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Energiewende aus Erlangen Wie Wasserstoff zum sicheren Energieträger wird

Einem Erlanger Start-Up ist gelungen, woran viele andere verzweifelt sind: Wasserstoff in Flüssigkeit speichern und sicher transportierbar machen. Bayerns Energieministerin Ilse Aigner (CSU) ist stolz.

Von: Andreas Ebert

Stand: 29.01.2016

Ilse Aigner bei Hydrogenious | Bild: BR-Studio Franken/Andreas Ebert

"Wir brauchen Innovationen wie diese, um die Energiewende erfolgreich zu meistern", sagte Bayerns Energieministerin Ilse Aigner bei ihrem Besuch bei dem Erlanger Start-Up am Freitag (29.01.16). Das sei eine exzellente Visitenkarte für den Technologie- und den Energieforschungsstandort Bayern, betonte Aigner in ihrem Grußwort. Die ehemaligen Studenten der Uni-Erlangen haben ein Verfahren entwickelt, Wasserstoff in einer Flüssigkeit zu speichern, um das Gas dann leichter transportieren zu können.

"Ich bin stolz, dass die Erfindung aus Bayern kommt!"

Ilse Aigner (CSU), Bayerns Energieministerin

Wasserstoff sicher verpackt

Wasserstoff wird in Flüssigkeit gespeichert

Mit herkömmlichen Gasflaschen brauche man fünfmal mehr Lkw-Ladefläche als mit dem neuen Verfahren, so Firmenchef Daniel Teichmann. Außerdem sei es kostengünstiger, effektiver und energiesparender. Bei dem Prozess wird der Wasserstoff erst in einer ölähnlichen Flüssigkeit gespeichert. Dann wird das Wasserstoffgemisch zum Kunden transportiert. Mit einem patentierten Verfahren kann aus der Flüssigkeit wieder Wasserstoff gewonnen werden. Aus Wasserstoff kann dann wiederum Strom gewonnen werden. Das Gemisch ist zudem gefahrloser zu transportieren als herkömmliche Gasflaschen.

Uni-Projekt wird Start-Up

Wasserstoff in Flüssigkeit gespeichert

Der 32-jährige Firmenchef, der zusammen mit mehreren Professoren der Uni-Erlangen an dem Projekt arbeitete, hat inzwischen die Hydrogenious GmbH mit Sitz in Erlangen gegründet. 20 Mitarbeiter wurden inzwischen eingestellt und der Bedarf steigt weiter, so Teichmann. Auch für 2016 sieht der Firmenchef Potential: "Wir suchen händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften".

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Carl-D.A. Lewerenz, Samstag, 30.Januar, 14:04 Uhr

3. Wasserstoff verpackt in Marlotherm-Öl

Es sollte doch nicht der Eindruck entstehen, dass Wasserstoff in Gasform zu gefährlich ist. Wasserstoff in Gasform ist inzwischen so gut handhabbar, dass H2 ungefähr der Gefährlichkeit von Erdgas entspricht.
Dennoch könnte das Wasserstoff-beladene Marlotherm interessant sein für die Hausenergie-Versorgung von Gebäuden ohne Gas-Anschluss aber mit einem Öl-Tank. Nähere Informationen, auch zu den voraussichtlichen Kosten wären hoch-interessant.
Dezentrale Brennstoffzellen-basierte Heizungskeller-Stromerzeugung mit Nächstwärme-Nutzung wäre dann eine zusätzliche Perspektive für Klima-neutral erzeugten Wasserstoff.

Aldo Belloni, Freitag, 29.Januar, 19:43 Uhr

2. Hydrogenious

unglaublich
wie kann man schon wieder so was feiern
ein alter hut, total unwirtschaftlich und nicht grosstechnisch umsetzbar
wasserstoff soll wasserstoff bleiben
und selbst dann ist es es schwierig ein Euro zu verdienen
für Frau Aigner kann man so was vorfahren, sie hat sowieso keine Ahnung
aber warum die Uni Erlangen ?
hat es mit den ionischen Flüssigkeiten zu tun ? Wasserscheid ?
shame on you Erlangen

  • Antwort von Klugshitter, Samstag, 30.Januar, 01:32 Uhr

    Wissen Sie etwas darüber, dann tragen Sie das vor. Geben Sie nur vor etwas zu wissen, dann nehmen Sie sich zurück. Sonst wird's peinlich...

  • Antwort von Osterhase, Sonntag, 31.Januar, 15:46 Uhr

    Der Ansatz ist tatsächlich ein alter Hut, nachzulesen etwa hier: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/0360319983900678
    In den USA wurde die Forschung an diesem Konzept bereits wieder eingestellt, weil Konkurrenztechnologien aussichtsreicher sind. In beschäftigen sich auch aktuellen noch einige Gruppen mit dem Thema. Das Ganze als neuartige bayrische Erfindung darzustellen ist höchst unseriös.
    In der Trägerflüssigkeit können tatsächlich um die 6 Massenprozent an Wasserstoff sicher gespeichert werden, allerdings sind zahlreiche Prozessschritte erforderlich, um aus überschüssiger Energie Wasserstoff zu produzieren, diesen im Trägerstoff zu speichern, bei Energiebedarf wieder freizusetzen und schließlich den Wasserstoff wieder zu verstromen. Diese lange Prozesskette führt zu hoher Anlagenkomplexität, hohen Investitionskosten und einem miserablen Gesamtwirkungsgrad. Das heißt, von dem ursprünglich eingesetzten Überschussstrom bleiben am Ende nur noch wenige Prozent übrig.

  • Antwort von Besserwisser, Sonntag, 31.Januar, 17:24 Uhr

    Naja, die gleichen Vorbehalte hatte man auch mal gegen die Photovoltaik und Windenergie: Zu teuer, zu schlechter Wirkungsgrad etc. Dann wurde die Technik extrem subventioniert, die Forschung vorangetrieben und jetzt sind die einzelnen Anlagen zu erschwinglichen Preisen zu haben.

    Was den schlechten Wirkungsgrad angeht: Wirklich schlecht ist, wenn man Windkraftanlagen abschaltet, weil gerade das Netz überlastet ist. Wenn man aber stattdessen den "verlorenen" Strom in Wasserstoff umwandelt, dann kann man nur gewinnen.

Neugieriger, Freitag, 29.Januar, 15:33 Uhr

1. Super Artikel

Dran bleiben und mehr davon berichten, bitte!
Ist dieses Transportgemisch dann auch für ein Hausbrennstoff wie Brennstoffzellen nutzbar?
Umwandlung mit teuren Geräten oder wie funktioniert das dann?