0

Klage gegen Ex-Vorstände GfK fordert Schadensersatz

Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK fordert Schadensersatz von zwei Ex-Managern. Sie sollen bei der GfK in der Türkei ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Eine erste Verhandlung hat offenbar bereits stattgefunden.

Stand: 01.03.2016

Gfk-Gebäude | Bild: picture-alliance/dpa

Angeklagt sind der Ex-Vorstandsvorsitzende Klaus Wübbenhorst und der ehemalige Finanzvorstand Christian Weller von Ahlefeld, teilte die GfK am Dienstag (01.03.16) mit. Das Unternehmen fordert Schadensersatz, weil die beiden Ex-Manager ihre gesetzlichen Aufsichts- und Sorgfaltspflichten verletzt haben sollen. Eine erste mündliche Verhandlung am Landgericht Nürnberg-Fürth habe bereits stattgefunden.

"Vorwürfe unberechtigt"

Wübbenhorst bestätigte die juristische Auseinandersetzung, wies die Anschuldigungen allerdings zurück. "Meine Berater sind nach umfangreicher und sorgfältiger Prüfung des Sachverhalts der nachdrücklichen Auffassung, dass die Vorwürfe, die die GfK gegen mich erhebt, unberechtigt sind", erklärte der Ex-Vorstandschef.

1992 war Wübbenhorst Finanzvorstand der damals praktisch zahlungsunfähigen GfK geworden. Er sanierte das Unternehmen, wurde später Vorstandsvorsitzender und brachte die GfK 1999 an die Börse. Die angeblichen Unregelmäßigkeiten sollen sich in Wübbenhorsts Zeit in der Türkei ereignet haben. Damals war er der zuständige Vorstand und Vorsitzender des Verwaltungsrats der GfK Türkei. 2012 verließ er das Unternehmen.

Ermittlungen seit 2012

Der Aufsichtsrat sehe sich gezwungen, Ersatz für die Schäden geltend zu machen, die dem Unternehmen durch die beklagten Ex-Vorstandsmitglieder entstanden seien, erklärte der GfK-Aufsichtsratsvorsitzende Arno Mahlert die Klagen. Entsprechende Ermittlungen habe der aktuelle Vorstand bereits 2012 eingeleitet.

In diesem Jahr hatte eine einmalige Rückstellung für die Vorfälle das Ergebnis der GfK mit rund 21 Millionen Euro belastet. Damals hieß es, dass der Konzern vom ehemaligen lokalen Management in der Türkei über mehrere Jahre hinweg betrogen worden sei. Außerdem seien Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen worden.

Sendungsinfo

  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

Alle Regionen

Regionen Bayerns Region Unterfranken auswählen Region Mittelfranken auswählen Region Oberfranken auswählen Region Oberpfalz auswählen Region Niederbayern auswählen Region Oberbayern auswählen Region Schwaben auswählen

0