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Versteigerung Kago-Schloss Es darf wieder einmal geboten werden

Nachdem beim ersten Termin keine Gebote abgegeben worden waren, hat das Amtsgericht Nürnberg eine zweite Versteigerungsrunde für das Schloss des ehemaligen Ofenbauers Kago angesetzt.

Stand: 25.08.2016

Das Privatschloss des Kachelofenunternehmers Karl-Heinz Kago | Bild: picture-alliance/dpa

Die Luxusimmobilie im oberpfälzischen Postbauer-Heng hat einen Verkehrswert von zehn Millionen Euro. Nachdem die Ofenbaufirma Kago 2010 Insolvenz anmelden musste, kam auch die Villa, die an ein französisches Loire-Schloss erinnern soll, unter dem Hammer.

Keiner will's

Schon bei einer Versteigerung bei Sotheby's klappte der Verkauf nicht. Ein erster Zwangsversteigerungstermin vor dem Amtsgericht Nürnberg verstrich ebenfalls ergebnislos; niemand wollte die von den Kago-Gläubigern verlangten fünf Millionen Euro Mindestgebot aufrufen.

Und dann war der Ofen aus....

Kago-Schloss auf sieben Hektar Grundstück und mit eigenem kleinen See

Am kommenden Dienstag wird das Kago-Anwesen erneut im Justizpalast potenziellen Käufern angeboten. Sollte sich wieder kein Bieter finden ist eine Aufhebung des Verfahrens möglich. Auch bei einem Gebot liegt es immer noch in den Händen bestimmter Gläubiger, ob ein Zuschlag erteilt oder das Verfahren eingestellt wird. Der Ofenbauunternehmer Karl-Heinz Kago besaß im Markt Postbauer-Heng, das im Neumarkter Landkreis liegt, insgesamt viele Häuser und bewohnte die Villa, an der auch ein Privatzoo angegliedert war.

Kago - Aufstieg und Fall eines Ofenbauunternehmers

Ein Schild mit dem Logo der Firma Kago am Standort der Zentrale des Kaminofenbauers Kago

Im Januar 2012 wurde Karl-Heinz Kago in 131 Fällen wegen jahrelangen Sozialbetrugs angeklagt und zu einer Bewährungsstrafe sowie zu einer Zahllung von 7.200 Euro verurteilt. In guten Zeiten hatte das Ofenbauunternehmen mehr als 1.000 Beschäftigte. Nach der Insolvenz im Jahr 2010 wurde Kago an die German Pellets Gruppe verkauft. 200 Beschäftigte konnten bleiben. Doch das Geschäft mit dem Ofenbau kam nicht mehr in Schwung und so mussten auch die übriggebliebenen 66 Mitarbeiter gehen.

Schillernde Figur im Oberpfälzer Land

Firmengebäude am Standort der Zentrale des Kaminofenbauers Kago (2010)

Der "Kachelofenkönig" kam 1968 einst als Flüchtling aus der DDR. Sein eigentlicher Name lautet auch nicht Karl-Heinz Kago, sondern Karl-Heinz Gonschorowski. Er schaffte es ein kleines Ofenimperium im 7.500-Einwohner Markt Postbauer-Heng aufzubauen und lebte ein Luxusleben. Gerne fuhr er schon einmal von seinem Schloss aus mit seiner Gattin in der Kutsche durch die Gegend. Dann wurde es heiß für den Unternehmer. Im Dezember 2007 verurteilte ihn das Amtsgericht Neumarkt zu einer Bewährungsstrafe wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Steuerfahnder hatten bei einer Durchsuchung im Schlafzimmer mehrere alte Pistolen gefunden. Dann eine weitere Verurteilung wegen Sozialbetrugs im Jahr 2012. Im nächsten Monat wird Gonschorowski 75 Jahre alt. Er soll immer noch in Postbauer-Heng leben.


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