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Radverkehr in Nürnberg Paketzustellung per Fahrrad im Test

Pakete sollen in Nürnberg versuchsweise umweltfreundlicher ausgeliefert werden. Zwei Paketdienste wollen den Einsatz von Lastenfahrrädern testen. Unabhängig davon will Nürnberg insgesamt fahrradfreundlicher werden.

Stand: 16.03.2017

Durch den Einsatz von Lastenfahrrädern mit Elektromotor könnte sich die Lärm- und Feinstaubbelastung in Nürnberg reduzieren, hoffen Experten. Deshalb verzichten zwei Paketdienste vorerst auf Transporter. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat am Vormittag den offiziellen Startschuss zu dem bayerischen Pilotprojekt gegeben und selbst ein paar Runden gedreht. Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm begleitet das Projekt wissenschaftlich.

Paketdienste und Experten von Lastenfahrrädern überzeugt

Der Test selbst läuft nun bereits seit drei Monaten und beschränkt sich zur Zeit auf die Nürnberger Innenstadt und ein Wohngebiet in der Südstadt. Die Zustelldienste sind aber Angaben des Innenministeriums zufolge vom Einsatz der Lastenfahrräder überzeugt und planen das Projekt nach dem Ende der Laufzeit im Oktober dieses Jahres weiterzuführen. Auch Experten bewerten die ersten Ergebnisse positiv. Berechnungen zufolge könne ein Bote bis zu 200 Pakete pro Tag ausliefern. In Ballungsräumen entspräche dies 30 Prozent des Sendungsaufkommens.

Versuche in anderen Bundesländern

In anderen Bundesländern gibt es ähnliche Versuche: In Frankfurt hat der Paketdienstleister DHL Express Anfang März auch ein Pilotprojekt mit Lastenfahrrädern gestartet. In Hamburg werden ebenfalls Ideen für eine intelligentere Auslieferung von Waren an private Haushalte erprobt. Vorreiter war aber die schleswig-holsteinische Gemeinde Hockenlockstedt: Dort wurden bereits im Jahr 1993 erstmals Lastenfahrräder bei der damaligen Post eingesetzt.

Radwegebau im Verkehrsausschuss

Unabhängig von dem Pilotprojekt entscheidet der Verkehrsausschuss des Nürnberger Stadtrats über den Radwegebau in den kommenden Jahren. Grundlage dafür ist der Ende 2007 beschlossene Radwegenetzplan. In diesem ist eingezeichnet, wo Radwege etwa aufgrund der Verkehrssicherheit oder der Verkehrsplanung gebaut werden sollen. Im laufenden Jahr sollen vor allem Lücken in Nürnbergs Radwegenetz geschlossen sowie bereits bestehende Radwege saniert werden.

Mehr als eine Million Euro für Radwege

Unter anderem soll ab dem Rathenauplatz entlang der Bayreuther Straße ein Radfahrstreifen angelegt werden, um so die Verbindung von der Altstadt zu den Wohngebieten der Stadtteile Schoppershof und Erlenstegen zu verbessern. Hinzu kommen die Aufhebung einzelner Einbahnregelungen für Radfahrer sowie mehrere Maßnahmen, um schmale Radwege und gefährliche Kreuzungen sicherer zu gestalten. Für den Radwegebau sind im Jahreshaushalt wie schon in den vergangenen Jahren 1,125 Millionen Euro vorgesehen. Damit diese Mittel vollständig für den Radwegebau zur Verfügung stehen, wurde die Pauschale "Straßenum- und ausbau" zusätzlich um 400.000 Euro erhöht.

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Hamburger, Samstag, 18.März, 11:00 Uhr

2. Ökonomisch sinnvoll

Die mit Lastenrädern ausliefernden Unternehmen versprechen sich davon ökonomische Vorteile. Ansonsten würden diese das nicht tun. Die Lastenräder transportieren etwa 1,45 Kubikmeter Ladung (rund 80 Pakete). In Mikrodepots (z.B. angemieteten Lagern oder abgestellten Containern) werden zwischendurch angesteuert, um die Lastenräder wieder aufzufüllen.

Somit transportieren die Lastenräder zwar zu einem bestimmten Zeit_punkt_ weniger Ladung als ein Mehr-Tonnen-Transporter. Weil allerdings aufgrund des kleineren Gefährts Zeit gespart (Halten, Ausladen, Wenden etc.) wird, kann mit Lastenrädern pro Person über den Tag mehr ausgeliefert werden, wenn eine bestimmte Lieferdichte überschritten wird. Dies zeigen zahlreiche Versuche in zahlreichen europäischen Großstädten.

Harald, Donnerstag, 16.März, 09:58 Uhr

1. Lohnt sich die Fahrradauslieferung?

Aus Sicht der Umwelt mag die Fahrradlieferung von Paketen sicherlich gut sein. Doch die Frage stellt sich sofort nach den (Personal-)Kosten.
Wo ein Paketzusteller in seinen stinkenden Dieseltransporter hundert oder mehr Pakete unterbringt, fasst ein Lastenfahrrad nur einen winzigen Teil davon. Es ist aber immer eine Person unterwegs, mit den entsprechenden Lohnkosten. Der Radfahrer braucht sehr wahrscheinlich deutlich länger für die Auslieferung der gleichen Menge, als der Fahrer der nagelnden Partikelschleuder.
Wahrscheinlich kommt es aufs Gesamtkonzept an, mit Kombination beider Fahrzeugarten. Da bleibt dann zu hoffen, dass die alten Stinker baldmöglichst durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden.

  • Antwort von Petra, Donnerstag, 16.März, 10:50 Uhr

    Vielleicht sollten wir uns auch mal überlegen, ob wir diesen Riesenversendeaufwand überhaupt brauchen.
    Eine Bekannte verkauft alles, was sie früher weggeworfen hätte, im Internet. Es gibt auch tatsächlich immer wieder Leute, die den größten Müll für 1 € kaufen. Plus mindestens das Doppelte an Versandgebühren. Und mit diesem Verkaufstick ist sie nicht alleine.
    Was da allein schon für diesen Unsinn an Transporten anfällt!

  • Antwort von vielfahrer, Donnerstag, 16.März, 15:54 Uhr

    @ Petra
    Gebe Dir absolut Recht,
    - aber schlimmer ist, wenn sich Perso. im Einzelhandel beraten lassen,
    und dann im Netz einkaufen. - schauen (nicht abfassen) ist evtl. o.K.
    aber mit Beratung / Erklärung. 10 € + X dafür Bezahlen lassen. Bei Kauf dann Rückerstattung.
    Beratung ist Zeit, und Zeit kostet halt auch was.