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Nürnberg und Würzburg Bahn testet Hybridloks im Rangieralltag

Wenn es nach der Bahn geht, fahren Hybridfahrzeuge in Zukunft auch auf der Schiene. Die deutschlandweit ersten fünf Loks mit Elektro-Diesel-Kombiantrieb werden in Nürnberg und Würzburg getestet.

Von: Rainer Aul

Stand: 30.11.2016

Eine der Hybridloks in Nürnberg, an der Front stehen Hilmar Laug, Geschäftsleiter Produktion bei DB Regio Franken in Nürnberg (links), und Andreas Gehlhaar, Umweltchef bei der Deutschen Bahn | Bild: BR-Studio Franken/Nicole Schmitt

Am Mittwoch (30.11.16) stellte die Deutsche Bahn in Nürnberg die Technik der Hybridloks offiziell vor. Dabei handelt es sich um fünf Rangierlokomotiven, die bereits seit Anfang November unterwegs sind. In Nürnberg und Würzburg stellen sie auf den Rangierbahnhöfen Personenwaggons bereit.

Hybrid, nicht dieselelektrisch

Jeder der Loks bringt 950 PS auf die Schiene und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit vom 100 Stundenkilometern. Im Gegensatz zu den bei Lokomotiven seit langem verwendeten dieselelektrischen Antrieben, bei denen ein Dieselmotor direkt einen Elektromotor betreibt, lädt beim Hybridantrieb der Diesel nur einen Akku. Der wiederum bewegt per Elektromotor die Lok.

Bahn: 70 Prozent weniger Abgase, halb so viel Sprit

Blick in die Antriebssektion einer Hybridlok

Das Dieselaggregat werde nur eingeschaltet, wenn die Batteriespannung nicht mehr ausreiche, erläuterte Bahn-Umweltchef Andreas Gehlhaar. Nach Angaben der Bahn fahren die Loks zwischen 50 und 75 Prozent ihrer Einsatzzeit im Batteriebetrieb. Der Schadstoffausstoß der Rangierloks verringere sich damit um 70 Prozent im Vergleich zu reinen Dieselloks, der Spritverbrauch um 50 Prozent.

"Damit sparen allein diese fünf Lokomotiven jährlich 400 Tonnen CO₂, so viel wie 200 Pkw in einem Jahr ausstoßen."

Hilmar Laug, Geschäftsleiter Produktion der DB Regio Franken

Ziel der Tests ist nach Angaben der Bahn, mit den Hybrid-Rangierlokomotiven den umweltbelastenden Dieselausstoß in deutschen Personenbahnhöfen zu verringern. Davon sollen nicht nur am Bahnsteig wartende Fahrgäste profitieren, sondern auch Anwohner und die Lokführer selbst.

Der Testlauf ist Teil eines 10 Millionen Euro teuren Modellprojekts, das die Alltagstauglichkeit der von der Firma Alstom entwickelten Hybridloks unter Beweis stellen soll. Insgesamt 19 Unternehmen der Bahnbranche sind daran beteiligt. Das Land Bayern fördert das Projekt mit 675.000 Euro, 1,7 Millionen Euro kommen von der Deutschen Bahn.

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  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

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Turan Fettahoglu, Mittwoch, 30.November, 15:07 Uhr

1. Ein kleiner Schritt

Die neuen Hybridloks sind ein richtiger, aber kleiner Schritt für den Umweltschutz. Aber wo bleibt z.B. die Elektrifizierung von Fernstrecken, z.B. Nürnberg-Hof, Hof-Regensburg oder München-Lindau?

Klotzen statt kleckern!