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Gerichtsstreit Machtkampf bei Autozulieferer Grammer vertagt

Der Auto-Zulieferer Grammer will vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth gegen eine einstweilige Verfügung eines Konkurrenten kämpfen. Die Verhandlung wurde nun auf Mai verschoben. Von Andi Ebert

Von: Andi Ebert

Stand: 20.04.2017

Die Konzernzentrale der Grammer AG in Amberg | Bild: dpa/picture-alliance/Armin Weigel

Das Gericht wird nun am 16. Mai verhandeln. Hintergrund ist ein Streit um eine feindliche Übernahme durch einen bosnischen Unternehmer. Das Unternehmen Prevent, das zur bosnischen Hastor-Gruppe gehört, versucht, die Aktienmehrheit beim Oberpfälzer Automobilzulieferer zu bekommen. Grammer hatte in letzter Minute mit einem chinesischen Partner versucht, die Übernahme zu verhindern.

Der Plan sah vor, dass die Chinesen ihre Wandelanleihen in Aktien umwandeln – dagegen klagt Prevent. In einer einstweiligen Verfügung hatte das Landgericht Nürnberg-Fürth den Anwälten Recht gegeben. Bei der bevorstehenden Verhandlung werde eine wichtige Entscheidung für Grammer erwartet, sagte Unternehmenssprecher Ralf Hoppe dem BR.

"Wir sind zuversichtlich."

Ralf Hoppe, Unternehmenssprecher

Chinesen können helfen

Prevent ist bereits Anteilseigner bei Grammer und plant offenbar den Aufsichtsrat umzustrukturieren. Verhindern könnte das offenbar nur noch der chinesische Partner, was Prevent gerichtlich verhindern möchte. Die Amberger hoffen, dass das Gericht erlaubt, die Chinesen zu Grammer-Aktionären zu machen. Sollte es heute ein für Grammer negatives Urteil geben, habe man auch weitere Rechtsmittel zur Verfügung, so der Sprecher.

Rund 12.000 Mitarbeiter

Grammer baut für VW, BMW, Daimler und andere Kunden Kopfstützen, Sitze und Armaturenbretter und beschäftigt rund 12.000 Mitarbeiter. Besorgt zeigte sich auch die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Prevent sei in der Automobilindustrie nicht beliebt und so könnten durch die Machtübernahme Arbeitsplätze in Gefahr sein.


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