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Fürth Birken an Gedenkstätte beschädigt – Zeugen gesucht

Drei der vier Birken an einer Gedenkstätte für zwei Opfer des NS-Regimes sind so stark beschädigt worden, dass sie wahrscheinlich gefällt werden müssen. Die Stadt Fürth beziffert den Schaden auf rund 18.000 Euro.

Von: Anja Bühling

Stand: 04.08.2017

Symbolbild: Polizeibeamte in Uniform mit Wappen der Polizei Bayern. | Bild: picture-alliance/dpa/Andreas Reimund

Die Bäume stehen an der Gedenkstätte für Rudolf Benario und Ernst Goldmann. Wie das Presseamt der Stadt Fürth mitteilt, wurden die Bäume schon in den 1920er-Jahren gepflanzt. Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) nennt die Tat ein "abscheuliches Verbrechen am Gedenken der Nazi-Opfer und an der Natur".

Polizei sucht Zeugen

Nach Angaben der Polizei hatte ein Zeuge gegen 3.45 Uhr die Fürther Polizei verständigt, weil er Sägegeräusche an der Uferpromenade gehört hatte. Außerdem habe er auch zwei Personen dort gesehen. Die eintreffenden Beamten fanden die drei angesägten Birken vor. Sie leiteten eine Fahndung ein, die bisher erfolglos blieb. Deshalb bittet die Polizei Zeugen, die zur Tatzeit Verdächtiges wahrgenommen haben, sich unter der Telefonnummer 0911 / 21 12 33 33 zu melden.

Schmierereien und Verunstaltungen

Rudolf Benario

Immer wieder ist die Gedenkstätte in den vergangenen Jahren stark beschädigt worden. So wurde die 2007 angebrachte Gedenktafel, schon öfter "beschmiert und mit einem Hakenkreuz verunstaltet", so Susanne Kramer von der Stadt Fürth. Deshalb wurde sie am 12. April 2017, dem Gedenktag für Benario, erneuert. Doch auch diese Tafel wurde gestohlen. Zudem wurden auch die Bäume schon mehrmals beschädigt. Die Kommunisten Rudolf Benario und Ernst Jakob Goldmann wurden am 12. April 1933 im KZ in Dachau ermordet und zählen zu den ersten Opfern des NS-Terrors in Fürth.


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