielen Fällen verfehlt haben, teilte der BN mit. "Die Natur ist eben nicht so gestaltbar und 'ausgleichbar' wie es immer wieder dargestellt wird. Tiere weichen eben nicht einfach mal in andere Biotop aus, wenn ihnen ihr Haupt-Lebensraum genommen wird", teilte der BN mit.

Der Überleiter: Donauwasser für Franken

Geringer wirtschaftlicher Nutzen

Zugleich sei der wirtschaftliche Nutzen des Projekts geringer als erhofft, so die Kritik des BN. Die Gütermengen lägen weit unter den Prognosen von 1992. Demnach sollten bis 2002 rund 18 Millionen Tonnen auf dem Kanal transportiert werden. Auf dem besonders umstrittenen Abschnitt zwischen Nürnberg und Kelheim seien im Jahr 2002 jedoch lediglich 6,2 Millionen Tonnen transportiert worden.

Gütermenge schrumpft seit Jahren

Mehr als zehn Jahre später sei die Frachtmenge sogar noch weiter gesunken: "Im Jahr 2013 wurden nur noch 5,0 Millionen Tonnen befördert, 2014 4,7 Millionen Tonnen und 2015 sank das Frachtaufkommen deutlich auf 4,0 Millionen Tonnen", so der BN. Die Naturschützer hatten sich von Anfang an gegen den Bau des rund 100 Kilometer langen Abschnitts zwischen Nürnberg und Kelheim gewehrt.

Der Kanal in Zahlen

Am 31. Juli 1992 wurde das letzte Teilstück des Main-Donau-Kanals bei Beilngries im Altmühltal nach 30-jähriger Bauzeit geflutet. Der Bau der Verbindung zwischen Kehlheim und Bamberg kostete damals 4,7 Milliarden D-Mark. Mit dem Kanal ist eine europäische Wasserstraße entstanden, die über 3.500 Kilometer hinweg das Schwarze Meer mit der Nordsee verbindet. Der eigentliche Kanal ist 171 Kilometer lang und führt die Schiffe in 16 Schleusen über den Fränkischen Jura (insgesamt 243 Höhenmeter).


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Kommentare

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Josef, Montag, 17.Juli, 10:38 Uhr

5. Gewerbegebiete

Es müssten mehr Gewerbegebiete an dem RMD-Kanal gebaut werden und nicht entlang der Autobahn und so könnte mehr Güterverkehr statt finden! Eine ganze Generation kennt das Alte Altmühlthal oder die Donauauen nicht mehr, also nachhaltiges Trauern und Schuldzuweisungen helfen da auch nicht. Einfach mehr an die Zukunft denken es gibt genug andere Probleme.

  • Antwort von Elisabeth, Dienstag, 18.Juli, 08:49 Uhr

    Sehr geehrter Josef ,
    was Opfern wir nicht alles einem Sinnlosen Massen Warenhandel!
    Die Flüsse von damals waren ein Paradies für uns Kinder . Es sind such noch andere Flüsse vom Kanal betroffen z.B. die Naab .
    Gesunde Natur ist übrigens mittlerweile auch ein nicht zu verachteneder Wirtschaftsfaktor , und ich meine nicht die Eventesierung der Natur sondern Echte Natur.
    Ich glaube das wir unseren Wohlstand in der Globalisierten Welt auch mit mehr Natur hinbekpmmen würden wenn mehr Leute ein Gespür für einen gesunden Lebensraum hätten .
    Aber siehe Flächenfraas in Bayern und unter entwickelter Nahverkehr dafür Straßenbau Unfälle und Staus .
    Ich beobachte den Hallenbau an den Autobahnen warum werden keine Baume Hecken Blumenwiesen um die Hallen gebaut
    Das wär so einfach und brächte den Tieren und auch dem Mensch für ein paar Euros mehr doch viel .

  • Antwort von Josef, Dienstag, 18.Juli, 10:25 Uhr

    genau die Hallen an den Autobahnen gehören an den Kanal wo auch Verkehrsanbindung an die Autobahn ist., Der Kanal ist schon gebaut da hielft die jammerei nichts mehr wie schön es damals war. Es sind genug andere Projekte wo ein Verbot von Baumaßnahmen die Natur schützen würde, sh. nur Riedberger Horn da sind sogar die Bürger gegen die Natur und für den wirtschaftlichen Unsinn wenn man die angebliche Erderwärmung mit einbezieht. Siehe Stromtrasse SüdOstLink reine Zerstörung von Natur, aber die Menschen wollen das, den meisten ist es egal, die Arbeiten hier und zur Erholung fliegen sie zum BallerMann. Das Denken einiger Menschen ist auf weniger als eines Spatzenhirn geschrumpft. Die Leute von Heute geht die Welt von morgen nichts an, solch Denkweise ist vorhanden wobei die ganzen kriegerischen Auseinandersetzungen dabei eine Rolle spielt. Lebe das Leben Heute den du weist nicht was morgen ist!

