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Festakt in Nürnberg Bayerisch-Tschechische Landesausstellung eröffnet

In Nürnberg ist die erste Bayerisch-Tschechische Landesausstellung mit einem Festakt eröffnet worden. Die Ausstellung wurde anlässlich des 700. Geburtstags von Kaiser Karl IV. konzipiert.

Von: Judith Dauwalter

Stand: 19.10.2016

Über 180 Exponate sind im Germanischen Nationalmuseum ausgestellt, darunter Leihgaben aus Prag, New York und Paris. Bei den "einschlägigen Exponaten" handelt es sich um Kunstwerke und Handschriften, aber auch Alltagsgegenstände: Ein Exemplar der Goldenen Bulle von 1356, die als eine Art Reichs-Grundgesetz gilt, wurde medial aufbereitet – Besucher können sie in drei Sprachen durchblättern.

"Das hat es zu Karl IV. noch nicht gegeben und das wird es zu keinem anderen mittelalterlichen Herrscher in absehbarer Zeit geben."

Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte

Auch eine kleine Ratte gehört zu den Ausstellungsstücken: Sie steht symbolisch für die Pest, die Europa im 14. Jahrhundert geprägt hat. Historische Exponate aus dem 14. Jahrhundert sind zu sehen, aber auch gegenwärtige Darstellungen des Kaisers. Karl IV. als "größter Tscheche aller Zeiten" soll auch den deutschen Besuchern als wichtiger Diplomat und Förderer des Handels nahe gebracht werden. Aber auch die Schattenseiten wie der Pogrom gegen die Nürnberger Juden werden nicht ausgespart.

Festakt mit 700 Gästen

Mit über 700 geladenen Gästen ist am Mittwochnachmittag (15.10.16) die Ausstellung eröffnet worden. Darunter waren der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka. Auch Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sowie die Direktoren des Germanischen Nationalmuseums, der Nationalgalerie Prag und des Hauses der Bayerischen Geschichte würdigten die Ausstellung. Die Schau wurde vom Haus der Bayerischen Geschichte und der Nationalgalerie in Prag konzipiert. Unterstützt wurden die Verantwortlichen dabei von Wissenschaftlern.

"Wir haben gemeinsam über die Gestalt, die Darstellung und die Bedeutung dieses Kaisers geredet. Und eine solche Kooperation ist auch für die Zukunft wichtig für diesen Teil Europas."

Jiří Fajt, Direktor der Nationalgalerie Prag

Seehofer sprach von einer "Sternstunde der Ausstellungskunst, die einen Meilenstein in den Beziehungen" zwischen Tschechien und Bayern darstelle. Die Kooperation zeuge von "gelebter Völkerverständigung". Karl IV. als Auslöser dieser Zusammenarbeit würdigte er als "Brückenbauer".

Auch der tschechische Ministerpräsident Sobotka betonte die "intensiv-freundschaftlichen Beziehungen", die sich in der letzten Zeit zwischen seinem Land und dem Freistaat entwickelt hätten. Er erinnerte an Karl IV. als "stolzen Christen und Europäer, der Diplomatie dem Krieg vorzog". Die gemeinsame Ausstellung könne ein "bedeutsamer Schritt" sein auf dem Weg, gegenseitige Vorurteile abzubauen.

Bis März 2017 in Nürnberg

Bis zum 5. März 2017 ist die Ausstellung für die Öffentlichkeit in Nürnberg zugänglich. Davor war sie bereits in Prag zu sehen - und hat somit Station gemacht in den beiden wichtigsten Städten der Regentschaft von Karl IV. Begleitend zur Ausstellung hat die Metropolregion Nürnberg ein Programm entworfen. Seit Mai können Interessierte bei insgesamt rund 300 Veranstaltungen das Wirken Karl IV. in der Region nachvollziehen.

Vielfältiges Begleitprogramm

Das Begleitprogramm zur Ausstellung ist in der Oberpfalz konzipiert worden: im Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee im Landkreis Schwandorf. Zum Begleitprogramm gehören unter anderem Stadtführungen durch Nürnberg auf den Spuren von Karl IV., Wanderungen durch Böhmen, Konzerte, Vorträge und Begleitausstellungen in Amberg, Sulzbach-Rosenberg und Waldsassen. Seit zehn Jahren organisiert das Centrum Bavaria Bohemia kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Feste sowohl in Bayern und Tschechien.


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