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Tarifstreit im Sozialdienst Protest der Kita-Beschäftigten in Nürnberg

Im Kita-Tarifkonflikt haben in Nürnberg Beschäftigte aus Bayern und Baden-Württemberg demonstriert. An dem Protestzug unter dem Motto "Flagge zeigen - Jetzt erst recht" nahmen nach Angaben der Veranstalter 4.500 Menschen teil.

Stand: 13.06.2015

Bei einer Kundgebung in Nürnberg haben am Samstag (13.06.15) nach Gewerkschaftsangaben rund 4.500 Menschen für eine gerechtere Bezahlung typischer Frauenberufe demonstriert. Nach Angaben der Polizei waren es rund 3.500 Teilnehmer. Die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Verena Di Pasquale, forderte die öffentlichen Arbeitgeber auf, beim Thema Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsmarkt eine Vorreiterrolle einzunehmen. Eine höhere Eingruppierung in den sozialen und erzieherischen Berufen in den Kommunen hätte auch Signalwirkung für den privaten Bereich, sagte Di Pasquale auf dem Kornmarkt. Der stellvertretende bayerische Verdi-Chef Norbert Flach sprach von einem "starken Signal". Zeitgleich fanden bundesweite Protestzüge in Köln, Hannover und Dresden statt.

Kita-Streik vorerst ausgesetzt

Auch Kinder unterstützten die Forderungen.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft GEW hatten zu den Veranstaltungen aufgerufen. Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst - und damit im Schnitt zehn Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber lehnten pauschale Erhöhungen bisher ab.

Bis zum 22. Juni wollen die beiden Schlichter, Sachsens früherer Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und Hannovers Ex-Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD), einen Vorschlag für eine Einigung auf den Tisch legen. Wegen der Friedenspflicht während der Schlichtung ist der Kita-Streik derzeit ausgesetzt.

"Die Streiks sind vorläufig nur ausgesetzt. Mit dem bundesweiten Aktionstag wollen wir vor Beginn der Schlichtungsverhandlungen nochmal unser Anliegen deutlich machen."

Jürgen Göppner, Verdi-Bezirksgeschäftsführer Mittelfranken


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B. Sachse, Samstag, 13.Juni, 22:30 Uhr

3. Jedes Ding hat leider zwei Seiten...

Völlig unemotional möchte ich mal meine Ansicht schildern: Ich begrüße immer die Handhabung des Streikrechts. Denn wir haben es und es gibt große Ungerechtigkeiten, die nicht anders zu beseitigen sind. Aber wegen der Kita-ErzieherInnen habe ich Bedenken, dass die so wenig gewürdigt oder so schlecht bezahlt wurden, dass dieser Dauerausstand berechtigt ist. Zudem es noch ziemlich überhöhte Selbstdarstellungen dazu gab, sogar Vergleiche mit Lehrern. Da ich selbst Kindergartenkind war, wie auch mein Enkel, habe ich eine Vergleichsmöglichkeit und konnte mir selbst ein Bild machen, wie viel "höher die heutigen Anforderungen an ErzieherInnen sind", wie früher: Ich konnte nach drei Jahren absolut geliebten Kindergartenaufenthaltes gut malen, perfekt mit Messer und Gabel essen, hatte Hochachtung vor älteren Leuten und konnte mich benehmen. Nun möchte ich gerne das Gleiche von meinem Enkel erzählen, der genauso lange betreut wurde. Doch musste hier daheim enorm nachgebessert werden. Wirklich!

Rawe, Samstag, 13.Juni, 17:04 Uhr

2. Der Widerstand geht weiter

Noch habt ihr Medien und Parteien die Macht, die Menschen zu unterdrücken. Aber der Widerstand gegen Moscheen, Islamisierung und Einwanderung geht weiter. Wir sind nicht dumm, blind oder taub. Die Wut auf euch wächst, und die Wut wird ausbrechen.

  • Antwort von Wolf, Samstag, 13.Juni, 23:15 Uhr

    Was soll der Kack?

Johanna, Samstag, 13.Juni, 13:10 Uhr

1. Qualität der Erziehung?

"Spielende Kinder sind auf die Mülltonnentüren der Kindertagesstätte in Mainz gemalt, in der es über Monate zu schweren Übergriffen gekommen sein soll". Aha und jetzt soll ich Hochachtung gegenüber diesem Berufsstand haben?