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Landesversammlung in Nürnberg Junge Union will keine Ehe für alle

Die Junge Union in Bayern hat sich auf einer Sonderlandesversammlung in Nürnberg gegen eine komplette rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Paaren ausgesprochen. Die knapp 170 Delegierten lehnten einen entsprechenden Antrag mit 57 Prozent der Stimmen ab.

Von: Tanja Oppelt

Stand: 18.06.2016

Allerdings fand auch eine konservative Formulierung, die nur die Ehe zwischen Mann und Frau als schützenswert erachtet, keine Mehrheit. Stattdessen übernahm die CSU-Nachwuchsorganisation eine Kompromissformulierung in ihr neues Grundsatzprogramm. Dort heißt es:

"Den Kern von Partnerschaft bilden Liebe und Verantwortung füreinander. Wo Menschen diese Verantwortung übernehmen und füreinander da sein wollen, ist die Grundlage für Familie gegeben."

Neues JU-Grundsatzprogramm

Auf eine explizite Forderung nach rechtlicher Gleichstellung und die Öffnung der Institution Ehe für homosexuelle Paare wurde verzichtet. Der Antrag auf die Eheöffnung war auf die Initiative des Nürnberger JU-Vorsitzenden Johannes Eichelsdörfer und der CSU-Gemeinderätin aus Prien am Chiemsee Annette Resch zurückgegangen.

So gut wie gleichgestellt

Die Unterscheidung zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft sei eine "inhaltsleere und unehrliche Unterscheidung", hieß es im Antrag. Rechtlich seien homosexuelle Partnerschaften so gut wie gleichgestellt.

"Wenn es kaum mehr inhaltliche Unterschiede gibt, dann müssen wir es auch gleich benennen."

JU-Vorsitzender Johannes Eichelsdörfer

Die Mehrheit der Delegierten folgte ihm nicht. 57 Prozent war es weiterhin wichtig, zwischen der Ehe zwischen Mann und Frau und gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften zumindest sprachlich zu unterscheiden.

Kontroverse Dabatte

Die Debatte in Nürnberg wurde allerdings ausführlich und kontrovers geführt, der Jungen Union war die Auseinandersetzung wichtig.

"Es geht um die Grundsatzfrage: Was für eine bayerische Gesellschaft wollen wir in Zukunft haben", fasste der oberbayerische JU-Vorsitzende und CSU-Bundestagsabgeordnete Tobias Zech die Diskussion zusammen. Er selbst sprach sich für die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare aus.

"Wenn zwei Menschen lebenslang füreinander Verantwortung übernehmen wollen, dann ist das ein urchristlicher, ein ursozialer und ein urkonservativer Wert."

Tobias Zech

Der bayerische JU-Vorsitzende und CSU-Landtagsabgeordnete Hans Reichhart glaubt, dass das Thema der Gleichstellung von Lebenspartnerschaften in den kommenden Jahren immer wieder auf die Agenda kommen wird.


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D. Borrmann, Dienstag, 21.Juni, 06:57 Uhr

17. Bedauerlich

Damit positioniert sich die Junge Union wieder rechts außen. Dies ist zutiefst bedauerlich und nicht westlich gedacht. Es ist auch an der gesellschaftlichen Realität vorbei. Verlebenspartnerte werden allgemein als Verheiratete betrachtet und auch so behandelt.

Mia, Montag, 20.Juni, 11:29 Uhr

16. Umdenken

Ich bin mit meiner Frau seit 14 Jahren zusammen und seit 2 Jahren verheiratet. Es ist super schön, wir haben ein Kind adoptiert. Das Leben hätte nicht besser sein können. Ich liebe Euch. Danke

Sputnik, Montag, 20.Juni, 08:33 Uhr

15. Homo-Ehe

Danke

Wutbürger, Sonntag, 19.Juni, 18:53 Uhr

14. Das ist lobenswert!

Gott sei Dank! Nein - eigentlich diesen jungen Leuten sei gedankt, dass die noch nicht in den versifften grün-linken Mainstream eingestimmt sind, der für unser Land seit Jahren schon die Vorgaben macht.

Sati Riker, Sonntag, 19.Juni, 09:07 Uhr

13. Gleichstellung

Wie heißt es immer: Kinder sind die Zukunft der Menschheit.
Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften entscheiden sich gegen die Zukunft.
Frage: Wozu und worin bedarf es einer Gleichstellung für Paare mit und ohne Zukunft?

  • Antwort von Zukunft, Sonntag, 19.Juni, 10:21 Uhr

    Da kommt eine sehr verquere Weltansicht zum Vorschein.

  • Antwort von Definition von Zukunft..., Sonntag, 19.Juni, 10:41 Uhr

    Übrigens entscheidet jeder Mensch selbst, wie er oder sie leben will.

    Überraschung: Jeder hat eine Zukunft...

    Und viele wollen sogar Kinder, andere wollen keine Kinder usw.

    Hat schon mal jemand eine Lebensgemeinschaft gesehen, die sich entschieden hat? Oder eine Ehe, die sich entschieden hat?

  • Antwort von Zwiesel, Sonntag, 19.Juni, 10:47 Uhr

    @Sati Riker:
    Ihrem Namen folgend würde ich meinen, Sie sind für die Homo-Ehe und nehmen die Diskussion überzeichnend und provozierend auf die Schippe. Habe ich recht, oder täusche ich mich?

  • Antwort von Stromgegner, Sonntag, 19.Juni, 18:56 Uhr

    Man kann hier nur wieder den schlichten Spruch aufsagen, der für dieses Land überall zutrifft, da es so viel Unterstützer gibt für die Absegnung eines "Ehelebens" gleichgeschlechtlicher Partner: Über Spanien lacht die Sonne und über Deutschland die ganze Welt!

  • Antwort von Klabuster, Montag, 20.Juni, 06:55 Uhr

    Es gibt eh zu viele Menschen auf der Welt, also is die Homo-Ehe DAS Modell der Zukunft.