  • Antwort von Elisabeth , Dienstag, 18.Juli, 12:19 Uhr

    Nein Josef nicht noch mehr Flußufer kaputt machen!
    Warst Du schonmal am Neckar Reihn Main ..... Unterwegs ? Ohne Worte wären da nicht ein paar Burgen Weinberge und nette Orte wärs trostlos.
    Meiner Ansicht nach hilft nur Innovative Technologie Recursen schonend und den maßlosen wegwerfkonsum stoppen !

Philip Kaulbach, Montag, 17.Juli, 07:47 Uhr

4. RMD ist super GAU - größte anzunehmende Umweltzerstörung

Es war von Anfang an ein CSU Projekt das in "mir san mir" Mentalität - in Zusammenarbeit mit der RMD AG gegen den Willen der Bevölkerung, gegen die Umweltschützer (BN, etc) gegen die Berechnungen von Ökonomen und Wissenschafltern durchgesetzt wurde.

Wenn heute irgend jemand sagt, dass sei keine Umweltzerstörung von biblischem Ausmass oder wenn man heute die erwartbaren Auswirkungen hinsichtlich Ökologie und Ökonomie, die damals schon jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch prognostizierte als plötzliche Erkenntnis darstellt, dann täte man schon gut daran einen Arzt aufzusuchen.
Das dies ein CSU Schwachsinnsprojekt war und ist hat bereits 1982 auf ganz wunderbare Weise Dieter Hildebrand gezeigt - er zeigte damals wie die RMD AG arbeitet, wie wo wann und wer geschmiert wird damit das Projekt läuft und er stellte auf einer Schautafel einfach die Wegstrecken von Bahn und Schiff gegenüber. Ein Meisterwerk dt. Kabaretts. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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brain 09, Samstag, 15.Juli, 13:57 Uhr

3. rhein-Main -donau-Kanal

bla bla, bla, traue keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast, Jede Statistik kan immer so oder so gelesen werden! Abhängig davon durch welche Brille sie gerade interüretiert wird! WArum hatte sich der BN nicht schon damals stärker mit eingebracht!? So im Nachgang wirkt das ganze immer wie Altkluges Besserwisssertum! Ich für meinen Teil geniese jedes Jahr unsere Fahrradtouren entlang des Kanals! lässt sich auch mit Kindern gut bewältigen!ohne das jemand überfordert wird! Und man ständig Angst vor Autos haben muß! trotzdem gibt es am Ufer streifen noch viel zu entdecken! Und ohne RMD-Kanal gäbs den Fahrradweg wohl so nicht! Licht und Schatten! Es gibt immer zwei Seiten einer Medaillie!

  • Antwort von bla bla bla, Samstag, 15.Juli, 18:09 Uhr

    Das ist aber ein teurer Fahrradweg. Also auf, bauen wir überall Kanäle und vernichten wir noch mehr Natur/Landschaft.

  • Antwort von Gott mit Dir, Du Land der Baywa....., Sonntag, 16.Juli, 10:50 Uhr

    Verstehe ich das richtig?

    Der Kanal wurde gebaut für Radfahrer?

    Das ist ja mal eine ganz neue Sichtweise auf das Projekt.

    Egal - die CSU lag ja mit ihrer Sichtweise auch daneben.
    Aber in Bayern interessiert das sowieso keinen.

  • Antwort von Josef, Dienstag, 18.Juli, 10:31 Uhr

    der Frachtverkehr hat sich auf Personenverkehr gewandelt. vor 25 Jahren hat noch kein einziges Flußkreuzfahrtschiff in Regensburg geankert heute sind es bis zu 1.350 und nächstes Jahr sollen es 1.500 sein welche Regensburg ansteuern!

  • Antwort von Elisabeth, Dienstag, 18.Juli, 12:24 Uhr

    Furchtbar für Regensburg!
    Der Wohlstand hat seine Kolateralschäden !
    Für uns Alle! Leider und langsam wurde zu viel!

  • Antwort von der Rubel muss rollen, Dienstag, 18.Juli, 22:44 Uhr

    Regensburg freut sich jetzt schon auf die einfallenden Heerscharen ...

Leonia, Samstag, 15.Juli, 09:08 Uhr

2. Zahlen des Frachtaufkommens damals schon geschönt

Wie bei anderen Prestigeobjekten des damaligen Ministerpräsidenten Strauß auch hier: Durchsetzung des Vorhabens "mit der Brechstange" zur eigenen Profilierung (auch zum eigenen Profit?)! Dass die Zahlen des prognostizierten Frachtaufkommens viel zu hoch gegriffen waren, war damals schon kritisiert worden, wurde aber abgebügelt.
Auch wenn ich mir andere Großprojekte von damals ansehe, dann werde ich das Gefühl nie los, dass ein paar Parteigenossen unbedingt einige ihrer sauren Wiesen loswerden wollten (und gut daran verdienen) und von ihren regionalen und überregionalen Parteipolitikern darin unterstützt wurden, weshalb solche Projekte gern in landschaftlich wertvollen Feuchtgebieten entstehen mussten (Flughafen München, A 94 etc.). Warum man parallel den Güterverkehr über die Bahn hat den Bach heruntergehen lassen, kann ich rational nicht nachvollziehen.

