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Widerwärtige Tierquälerei LBV beklagt Zunahme illegaler Tierfallen und Giftköder

Immer mehr Tiere verenden in illegalen Tierfallen oder sterben qualvoll durch Giftköder – das beklagt der Landesbund für Vogelschutz in Hilpoltstein. Problematisch: Die Fälle sind schwer nachzuweisen und auch für Menschen gefährlich.

Stand: 20.08.2016

Zettel warnt in Berlin vor ausgelegten Giftködern | Bild: picture-alliance/dpa

"Auf frischer Tat werden die Täter nicht erwischt", sagt Andreas von Lindeiner vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Dabei sei das Bewusstsein bei der Polizei deutlich verschärft worden und auch ein Handlungsleitfaden an die zuständigen Polizeidienststellen weitergereicht worden.

Im Gras kaum zu erkennen: Totschlagfalle mit Köder

Seinen Worten zufolge sterben immer wieder Tiere in Tellereisen, die mit unglaublicher Wucht zuschnappen und eigentlich seit Jahrzehnten in Deutschland verboten sind. Dabei sind die Fallen nicht nur für Beutegreifer gefährlich, sondern könnten auch bei spielenden Kindern zuschnappen.

"Für Kinder sehen diese Fallen spannend aus. Dabei haben sie eine solche Schlagkraft, dass sie bis zum Knochen durchschlagen."

Andreas von Lindeiner, Landesbund für Vogelschutz (LBV)

Fall in Goldkronach

Genaue Fallzahlen kennt der Landesbund für Vogelschutz nicht, doch die Vorfälle nehmen den Angaben zufolge zu.

Diese Falle wurde im Unterallgäu beinahe einem siebenjährigen Jungen zum Verhängnis.

Zuletzt habe etwa ein aufmerksamer Nachbar auf einem Hühnerhof eine Falle für Habichte entdeckt und die Polizei alarmiert, so Markus Erlwein vom LBV. In Goldkronach im Landkreis Bayreuth war ein Feldhase mit einem Tellereisen an der Pfote gefunden worden. Die eisernen Zähne hatten sich laut LBV tief in den Lauf eingeschlagen. Das Tier verendete.  

Vergiftete Mäusebussarde

Zudem werden immer mehr Tiere vergiftet: Immer häufiger verenden den Vogelschützern zufolge Greifvögel an ausgelegten Giftködern. Alleine in diesem Jahr sind nach Angaben des LBV drei Mäusebussarde und fünf Rotmilane vergiftet aufgefunden worden. Hier ist die Hemmschwelle nach Angaben des LBV geringer und die Beschaffung unkomplizierter. Besonders widerwärtig sind für Tierschützer Tellereisen, die mit Ködern versehen mit unglaublicher Wucht zuschnappen.

Rasierklingen im Schinken

Hinterhältig: Fleischwurst – mit einer Rasierklinge präpariert

Im Dürrwanger Ortsteil Halsbach im Landkreis Ansbach waren mitte August präparierte Schinkenköder ausgelegt worden: In den Schinkenstückchen waren Rasierklingen. Die zuständige Polizei Dinkelsbühl warnte alle Hundebesitzer und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 09851 / 57 19-0, wenn weitere solcher Köder auftauchen.

Auch Jäger sprechen von Tierquälerei

Auch Egbert Urbach, Leiter der Landesjagdschule in Bayern nennt solche Fallen Tierquälerei.  Zulässig seien lediglich Schlageisen und Fallen, die sofort tödlich sind oder unversehrt lebend fangen.

In dieser Falle war das Tier durch Bruch des Genicks auf der Stelle tot.

Schlageisen etwa reagieren seinen Worten zufolge auf Zug und nicht wie Tellereisen auf Tritt. Zudem müssen die Fallen so gesichert sein, dass niemand hineingreifen kann. Solche Fallen werden Urbach zufolge außerdem registriert und alle fünf Jahre überprüft. Daher wäre ein Missbrauch schnell nachprüfbar.

Umweltministerin verspricht Unterstützung

Kriminelles Verhalten sei nicht hinnehmbar, die illegale Tötung streng geschützter Arten müsse konsequent verfolgt und bestraft werden, betonte Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU).

"Wir wollen bei den Ermittlungen noch schlagkräftiger werden. Deshalb steht das Umweltministerium mit den zuständigen Ministerien in engem Kontakt. Die Ermittler erhalten durch die Naturschutzbehörden jede benötigte Unterstützung."

