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Kein Geld für Messungen Luftqualität in Fürth: Stickoxid-Belastung wird nicht gemessen

Stark befahrene Straßenzüge in Fürth sind auch mit Stickoxiden belastet. Wie hoch, ist aber unklar, denn gemessen wird nicht. Die Stadt könnte sich selbst kümmern, scheut aber offenbar die daraus resultierenden Verpflichtungen.

Stand: 14.11.2017

Straßenszene in Fürth | Bild: BR-Studio Franken

Weil im Fürther Stadtgebiet keine Stickstoffoxide gemessen werden, ist die Stadt nicht zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans verpflichtet. Das Landesamt für Umwelt betreibt in Fürth zwar eine Luftmessstation, diese überwacht seit 2013 aber nur noch den Feinstaubgehalt, nicht die Stickoxidbelastung. Für das Landesamt reichen die Messstationen im Nürnberger Westen. In Fürth fordern daher nun die Grünen im Stadtrat, dass die Stadt eigene Messungen veranlasst.

"Durch 'Dieselgate' hat sich ja gezeigt, dass die Stickoxidwerte auch bei neueren Dieselfahrzeugen sehr deutlich von den Grenzwerten abweichen. Obwohl es diese Entwicklung gab, wird in Fürth kein Stickoxid gemessen."

Harald Riedel, Vorsitzender der Stadtratsfraktion B90/Die Grünen in Fürth

Kein Luftreinhalteplan notwendig

Für die Stadtverwaltung scheint die Situation bequem zu sein. "Nachdem in Fürth diese Stickstoffoxide nicht gemessen werden, können auch keine Überschreitungen im Stadtgebiet festgestellt werden", sagt Jürgen Tölk vom Umweltamt der Stadt. "Nur dann, wenn Überschreitungen im Stadtgebiet ermittelt werden, besteht für eine Stadt auch die Notwendigkeit, einen Luftreinhalteplan aufzustellen oder auch fortzuschreiben."

Vorbild Erlangen

Die Nachbarstadt Erlangen hat die Eigeninitiative ergriffen – ein Vorbild für die Grünen im Fürther Stadtrat. "Erlangen [...] hat den Bevölkerungsschutz höher gewichtet als Fürth", sagt Harald Riedel,  Vorsitzender der Stadtratsfraktion B90/Die Grünen in Fürth.  Die Hugenottenstadt lasse die am stärksten belasteten Straßenzüge lokalisieren und werde dort Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergreifen. In Fürth wird aber kein Geld für eigene Messungen ausgegeben. Und auch die Vorschläge zur Verbesserung der Luftqualität sind eher vage.

"Die Belastungsschwerpunkte im Stadtgebiet sind uns bekannt. Es sind die Straßenzüge, die hohe Verkehrszahlen aufweisen und da werden die Maßnahmen wie stärkere Elektromobilität oder auch Stärkung des Radverkehrs sicherlich greifen."

Jürgen Tölk, Umweltamt Fürth


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Kommentare

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Nürnberger, Dienstag, 14.November, 19:58 Uhr

2. ???

Was sagen nun all die - auch die Kommentatoren hier - dazu, die aus jeder Kleinigkeit einen Skandal machen und diesen dann angeblichen CSU-Amigos anlasten? Ohne CSU-Führung wäre doch alles besser. Aber: Fürth wird von der SPD regiert!!!!! Können die es wohl doch nicht?

  • Antwort von AS, Mittwoch, 15.November, 08:27 Uhr

    Ich sehe das anders.
    Es geht hier um die Gesundheit der Bürger, nicht um das Parteibuch.
    Zur Not muß man hier den Verkehr einschränken bzw. es muß Fahrverbote geben. Wie lange wollen Bürgermeister und Städe zuschauen, wenn die Luftqualität immer schlechter wird? Da ist es doch wurscht, wer hier im Chefsessel sitzt. Traurig, dass hier die Gesundheit und das Wohlergehen der Bürger völlig wurscht sind!

    Unsere Regierung wäre hier eigenltich in der Pflicht, aber da in D keine Politk für uns Bürger, sondern nur noch Lobbyarbeit betrieben wird, läßt man es laufen und unsere Luft wird immer schlechter!
    Leider wurde Mutti mit ihrer Konzernhörigkeit ja wieder gewählt und diese Unterwürfigkeit gegenüber der Autolooby steht im Bayern doch auch ganz oben auf der Liste, siehe Seehofer und Dobrindt!
    Von Bürgermeister Jung bin ich auch enttäuscht, auch wie man im großen Stil in FÜ alte Bäume für jeden x-beliebigen Bauträger opfert.

Squareman, Dienstag, 14.November, 16:04 Uhr

1. Den Kopf in den Sand stecken,....

.... hat noch nie geholfen. Was da abgeht ist ein Skandal. Freie Fahrt für Schadstoffe, die Rechnung zahlen die Bürger mit ihrer Gesundheit.