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Ausstellung in Nürnberg Staatsarchiv zeigt "Goldene Bulle" Kaiser Karls IV.

Im Staatsarchiv Nürnberg ist vom 4. bis zum 10. April eine Sonderausstellung mit einem ganz besonderen Ausstellungsstück geöffnet: dem Nürnberger Exemplar der "Goldenen Bulle" von Kaiser Karl IV.

Stand: 05.04.2016

Die "Goldene Bulle", das mit Wachs gesiegelte Reichsgrundgesetz aus dem Jahr 1356, ist die Attraktion der Sonderausstellung des Staatsarchives Nürnberg. Außerdem zu bestaunen sind acht Urkunden mit goldenen Bullen vom Krönungstag Kaiser Karls IV. und weitere Ausstellungsstücke, die die enge Verbindung des Kaisers zu Nürnberg zeigen.

Weitere Ausstellung "Karl IV. Prag/Nürnberg"

Kaiser Karl IV.

Der bayerische Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) betonte die Rolle von Karl IV. als politische Leitfigur im Europa seiner Zeit. Er nannte die Ausstellung im Nürnberger Staatsmuseum den Auftakt eines besonderes Jahres, denn auch die bayerisch-tschechische Landesausstellung mit dem Titel "Karl IV. Prag/Nürnberg" wird in den kommenden Monaten das Wirken des Kaisers in Erinnerung rufen. Die Nürnberger "Goldene Bulle" ist in diesem Rahmen auch kurze Zeit im Germanischen Nationalmuseum zu sehen.

"Für mich ist Karl IV. eine Leitfigur einer historisch gewachsenen Verbindung zwischen Bayern und Tschechien, ein Brückenbauer. Nürnberg stellte einen tragenden Pfeiler für den Brückenbau dar."

Ludwig Spaenle, Bayerns Wissenschaftsminister (CSU)

Stichwort: Goldene Bulle

Der lateinische Gesetzestext wurde von Kaiser Karl IV. im Jahr 1356 erlassen und gilt als wichtigstes "Grundgesetz" des Heiligen Römischen Reiches. Die ersten 23 Kapitel der Bulle wurden in Nürnberg erarbeitet und am 10. Januar 1356 auf dem dortigen Hoftag verkündet. Erstmals wurden darin unter anderem die Modalitäten der Wahl und der Krönung der römisch-deutschen Könige durch die sieben Kurfürsten schriftlich festgehalten.

Neben Aachen als Krönungsstadt und Frankfurt als Wahlstadt wird Nürnberg in der Goldenen Bulle ausdrücklich hervorgehoben: Der neugewählte König hatte seinen ersten Hoftag in der Reichsstadt abzuhalten. Das kaiserliche Rechtsbuch galt daraufhin bis zum Jahr 1806, dem Ende des alten Reiches.

UNESCO-Weltdokumentenerbe

Im Jahr 2013 erklärte die UNESCO die weltweit sieben Exemplare der "Goldenen Bulle" Kaiser Karls IV. zum Weltdokumentenerbe. Karl IV. wurde 1355 zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Er gilt als einer der beeindruckendsten Herrscher des ausgehenden Mittelalters.


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Sachsendreier, Donnerstag, 07.April, 11:59 Uhr

2. Was es doch noch Schönes zu sehen gibt!

Bitte passt sehr gut auf das kostbare Stück auf. Denn heutzutage ist absolut NIX mehr sicher...

Barbara, Dienstag, 05.April, 15:40 Uhr

1. Karl IV. hat im Jahre 1348 die Karls-Universität in Prag gegründet.

Sie ist neben der Sorbonne in Paris die älteste Universität von Europa.

  • Antwort von Karl von Luxemburg, Dienstag, 05.April, 23:30 Uhr

    Das stimmt leider nicht.
    Als älteste Universität Europas wird entweder die Medizinische Schule von Salerno, gegründet im 9. Jahrhundert, oder die Universität von Bologna, gegründet um 1100, angesehen. Knapp danach folgte Oxford (auch um 1100), dann Paris (um 1150), Vicenza (1204-1209), Cambridge (1209), Palencia (1212-1250), Salamanca (1218), Montpellier (1220), Padua (1222), Neapel (1224), Toulouse (1229), Siena (1240), Lissabon (1288), Lleida (1301), Avignon (1303), Rom (1303), Orléans (1306), Perugia (1308), Angers (1337), Grenoble (1339), Pisa (1343), Valladolid (1346) und schließlich Prag als älteste "deutsche" Universität am 7. April 1348 durch Karl als Karl I., König von Böhmen, bzw. als römisch-deutscher König Karl IV. (Karl wurde erst am 5. April 1355 zum römisch-deutschen Kaiser Karl IV. gekrönt).
    Grüße

  • Antwort von Barbara, Mittwoch, 06.April, 16:05 Uhr

    Mir ging es darum, zu sagen, daß die Prager Karls-Universität zu den ältesten Universitäten im deutschsprachigen Raum zählt! Selbstvreständlich gab es z. B. in Italien etc. auch schon die von Ihnen genannten Universitäten! Dort sehen sie zuweilen aus wie Opernhäuser!