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Katar, Russland und der Ball Kongress zu Fußball und Menschenrechten in Nürnberg

Die Deutsche Akademie für Fußballkultur in Nürnberg diskutiert über Fußball und Menschenrechte. Ein Thema: die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen der Fußball-WM in Katar – die sich wohl nicht stoppen lässt.

Stand: 16.01.2016

Menschenrechtskongress der Deutschen Akademie für Fußballkultur in Nürnberg: Mark Pieth, Claudia Roth, Jörg Jakob, Sylvia Schenk, Helmut Spahn | Bild: BR-Studio Franken/Lutz Bäucker

Den Auftakt zu dem zweitägigen Kongress der Deutschen Akademie für Fußballkultur in Nürnberg bildete eine hochkarätig besetzte Diskussion im Historischen Rathaussaal mit dem Titel "Baustelle Menschenrechte: Die Fußball-Weltmeisterschaften in Russland und Katar". Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Fußball-WM 2022 mit großer Wahrscheinlichkeit in Katar stattfinden wird. Es gibt keine rechtliche Möglichkeit, den Kataris das WM-Turnier wieder zu entziehen, so die Erkenntnis von Strafrechtsprofessor Mark Pieth aus Basel, der von 2011-2013 die Reformkommission der FIFA leitete.

Expertin: Arbeiter nicht im Stich lassen

WM-Baustelle in Katar

Das Turnier in der Wüste soll nach Meinung der Experten aber nicht einfach hingenommen werden: Sylvia Schenk, prominente Katar-Kritikerin von Transparency Deutschland, will die WM als Chance nutzen, dem Herrscherhaus am Golf die Grenzen aufzuzeigen und den rund 1,6 Millionen Migranten-Arbeitern zu mehr Rechten und besseren Arbeitsbedingungen zu verhelfen.

Ein Entzug der WM hieße, die Arbeiter in der Wüste im Stich zu lassen, so Schenk. Sie forderte außerdem von den deutschen und internationalen Firmen, die im Emirat seit Jahren gute Geschäfte machen, mehr Verantwortung für ihre Arbeiter zu übernehmen.

Sportfunktionäre und Politiker

Rund 300 Zuhörer verfolgten die Diskussion im historischen Rathaussaal.

Der deutscher Fußballsicherheitsexperte Helmut Spahn, der seit mehr als vier Jahren im Doha tätig ist, zeigte sich optimistisch: das wird eine gute WM 2022 – vor allem für die Fans. Kurze Wege, optimale Temperaturen und gute Logistik werden das Turnier in der Wüste zum positiven Fan-Erlebnis machen, so der Generaldirektor des International Centre für Sport Security aus Katar.

Auch Spahn verlangt aber von Politik und Wirtschaft in Deutschland mehr Engagement in Sachen Menschenrechte. Auf dem Podium saßen außerdem der ehemalige Leiter der FIFA-Reformkommission, Mark Pieth und die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth (Die Grünen). 

Großes Interesse

Der Diskussion um den richtigen Umgang mit Menschenrechten im milliardenschweren Fußballgeschäft in Nürnberg folgten mehr als 300 Zuhörer. Die neunten Nürnberger Gespräche zur Fußballkultur finden in der Jugendherberge neben der Kaiserburg statt. Der Kongress am Samstag ist allerdings nur für Fachbesucher geöffnet.


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sympathie träger, Samstag, 16.Januar, 19:24 Uhr

4.

wenn keiner diese wm anschaut und hingeht , dann wird sich was ändern . reden wird an der sache sicherlich nichts ändern . da kommen nur wieder leute zu wort die in den medien present sein wollen , aber komplett überflüssig sind . siehe fr.roth .

georg, Samstag, 16.Januar, 15:50 Uhr

3. Kongress für die Katz

Es ist zweifelsfrei eine Schande, dass der FC Bayern nach Katar ins Trainingslager fährt.
Möglicherweise ist der FC Bayern ja nicht ganz freiwillig in Katar. Die Scheichs haben sicherlich nicht nur mit Hoeneß,
Rummenigge, Beckenbauer und Co. den einen oder anderen Deal zu den verschiedenen WM - Vergaben gemacht,
von denen diese verurteilten schwarzen Schafe des FC Bayern heute lieber Abstand gehalten hätten. Namentlich bei
Hoeneß aber auch bei den anderen Amigos käme ein weiterer Skandal extrem ungünstig.
Da ist es schon das kleinere Übel, die Mannschaft ins Trainingslager nach Katar zu schicken wenn es auch Sammer sichtbar
peinlich ist immer die gleichen "Argumente" vor zu beten.
Nicht nur die genannten werden aus diesem Grund still halten und auch die WM in Russland und Katar abhalten.
Die Deutsche Akademie für Fußballkultur sollte, wenn sie den unabhängig ist auch entsprechend kritisch auftreten, sonst ist sie
ihr Geld nicht wert.

Udo Pablitschko, Freitag, 15.Januar, 13:34 Uhr

2. "Fußballkultur" ?


Wow, "Akademie für Fußball-Kultur" ! Sowas gibts?

Und wer bezahlt diese "Akademiker" ? Der FC Bayern vielleicht ? Der Steuerzahler ? Haben die auch ein repräsentatives Gebäude ?

Gibts da auch eine Abteilung zur Eindämmung des Hooligan-Wahnsinns?

Fragen über Fragen ! Alles sehr "geheimnissvoll" !

dildoldi, Freitag, 15.Januar, 12:54 Uhr

1. Kongress in Nürnberg...

Was soll diese Geldverschwendung ? Wozu wird über Dinge dikutiert, die längst entschieden sind ? Oder werden aufgrund des Diskussionsergebnisses die WMs abgesagt ? Ich habe jedenfalls nicht gehört, dass in Rußland die Bauarbeiter reihenweise aufgrund der Arbeitsbedingungen zu Tode gekommen wären. Und warum ist eigentlich kein russischer Vertreter bei dieser Diskussion mit dabei ? Außerdem : seit wann sind "Menschenrechte" ein Kriterium ? Dann definiere man diesen Begriff mal verbindlich ! Warum ist der Staat mit den vollsten Gefängnissen auf dieser Welt ( wer mag das wohl sein, kleiner Tip, fängt mit u an, hört mit sa auf ), relativ wie absolut, bei Menschenrechten generell kein Thema ? Bitte heuchelt doch woanders !

MfG