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LKA-Prozess in Nürnberg Kriminaldirektor soll aussagen

Im Prozess gegen sechs Beamte des bayerischen Landeskriminalamts soll heute ein hochrangiger Ermittler aussagen. Die Nürnberger Staatsanwaltschaft wirft den Polizisten unter anderem Strafvereitelung im Amt vor.

Stand: 14.11.2017

LKA-Beamte vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth am 7. November 2017 | Bild: dpa-Bildfunk

Heute wird die Aussage eines 48 Jahre alten Kriminaldirektors erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Diebstahl "in mittelbarer Täterschaft" und uneidliche Falschaussage vor.

Angeklagter bestreitet Schuld

Die Polizisten sollen einen V-Mann bei der Rockergruppe "Bandidos" in Regensburg eingeschleust haben. Dabei hätten sie die kriminellen Machenschaften des Spitzels gedeckt oder sogar unterstützt, so der Vorwurf. Anschließend hätten sie Akten manipuliert und andere Ermittlungsbehörden nicht informiert. Zwei Beamte wollten sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen äußern, ein dritter wies die Anschuldigungen zurück. Er sei damals nicht ausreichend über die Vorgänge informiert worden, sagte der 59-Jährige.

Vorwurf der Aktenmanipulation

Der V-Mann des bayerischen LKA war 2011 an dem Diebstahl von mehreren Mini-Baggern in Dänemark beteiligt. Das hätten die Beamten gewusst, ohne etwas zu unternehmen, so die Staatsanwaltschaft. Anschließend hätten sie Akten manipuliert, um ihre Mitwisserschaft zu verschleiern. Für den Prozess sind zahlreiche Verhandlungstage bis März 2018 angesetzt.


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