71

Eklat bei Playmobil Mit Handzetteln gegen Gewerkschaft?

Die IG Metall erhebt schwere Vorwürfe gegen Geobra Brandstätter, den Hersteller der weltbekannten Playmobil-Figuren. Im Werk Dietenhofen waren Handzettel gegen die Gewerkschaft aufgetaucht. Playmobil zeigt sich unschuldig.

Von: Andreas Schuster

Stand: 26.02.2016

Das Unternehmen und die Unternehmensleitung hätten damit nichts zu tun, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Stattdessen seien die Flugblätter "von ehemaligen Betriebsratsmitgliedern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erstellt und verteilt worden, die auf diese Weise ihre Meinung zum Ausdruck bringen wollten".

AEG, Metz und Grundig auf sinkendem Schiff

Text auf dem verteilten Handzettel

Das Flugblatt, das dem Studio Franken des Bayerischen Rundfunks vorliegt, zeigt ein sinkendes Playmobil-Schiff unter der Flagge der IG Metall. Auf dem Segel sind die Logos von AEG, Metz, Grundig und MAN zu sehen. Firmen, die in der Vergangenheit in große Probleme geraten waren. Daneben schwimmt ein seetüchtiges Spielzeugschiff mit Playmobil-Logo. Außerdem ist auf dem Flugblatt unter anderem zu lesen: "Die IG-Metall hat schon einige Schiffe absaufen lassen, trotz Tarifvertrag und einer Schatztruhe voller Mitgliedsbeiträge".

"Unter der Gürtellinie"

Ein Urheber ist nicht genannt. Ziel der Flugblätter ist es nach Einschätzung von Reiner Gehring, dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall, zu verhindern dass sich Mitarbeiter bei der Gewerkschaft engagieren. Das gehe eindeutig "unter die Gürtellinie", so Gehring. Laut dem Gewerkschafter war die frühere Betriebsratsvorsitzende, seinen Informationen zufolge, an der Verteilung der Flugblätter beteiligt. Ihr wirft der Gewerkschafter vor, keine Arbeitnehmerinteressen zu vertreten und lediglich ein "Erfüllungsgehilfe" der Geschäftsführung zu sein.

Systematische Einschüchterung

Auch den Hersteller der Playmobil-Figuren selbst bzw. die Unternehmensführung greift Gehring an. "Ich gehe davon aus, dass sie zumindest davon wussten", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Hintergrund des Streits zwischen der IG Metall und Geobra Brandstätter ist unter anderem eine Betriebsratswahl, die wiederholt werden muss. Darüber hatte zuletzt sogar das Bundesarbeitsgericht entschieden und der IG Metall Recht gegeben. Die Gewerkschaft wirft Playmobil vor, Mitarbeiter systematisch einzuschüchtern.

Das Unternehmen mit weltweit 4.100 Beschäftigten hat an seinen Standorten in Zirndorf, Dietenhofen, Herrieden und Selb keinen Tarifvertrag.

Sendungsinfo

Alle Regionen

Regionen Bayerns Region Unterfranken auswählen Region Mittelfranken auswählen Region Oberfranken auswählen Region Oberpfalz auswählen Region Niederbayern auswählen Region Oberbayern auswählen Region Schwaben auswählen

71

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Feosch, Donnerstag, 07.April, 16:08 Uhr

13. Dummes gelaber und Private Krieg gegen die Chefs

Sind nur 2 die ihren Krieg gegen unsere Firma führen. Solche brauch ICH nicht. Alles andere dummes Gewafe sollen die Leute froh sein das die Affen nen Job haben. Mibbing bla bla. Wenn der Horst noch da wäre. ALTER weg mit dem IGM scheiß

  • Antwort von Hardy Riedel, Donnerstag, 19.Mai, 13:18 Uhr

    Wie sieht das mit der Deutschen Sprache bei Dir aus?

Bettina Weise, Dienstag, 01.März, 19:32 Uhr

12. Bin ein großer Lechuza-Fan! Traurig!

Selbst ich als weit entfernter Klein-Endkunde merkte, dass seit dem Tod des Patriarchen irgendetwas nicht stimmte. Mit der Produktion der neuen Sparte "Möbel" passiert ja gar nichts mehr. Da dachte ich, na ja.....es muss sich schließlich alles erst einmal neu regeln. Bis heute jedoch passierte fast gar nichts mehr. Mein Bauchgefühl gab mir recht, als ich die Nachrichten gelesen habe.

Ich habe keine Ahnung, was da abläuft und kann mich deswegen auch nur pauschal äußern: "Klappt denn heute gar nichts mehr, wenn der "Leithammel"
weg ist? Bringt endlich alles so schnell wie möglich in Ordnung, sonst leitet noch die Produktion darunter und die Stamm-Kunden werden weniger! Dann ist niemanden geholfen.

