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Nach Reichsbürger-Angriff Gedenkgottesdienst für getöteten Polizisten

Mit einem Gottesdienst in der Nürnberger Lorenzkirche haben 1.500 Trauergäste Abschied von dem 32-jährigen SEK-Beamten genommen, der bei der Razzia gegen einen "Reichsbürger" in Georgensgmünd erschossen worden war.

Von: Andreas Ebert

Stand: 29.10.2016

Zelebriert wurde der Gottesdienst in der Nürnberger Lorenzkirche von der evangelischen Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern zusammen mit dem katholischen Weihbischof Bernhard Haßlberger. An der Trauerfeier nahmen viele Kollegen, Freunde und die Familie des 32-jährigen Polizeihauptmeisters teil. Unter ihnen auch der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, der sich für die große Anteilnahme bedankte.

"Der Tod des Beamten macht unserer Gesellschaft schmerzlich bewusst, mit welchen Risiken und Gefahren der Polizeiberuf verbunden ist."

Innenminister Joachim Herrmann

Viele tragen sich in Kondolenzbuch ein

Herrmann forderte, konsequent gegen sogenannte "Reichsbürger" vor zu gehen und ihnen ihre Waffen abzunehmen. "Es erfüllt uns mit Trauer, jetzt vor dem Sarg zu stehen", so Herrmann. Vor der Lorenzkriche verfolgten viele Besucher die Trauerfeier über einen Lautsprecher, da die Kirche bis auf den letzten Platz belegt war. Ebenso groß war die Schlange vor einem Kondolenzbuch, in das sich die Trauernden eintragen konnten.

Trauerbeflaggung in ganz Bayern

Lorenzkirche in Nürnberg

Neben dem Landespolizeipräsidenten Wilhelm Schmidbauer und dem mittelfränkischen Polizeipräsidenten Johann Rast waren Abordnungen von Polizeiverbänden aus ganz Deutschland sowie aus dem benachbarten Ausland in Nürnberg anwesend. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte anlässlich des Gedenkgottesdienstes Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden angeordnet.

Schweigeminute der Einsatzkräfte

Zeitgleich zum Gottesdienstbeginn hatten diejenigen Polizeibeamten, die gerade im Dienst waren, eine Schweigeminute eingelegt. Dazu sollten sie an den Straßenrand fahren und das Blaulicht einschalten. Auch in Berlin nahmen Kollegen an der Schweigeminute teil.

Rückblick: Tödliche Schüsse in Georgensgmünd

Der 32-jährige Polizeibeamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) war von einem 49 Jahre alten, sogenannten "Reichsbürger" bei einer Razzia in Georgensgmünd (Lkr. Roth) erschossen worden. Hintergrund des Einsatzes war die Einziehung der Waffen und der Waffenerlaubnis, die der Mann nicht selbstständig abgeben wollte. Nach den bisherigen Ermittlungen eröffnete der selbsternannte "Reichsbürger" sofort das Feuer auf die Beamten, als diese die Wohnung betreten wollten. Bei den Schüssen war der SEK-Beamte aus Feucht (Lkr. Nürnberger Land) so schwer verletzt worden, dass er später im Krankenhaus starb. Drei weitere Polizisten erlitten Verletzungen. Der mutmaßliche Schütze sitzt unter anderem wegen Mordes in Untersuchungshaft.


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Boros Tamas, Sonntag, 30.Oktober, 15:38 Uhr

12. 7. Strategiewechsel

Bravo Dieter, exzelent richtige Antwort an Denninger. Kurz und bündig !!! :)

  • Antwort von Dieter, Sonntag, 30.Oktober, 18:16 Uhr

    Ja, danke Boros. Was anderes konnte man darauf kaum antworten. Zumindest sollte Kritik argumentiert werden. Schaffen eben nicht alle. Aber auch das sagt einiges aus.
    Bis dann...

Barbara, Sonntag, 30.Oktober, 13:05 Uhr

11. Es stellt sich hier doch die grundsätzliche Frage, warum so viele Bürger

in den Besitz von Waffen kommen!

  • Antwort von Waldmannderneue, Sonntag, 30.Oktober, 18:39 Uhr

    Von den normalen Bürgern die eine Legale Waffe besitzen, geht die wenigste Gefahr aus. Die Gefahr geht von illegalen Waffen aus von denen wahrscheinlich mehr als angemeldete Waffen in Umlauf sind. Auch Polizeibeamte haben damit schon Dummheiten gemacht.

  • Antwort von Realo Ost, Dienstag, 01.November, 21:26 Uhr

    Keine Bange, Barbara. Der Staat arbeitet bereits eifrig an der Entwaffnung der Wenigen, die sich noch verteidigen können. Und schraubt auch die Anforderungen hoch, damit ganz wenige Bürger sich noch eine Waffe zulegen können. Vielleicht glauben Sie ja daran, dass man sich mit Beten und Händchen halten gegen Salafisten und andere Gewalttäter verteidigen kann. Ich nicht. Ich finde es schrecklich, meine Familie nicht ausreichend vor Überfällen schützen zu können, wie das in anderen Ländern problemlos möglich ist.

  • Antwort von Renate E., Dienstag, 01.November, 21:37 Uhr

    So schlimm es auch in dem Fall ist. Und so traurig für die Angehörigen: In einem Einwanderungsland, zu dem Deutschland ja geworden ist, muss der Bürger die Chance erhalten, sich ausreichend verteidigen zu können. Denn der Staat hat hier schon genug versagt und wird zukünftig noch weniger Leute dafür abstellen können, um die Bürger zu beschützen. Schauen Sie mal nach Amerika. In Texas trägt man bereits wieder offen seine Waffe am Gürtel. Und gibt es da täglich Tote? In Kanada ist übrigens die Waffendichte am höchsten. Doch lebt man in diesem Land sehr friedlich miteinander. Der Sohn meines Nachbarn, seit 8 Jahren beruflich dort ansässig, hat berichtet, dass dort noch unverschlossene Haustüren vorzufinden sind. Obwohl jetzt weniger häufig, was ich hier aber nicht erläutern möchte (besser, kann).

Gaby Brückner, Sonntag, 30.Oktober, 10:55 Uhr

10. Daniels Abschied

Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo wir sind.

Boros Tamas, Sonntag, 30.Oktober, 08:24 Uhr

9. Gedekgottesdienst

Hallo Renate Künast, ich warte immer noch an dein Kommentar !!!

Erich, Samstag, 29.Oktober, 20:21 Uhr

8. Mein Beileid

den Angehörigen!

Nichts stirbt was in Erinnerung bleibt.