  • Antwort von Wolfgang, Samstag, 15.Juli, 11:51 Uhr

    @Leonia, Ergänzung:

    Auch die aufwendig kanalisierten Mosel und Saar haben wenig Schiffsfracht. Z.B. die Dillinger Hütte bekommt ihr Erz von Rotterdam per 5000t-Ganzzügen mit Lokomotiven in Doppeltraktion. Der Saar- und Moselausbau war auch so ein Politikerwunsch...

  • Antwort von Nürnberger, Samstag, 15.Juli, 12:31 Uhr

    Den Kanal als reines Prestigeprojekt des damaligen Ministerpräsidenten Strauß zu bezeichnen, ist falsch. Es ist kein Projekt des Bundeslandes Bayern, sondern als Bundeswasserstraße ein Bundesprojekt. Statt nur F.J.Strauss ans Bein zu pinkeln, muss man das auch konsequenterweise auch den Herren Schmidt und Brand tun.

    Dass man den Güterverkehr per Bahn den Bach runtergehen ließ, ist auch falsch. Die Frachtstruktur hat sich im Laufe der Jahre geändert. Früher hat z.B. nahezu jeder sein Heim mit Kohlen geheizt, heute macht das keiner mehr, folglich fallen diese Kohlentransporte weg. Erdgas und Solarstrom fahren eben nicht Bahn. Und bei vielen Frachten kann die Bahn die heute geforderte Schnelligkeit nicht bieten oder ist zu teuer. Außerdem gibt es aufgrund der immer mehr gewordenen Personenzüge auch Engpässe, die ein Mehr an Güterzügen im Netz oft verhindern

  • Antwort von Automatische Kupplungen, Samstag, 15.Juli, 18:19 Uhr

    Und warum ist die Bahn nicht schnell genug? Weil sie seit Jahrzehnten vernachlässigt und der Straßenverkehr bevorzugt wurde.

  • Antwort von ganz toll, Samstag, 15.Juli, 18:31 Uhr

    @ Nürnberger: Zu ihrem ersten Absatz: Das hätten sie wohl gerne.
    Der Baubeginn war 1960 zu Zeiten Adenauers. In den 70er u. 80er Jahren kamen ökologische u. ökonomische Bedenken auf.
    Unter Schmidt bzw. Bundesverkehrsminister Hauff hätte es eine Baueinstellung gegeben.
    Erst mit Kohl wurde weitergebaut.
    Die jährlichen Betriebskosten betragen 15 Mio. Euro. 3 Mio. werden durch Gebühren eingenommen. 12 Mio. Euro darf die Allgemeinheit jährlich beisteuren.

  • Antwort von Wolfgang, Montag, 17.Juli, 08:26 Uhr

    @ Nürnberger wegen mehr Personenzüger engpass für den Güterverkehr?

    Abbau des 2. Gleises zwischen Löhne und Hameln, Abbau von Kreuzungsmöglichkeitenzwischen Mühldorf und Rosenheim.
    Gützerzugsüberholgleise demontiert zwischen Minden und bückeburg bei Evensen.
    Nur aus militärischen Gründen ist z.B. noch viel güterzugtaugliche Infrastruktur zwischen Nürnberg ud bayreuth oder Regensburg und Weiden, Hohenfels und Grafenwöhr...., lange Überholgleise.

Nürnberger, Samstag, 15.Juli, 07:44 Uhr

1. Pflichtprogramm

Pflichtprogramm für die Naturschützer - die müssen dagegen sein. Die transportierten Gütermengen liegen unter den Erwartungen, dass aber stattdessen eine Vielzahl von Kreuzfahrtschiffen vom Rhein zur Donau fahren, welche nicht prognostiziert wurden, das wird verschwiegen.

  • Antwort von Alles egal, Samstag, 15.Juli, 18:13 Uhr

    Ja, wenn das so ist bauen wir halt noch mehr Kanäle, was solls.

  • Antwort von Elisabeth, Dienstag, 18.Juli, 09:11 Uhr

    Hallo Nürnberger ,
    hast du je in einem echten Fluß gebadet mit unterschiedlichen Wassertiefen Sandbänken einem Reißerten unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten einem wilden Ufer und schönen Einstiegstellen?
    Romantik die sich die Wohlstandsgesellschaft nicht leisten kann?
    Was ist dagegen so eine Kreuzfahrt auf den trostlosen Flüssen in Deutschland oder das Schippern im Motorboot? Benzin , Öl?
    Mein Vater 80igJährig rudert auf der auch betroffenen Naab und ist froh das sich wenigstens das Ufer vom Rückstau der Donau wieder etwas erholt hat .
    Ich bin fest davon über zeugt Wohlstand geht auch mit weniger Umweltzerstörung ,
    wenn wir nicht komplett abdrehen wollen in die rücksichtslose materialistische emotionsarme Eventisierte Welt besuchen wir gesunde Luft ,Wasser Pflanzen Tietre um ins rum .
    Wir wissen doch wies auf det Welt zugeht und wie alles voneinander abhängt und wir Deutschen Maden im Speck wollen halt jetzt mal endlich genießen Egal was es f8r Folgen hat