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Archivar des Todes Syrischer Fotograf "Caesar" erhält Nürnberger Menschenrechtspreis

Der Militärfotograf "Caesar" bekommt 2017 den Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen. Der Mann, von dem es selbst keine Bilder gibt, musste in Syrien Leichen von Oppositionellen ablichten und brachte die Bilder ins Ausland.

Stand: 26.09.2016

Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis  | Bild: picture-alliance/dpa

Der Militärfotograf und seine Unterstützer der "Gruppe Caesar" bekommen im kommenden Jahr den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen. Das gab die Jury des Preises am Montag (26.09.16) bekannt. Der Mann, von dem nur sein Codename bekannt ist, floh 2013 aus Syrien und lebt seitdem undercover in Nordeuropa. Er war zuvor Fotograf bei der syrischen Militärpolizei und musste dort auch die Leichen von ermordeten und zu Tode gefolterten Oppositionellen ablichten. Vor seiner Flucht brachte er rund 50.000 dieser grausamen Bilder ins Ausland und musste deswegen dann auch das Land verlassen.

Fotos als Beweismittel

Darunter befinden sich allein 28.000 Bilder von Gefangenen, die in syrischen Gefängnissen durch Folter, Hinrichtungen, Krankheit, Unterernährung oder andere Misshandlungen getötet worden waren. Die Fotos wurden unter anderem im UNO-Hauptquartier ausgestellt. "Caesar" selbst sagte 2014 vollvermummt vor dem US-Kongress aus. Seine Bilder könnten, sollte es jemals zu einem Prozess gegen den syrischen Machthaber Assad kommen, als Beweismittel verwendet werden.

"Mit der Entscheidung für Caesar knüpft die Jury an das Erbe von Nürnberg an: Schwere Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht straffrei bleiben. Die Täter müssen sich vor Gericht verantworten."

Ulrich Maly, (SPD) Oberbürgermeister von Nürnberg

Teilnahme an Preisverleihung ungewiss

Die "Gruppe Caesar" bekommt den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis offiziell am 24. September 2017 im Nürnberger Opernhaus verliehen. Der Fotograf selbst wird aus Sicherheitsgründen nicht persönlich an der Zeremonie teilnehmen. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als Symbol dafür, dass von Nürnberg, der ehemaligen Stadt der nationalsozialistischen Reichsparteitage und der menschenverachtenden NS-Rassegesetze, "in Gegenwart und Zukunft nur noch Signale des Friedens und der Völkerverständigung ausgehen".

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