Und es existieren so viele Firmen besser ohne Gewerkschaft als mit!

  • Antwort von Lechuza Insider, Freitag, 04.März, 19:39 Uhr

    Liebe Bettina,

    die Sparte Möbel hat Herr Brandstätter noch vor seinem Tod erfolgreich auf Kurs gebracht und ist auch seit 15. Jänner 2016 überall erhältlich. Auch gibt es dieses Jahr wieder viele tolle Neuheiten bei Lechuza, welche die Produktserie gut abrunden. Einfach mal in ein Gartencenter Ihres Vertrauens gehen und dort ein neues Prospekt von 2016 mitnehmen oder alternativ auf der Lechuza Homepage nachsehen.

Hardy Riedel, Dienstag, 01.März, 12:55 Uhr

11. hier meldet sich ein Betroffener

Einfach mal "Im Playmobland" googlen. unter dem Kapitel "Furioses Ende eines Arbeitsverhältnisses" findet man eine eidesstattliche Erklärung jener Frau B.. Deren Wert darf jeder selbst einschätzen.Allerdings muss man bedenken, dass Inhalte eines 6 Augen Gesprächs (Hardy R., Betriebsarzt Dr. F. und Betriebsratsvorsitzende Frau B.) der Geschäftsleitung bekannt wurden und diese den völlig verfälschten Inhalt jenes Gesprächs als Grund nahm und nannte, um den Mitarbeiter Hardy R. fristlos zu entlassen.
Allerdings glaube ich nicht, dass sich in diesem Land noch irgendetwas zum Besseren wenden wird. In diesem Land gilt allweil das "Florians Prinzip" Diese Erfahrung habe ich leider machen müssen. "Shitstorm"!? Fehlanzeige!

Semmelmann Juri, Samstag, 27.Februar, 00:07 Uhr

10. 4100 !

Also rudern 4100 Sklaven auf dem Playmobilschiff rum ? Wenn mobbing und Einschüchterung regieren kann keiner über Bord springen ? Nur die Richtigen Leute können die Leute die leiden befreien ? Also mal ehrlich wer "angeblich"unter solchen Umständen arbeitet und nicht geht dem ist auch mit der IG Metall nicht zu helfen.Irgendwie schmeckt mir das Aufgetischte der IGM ziemlichbitter denn gerade poltern gehört ja da zum Tagesgeschäft . Ich wünsche Alle Beteiligten eine friedliche Einigung denn Brandstäter ist eine gute Marke mit einen guten Standort in Deutschland !

IGM - Fragwürdiger Verein, Freitag, 26.Februar, 22:05 Uhr

9. Bla bla und nix dahinter

Das es bei Playmobil anscheinend drunter und drüber geht ist nicht schön zu hören, auch die Tatsache das es eher einen Betriebsverrat gibt als einen Betriebsrat.

Aber auf die Organisation IGM zu hoffen ist ebenso absurd, ich habe Glück in einer großen renomierten Firma zu arbeiten (600Mitarbeiter), allerdings laufen hier auch alle Dinge schief und wenn man sich an die Gewerkschaft wendet passiert nichts, um sein Arbeitsrecht muss man sich selber kümmern und einen entsprechenden Rechtsschutz abschließen, alle Prozesse meiner Kollegen wurden gewonnen. Und der IGM Fuzzi erzählt dann seine Geschichten auf der Betriebsversammlung als wäre alles super...

Ich kann nur empfehlen nicht einzutreten, auf Rechtsbeistand kann man nicht hoffen.
Die IGM verdient ihr Geld durch die Beiträge, das sollte jedem klar sein.

Die Lohnerhöhungen sind vorher schon abgekartet, das mit den Streiks ist nur Show.

  • Antwort von dildoldi, Samstag, 27.Februar, 04:46 Uhr

    100% Zustimmung ! Habe ähnliches erlebt, zwar nicht mit IGM sondern Verdi, ist aber Jacke wie Hose. Leider sind in unserer entsolidarisierten, auf individuell getrimmten Gesellschaft auch die Gewerkschaften, die heute nötiger wären denn je, von Karrieristentypen okkupiert, denen es nur um die eigene Entwicklung geht, zur Not eben auf Kosten derer, deren Interessen er/sie eigentlich vertreten sollte. Abhilfe ist leider weit und breit nicht in Sicht, sollte es aber mal irgendwo eine wirkliche Arbeitervertretung schaffen, echte Interessen ihrer Mitglieder zu verwirklichen, braucht man auf den universellen Shitstorm nicht lange zu warten. Bestes Beispiel : GdL / Wesselsky.

    MfG