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Pilotprojekt in Weißenburg Kläranlage beseitigt Medikamente und Hormone

Um Mikro-Schadstoffe wie Medikamentenrückstände und Hormone im Abwasser zu reduzieren, wird heute an der Kläranlage in Weißenburg ein bayerisches Pilotprojekt gestartet. Dadurch soll sich die Wasserqualität deutlich erhöhen.

Von: Claudia Mrosek

Stand: 13.10.2017

Gebäude für die "Vierte Reinigungsstufe" der Kläranlage Weißenburg | Bild: BR-Studio Franken/Michael Reiner

In der Weißenburger Anlage kommt eine komplett neue Kläranlagentechnik zum Einsatz: In der sogenannten "vierten Reinigungsstufe" fließt das normal vorgereinigte Abwasser nun aus Becken der Kläranlage in einen Ozonreaktor. Die Medikamentenrückstände und Hormone werden oxidiert, die Verbindungen aufgebrochen. Über spezielle Filter werden die Rückstände dann aus dem Abwasser entfernt. Der Ozonreaktor ist in einem rund 150 Quadratmeter großen Gebäude untergebracht, das im vergangenen Jahr auf dem Gelände der Weißenburger Kläranlage gebaut wurde.

Arzneimittelrückstände in Fischen und Muscheln

Das Innenleben des neuen Gebäudes

Das Pilotprojekt in Weißenburg soll die Technik im Einsatz testen und auch überprüfen, ob Aufwand und Ergebnis in einem guten wirtschaftlichen Verhältnis stehen. Weißenburg wurde für das Projekt ausgewählt, weil das gereinigte Wasser in die Schwäbische Rezat fließt, die selbst wenig Wasser führt. Im Vorfeld haben Untersuchungen ergeben, dass Fische und Muscheln in der Schwäbischen Rezat entsprechend hohe Konzentrationen zum Beispiel von Arzneimittelrückständen aufweisen. Ziel ist es, durch die Behandlung des Abwassers, diese Konzentrationen und somit auch die Belastung der Organismen deutlich zu reduzieren.

Zuschuss von Freistaat

Das Pilotprojekt soll ein Beitrag zur Verbesserung der Gewässer-Ökologie sein, um Gewässer als wichtigen Lebensraum zu erhalten und zu fördern. Das Projekt wird vom Bayerischen Landesamt für Umwelt im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums koordiniert. Die Kosten dafür betragen rund drei Millionen Euro, Drei Viertel davon übernimmt der Freistaat, den Rest zahlt die Stadt Weißenburg als kommunaler Träger der Kläranlage. Das Pilotprojekt wird mit umfangreichen Messungen wissenschaftlich bis ins nächste Jahr begleitet.


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Seidel Freund, Dienstag, 17.Oktober, 07:13 Uhr

2. Eine Gute Sache und ein schamloser Kommentar

Der Bau einer weiteren Reinigungsstufe durch der Stadt Weißenburg mit Unterstützung des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach und Zuwendungen des Ministeriums ist eine großartige Sache. Dies ist ein erster Schritt um die Verschmutzung der Gewässer durch Arzneimittelrückstände und Hormone in Grenzen zu halten. Notwendig wäre es allerdings auch, dass die Landwirtschaft flächendeckend auf eine umweltverträgliche Produktion umgestellt und auf umweltschädliche Spritzmittel wie "round up" und hohen Antibiotikagaben verzichtet wird.
Die verantwortungsbewussten Politiker der BAP und Grünen wollten, dass in Ansbach die Kläranlage nachgerüstet wird. CSU und SPD haben dies im zuständigen Gremium verhindert und nicht die Oberbürgermeisterin.
Der Kommentar des Seidel Kritikers zeigt wieder einmal wie Falschmeldungen/ Fakenews gestreut werden und den Seidelkritikern die Wahrheit nicht interessiert - schade.
Es ist Zeit, dass die Lügen und Unwahrheiten der "Seidelkritiker" endlich aufgedeckt werden!

Seidel Kritiker, Freitag, 13.Oktober, 09:20 Uhr

1. völlig verfehlte Politik

Die Oberbürgermeisterin von Ansbach bekam das Angebot für dieses Pilotprojekt zuerst. Sie lehnte ab. Begründung: Ansbach ist eine zu kleine Stadt und kann sich so etwas nicht leisten.
Komisch nur das Weißenburg das Angebot angenommen hat und eine noch kleinere Stadt wie Ansbach ist.
Der Bürger kann natürlich nicht alles verstehen, ich verstehe aber das dies nur ein Beispiel von vielen ist wie die Ansbacher Oberbürgermeisterin sich nicht für den Schutz ihrer Bürger einsetzt. Es ist an der Zeit das ein Wechsel an der Stadtspitze erfolgt!

  • Antwort von Manfred Stephan, Mittwoch, 18.Oktober, 14:15 Uhr

    Nicht Oberbürgermeisterin Seidel hat es abgelehnt, die Kläranlage nachzurüsten, sondern eine Mehrheit des Stadtrates. Die OB sprach sich für eine Nachrüstung aus.