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Wahlkampf in Erlangen Applaus und Buh-Rufe für Kanzlerin Merkel

Es war ihr dritter Wahlkampf-Termin von insgesamt vieren in Franken: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch vor rund 3.000 Zuhörern in Erlangen gesprochen – und erhielt dafür Applaus, aber auch Pfiffe.

Von: Sophia Ruhstorfer

Stand: 31.08.2017

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Wahlkampf-Tour in Erlangen | Bild: dpa-Bildfunk

Beim Einzug durch die Menge auf dem Erlanger Rathausplatz waren hunderte Handykameras auf die Kanzlerin gerichtet. Anhänger streckten Plakate in die Luft, auf denen war "I love" zu lesen, dazu ein Bild von Händen, die zur Merkel-Raute geformt waren.

"Hau ab"-Schreie

Es gab aber auch Proteste. Während Merkels gesamtem Auftritt ertönten immer wieder Buh-Rufe, Pfiffe und "Hau ab"-Schreie. Die schon etwas heiser klingende Kanzlerin ging während ihrer gut halbstündigen Rede darauf ein.

"Es gibt Parteien in diesem Wahlkampf, die treffe ich nur beim Schreien. Ich glaube nicht, dass man mit Schreien und Pfeifen die Welt zum Besseren verändert."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Damit spielte Merkel wohl auf Anhänger der AfD an, die lauthals mitdemonstrierten. Die Kanzlerin lobte in ihrer Rede Erlangen als "gute Forschungs- und Entwicklungsstadt". Sie schnitt außerdem viele Wahlkampf-Themen ihrer Partei an. Etwa die steuerliche Entlastung für Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen und bessere Bildung durch technische Aufrüstung an Schulen.

Herrmann: "Wir brauchen mehr Bayern in Berlin"

Merkel lobte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) für die gute technische Ausstattung der bayerischen Polizei. Sie wolle ein Musterpolizeigesetz einführen, das sich an Bayern orientiere, so Merkel.

Herrmann, der vor der Kanzlerin sprach, meinte: "Wir brauchen mehr Bayern in Berlin." Herrmann ist der Spitzenkandidat der CSU für die Bundestagswahl und gilt als heißer Anwärter für das Amt des Bundesinnenministers.


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Kommentare

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Wahlwerbungskucker, Donnerstag, 31.August, 23:09 Uhr

41. Irre, was es für Spinner im politischen Spektrum gibt

"Wir brauchen eine Mindestrente von 1.200.- Euro. Wir wollen zuzahlungsfreie Medikamente für eine bessere Gesundheit... usw."

Was sich an Kleinstparteien und ihren weltfremden Vorstellungen in der politischen Landschaft tummelt ist höchst bedenklich. Wann gründen die Stadtteile ihre eigenen Parteien?
Natürlich gibt es keinerlei Aussagen darüber, wer diesen "Weihnachtswunschzettel" bezahlen soll.

Warum zum Teufel muss nun jeder Hasen- und Karnickelzüchter eine eigene Partei aufmachen? Wollen diese Träumer den Stillstand? Vertane Stimmen.

Wie immer übertrifft natürlich der aktuelle Nazi-Sprech des AfD Arppe im Schweriner Landtag alles. Die AfD hat wenigstens ihre Saboteure in-house und braucht nicht auf Breitbart & Co. zurückgreifen. Nach dem Motto "dümmer geht immer". Diese Partei begeht selbst eine "gnadenlose Auslese", um zum besseren Verständnis im Sprachgebrauch zu bleiben. Diese innere Reinigung wird wohl nie gelingen.

Aber wir haben ja keine Rechte in der Partei ;-)

Olaf Berger, Donnerstag, 31.August, 21:04 Uhr

40. wie zu DDR-Zeiten, Merkel nur noch mit Medienunterstützung an der Macht

die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen zu verdrängen, hilft nicht mehr- Merkel wird am 24.09.2017 mit ihren politischen Genossen von CSU, SPD, LINKEN und Grünen abgestraft...

  • Antwort von Vanas, Donnerstag, 31.August, 21:54 Uhr

    Korrekturvorschlag:

    "Merkel nur noch mit der Mehrheit der Bundesbürger an der Macht"

    Das wäre die ehrlichere Variante.

Franz, Donnerstag, 31.August, 18:23 Uhr

39. Frau Bundeskanzlerin Merkel, eine fantastische Kanzerin und Vorbild!

Als Vollblutpolitikerin und einfühlsame Frau von Welt kämpft sie seit Jahren gegen Intoleranz und Chauvisnismus. Dafür wird sie beschimpft und geschmäht.

Als aufrechte Demokratin und Friedensaktivistin ist sie permanent Anfeindungen aller Art ausgesetzt. Sie trägt es mit grosser Würde und in tiefer Bescheidenheit.

Als Humanistin von Weltrang und Work-o-Mat weist sie der bundesdeutschen Öffentlichkeit und ganz Europa den Weg ins 22. Jahrhundert!

Man sollte wachsam sein! Kinder meldet Euere Eltern, Brüder Euere Schwestern, Grosseltern Euere Kinder und Enkelkinder, falls diese Fake-News verbreiten sollten!

  • Antwort von Jerry, Donnerstag, 31.August, 21:55 Uhr

    Sehr richtig kommentiert.

    Gut so.

Gonzo, Donnerstag, 31.August, 17:59 Uhr

38.

Also wenn ich mir die Typen mit den Trillerpfeiffen gestern so angeschaut habe, fragt man sich unweigerlich, ob sie überhaupt mehr können, als pfeiffen... Pfeiffen eben.

Gegenteilge Meinung zu haben und zu äußern ist ja ok, aber wenn es nur noch um niederschreien geht, fragt man sich schon, wie da ein politischer Diskurs noch möglich sein soll. Klar ist die Anwesenheit der Störer verfassungsmäßig geschützt, solange sie friedlich bleiben, dennoch sollte man überlegen, wie sowas ausnahmslos destruktives verhindern kann. Man sollte extremes Pfeiffen und Schreien inmitten von Menschenmassen als Körperverletzung definieren, denn so empfand ich den Lärmpegel gestern!

  • Antwort von Brainstormer, Donnerstag, 31.August, 21:57 Uhr

    Vorher zuhören, nachdenken und meinetwegen dann meckern. Aber dazu reicht's wohl nicht.

Anderswähler, Donnerstag, 31.August, 17:24 Uhr

37. Was ist heute anders?

Warum wird heute über die "Störer" berichtet?

Hat es nicht bereits seit Wochen bei so gut wie jedem Auftritt solche Meinungsäusserungen gegeben?
Was hat sich geändert?

Wenn die AfD bzw deren Landidaten angegriffen wird / werden oder die Linke vor Ort Trillerpfeifen an die angekarrten "guten" Gegendemonstranten verteilt, wird nicht berichtet.
Gut, eine Weisung aus Berlin liegt dem BR natürlich nicht vor, es muss also andere Gründe haben, oder? ;)

Übrigens, ich frage mich warum ich diesen Beitrag, der heute morgen noch auf dem Titel war, nur noch mit der Suchfunktion finde...
Zu wenig Jubler?

  • Antwort von Anderswähler, Donnerstag, 31.August, 17:32 Uhr

    Ich verschiebe die Tastatur und ersetzte das L durch das K

  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 31.August, 17:35 Uhr

    Nö, zu viel von dem, was Herr Gabriel korrekt bezeichnet hat!