Umweltministerin Ulrike Scharf


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Hadschi Halef Omar ben Hadschi etc. etc. etc., Sonntag, 21.August, 19:58 Uhr

6. Begriffe der Ehre und der Lügerei...

Fleischfressende Vögel werden von Jägern als "Raubvögel" bezeichnet.
die gleichen Vögel werden als "Greifvögel" bezeichnet, wenn sie sich in menschlicher Gefangenschaft (Falkner) befinden.
Wenn fleischfressende Vögel dem Jagdrecht unterliegen, müssen sich die "Jagdschutzberechtigten" darum kümmern, dass sie nicht gewildert (geköpft / erschossen / vergiftet / erschlagen / erstickt / ertränkt ) werden.
Ich lebe in der Wüste...bei den Haddeddihhhn....sonst hätte ich bestimmt schon mitbekommen, dass sich die ehrenwerten Jagdschutzberechtigten des christlichen Abendlandes gegen diese Bösheiten aufgelehnt hätte.
Hihihihi....würde Sam Hawkins sagen....wo leben Sie denn....sie Greenhorn...

joe, Sonntag, 21.August, 08:54 Uhr

5.

die jagd auf greifvögel wird oft sogar von jägern unterstütz , wie ich leider schon öfter gehört habe . hier ist die hemmschwelle in der bevölkerung leider besonders niedrig ! die unfähigkeit und der bewusste wille beim naturschutz wirklich etwas zutun unserer unfähigen politiker und auch eines grossteils der bevölkerung bringt die welt leider auch nicht weiter ! der schutz von asylanten und allen möglichen flüchtlingen ist meiner meinung nach eher zweitrangig ! der bestand der menschlichen rasse ist in moment wohl kaum gefährdet , eher gefährdet der überflüssige schutz von zu vielen menschen die komplette umwelt und damit wohl wieder die zukunft der menschheit selbst !

Ana, Samstag, 20.August, 23:58 Uhr

4. Lächerlich der Artikel

in Italien werden jedes Jahr tausende von Vögeln brachial im Netz gefangen und der BR lässt dazu keine Meinung zu.

  • Antwort von jim, Sonntag, 21.August, 08:47 Uhr

    in ägypten spannt sich ein netz an der mittelmeerküste um relativ tieffliegenden zugvögel , wie wachteln , zu fangen . und trotzdem fahren jedes jahr leute zum urlaub in ein solches land und unterstützen damit ein solch asoziales verhalten ! und die welt schaut zu !

  • Antwort von heidi, Montag, 22.August, 14:37 Uhr

    Seit die Luchsdame Tessa und nachher noch mehr Luchse im Bayerwald ermordet wurden, fahren wir nicht mehr auch nur in die Nähe des Bay. Waldes.Leider, denn uns hat es immer sehr gut gefallen und wir sind auch schnell da. Sicher kümmert das niemanden, aber ich habe ein gutes Gefühl. Wir waren viel und oft da, aber dieser Hass gegen ein vom Aussterben bedrohtes Tier hat mich dann doch entsetzt. Gewünscht hätte ich mir auch mehr politische Unterstützung und einen Aufschrei des Protests in der Bevölkerung. Aber es geht ja nur um Tiere sagt der Jägerfreund Minister Herrmann.

Lotti, Samstag, 20.August, 18:56 Uhr

3. Umweltministerin Scharf, handeln Sie!

Sowohl Tierquälerei als auch die Gefährdung von Menschen machen diese Straftaten so widerwärtig.
Frau Scharf, werden Sie hier endlich tätig, nachdem Sie beim Schutz des Riedberger Horns völlig versagt haben!
Diese Umweltkriminalität nimmt zu und das ist lange bekannt.

Mitgeschöpf, Samstag, 20.August, 15:55 Uhr

2. Tierquäler

Der Mensch ist das mitleidloseste Individuum der Evolution und beileibe nicht die Krönung derselben. Es ist wohl im Hirn dieser Tierquäler etwas falsch verknüpft, aber auch der eigenen Spezies gegenüber sind manche Menschen in Frage zu stellen. Hier wünschte ich, es gäbe ein Hinterher und dieselben müßten als solche Gleiches erleben. Hier wird viel zu gnädig mit den Tätern umgegangen. Leider!

  • Antwort von heidi, Montag, 22.August, 14:22 Uhr

    bravo, da kann ich nur jedes Wort unterstreichen