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Flüchtlingsprotest 100 Asylbewerber demonstrieren in Nürnberg

Knapp 100 Flüchtlinge haben vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg protestiert. Sie wollten damit auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam machen – und fordern ein Umdenken in der deutschen Asylpolitik.

Stand: 17.08.2015

Die Männer und Frauen kommen aus dem Iran, Afghanistan, Syrien und Äthiopien. Mit Transparenten mit der Aufschrift "Kein Spiel mit den Flüchtlingen" und mit Ansprachen forderten sie unter anderem eine schnellere Abwicklung der Asylanträge und bessere Bedingungen in Deutschland. Immer wieder riefen die Flüchtlinge: "Abschiebung – Abschaffen. Flüchtlingslager – Abschaffen. Arbeitsverbot – Abschaffen." Auf weiteren Plakaten hieß es: "Diktatorische Länder → direkt sterben. Demokratisches Deutschland → qualvoll sterben".

Die Flüchtlinge aus Äthiopien kritisierten zudem, dass ihnen vorgeworfen werde, sie seien aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland gekommen.

"Wir sind aus politischem Grund hier und werden in unserer Heimat verfolgt."

Ein Flüchtling bei der Demo

Ein Mitarbeiter des Bundesamtes hörte sich die Forderungen der Demonstranten an. Ein Brief, den eine Gruppe Flüchtlinge an den Präsidenten des BAMF geschrieben hatte, werde bearbeitet, sicherte der Mitarbeiter zu.

"Seit Jahren können wir uns nicht frei entwickeln, wir werden als Schmarotzer abgestempelt und als Menschen dritter Klasse behandelt."

Flüchtlinge in einem Schreiben an Manfred Schmidt, den Präsidenten des BAMF

Ewiges Warten auf eine Entscheidung

Einer der Flüchtlinge, ein im Iran mit dem Tod bedrohter Christ, warte seit fünf Jahren auf eine Entscheidung, ob er in Deutschland bleiben könne oder nicht – heißt es in dem Brief weiter.

"Wenn ich zurückkehre, bin ich in einer Minute tot. Hier sterbe ich langsam, das ist der Unterschied."

Iranischer Flüchtling

Ein weiterer Flüchtling auf der Demo in Nürnberg berichtete davon, dass sein Verfahren inzwischen mehr als zwei Jahre laufe. Die Bedingungen in den Flüchtlingsunterkünften seien teilweise menschenunwürdig. Selbst Flüchtlinge, die aus Kriegsgebieten geflohen seien, würden oft nur geduldet und müssten täglich mit ihrer Abschiebung rechnen, sagte Markus Schuler von der Initiative "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen".

"Diese jungen Menschen haben ein Arbeitsverbot und keine Perspektive."

Markus Schuler von der Initiative 'Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen'

Schlaflosigkeit und Depressionen

Die ständige Angst vor der Abschiebung habe einige Flüchtlinge krank gemacht, sie litten unter Schlaflosigkeit und Depressionen, kritisiert derweil der Bayerische Flüchtlingsrat. Es müsse daher endlich Schluss sein mit der langen Bearbeitungszeit der Asylanträge. Nach Angaben der Polizei verlief die Demo mit knapp 100 Flüchtlingen friedlich.

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Mensch, Dienstag, 18.August, 08:24 Uhr

31. Gutmensch

Hallo Gutmensch,
Nur weil ich mir Deutschland in 50 Jahren vorstellen kann, bin ich nicht schlecht!!!

Karl Friedrich, Dienstag, 18.August, 06:40 Uhr

30. Das kann ja nicht wahr sein

ich zitiere altkanzler schmidt "wem es in deutschland nicht passt, der kann ruhig wieder gehen."
es ist eine unverschämtheit sich im gastland so zu benehmen, kein deutscher kann für die situation der flüchtlinge etwas dafür.
unser land gibt sein bestes und diese personen sind nicht damit zufrieden das sie in unserem land, auf unsere kosten aufgenommen werden.

Detlef Schönfeld, Dienstag, 18.August, 03:19 Uhr

29. Demo Nürnberg

Was bilden sich diese Menschen eigentlich ein? Fallen wie Invasoren in unser Land ein, fragen nicht, ob wir sie überhaupt hier haben wollen und stellen dann
auch noch Forderungen. Frechheit ! Wenn es ihnen in Deutschland nicht passt, können sie gern in ein anderes Land gehen.

Paule, Dienstag, 18.August, 02:15 Uhr

28.

Es ist ein menschliche Tragödie, die sich da abspielt. Das so viele Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen. Das da Krieg herrscht und diese Menschen verfolgt werden. Trotz alle dem ist ein Änderung der Asylpolitik keine Lösung ! Man muss die Ursachen dieser Konflikte in diesen Ländern verstehen und bekämpfen, so dass diese Menschen wieder in Ihre Heimat wieder zurück kehren können und sich eine eigene Lebenswerte Zukunft aufbauen können. Die Ursachen liegen nicht nur darin, dass die Regierung gestürzt worden ist ( Naher Osten ) sondern auch um skrupellose Geschäftemacherei der Großunternehmen, Banken und Politik der EU. Freihandelsabkommen mit den Afrikanischen Staaten. Kenia wurde sogar dazu gezwungen. Meiner Meinung nach liegt die Verantwortung dieser Konflikt in diesen Ländern, einzig und allein in den Händen der Verursacher. Stichwort Bodenschätze, Freihandelsabkommen EPA, Trinkwasser Aufteilung Naher Osten, Börsenspekulationen taktisch wichtige NATO- Stützpunkte.

Wanda, Dienstag, 18.August, 00:48 Uhr

27. Eigeninitiative ?

- tut mir leid, die Handschrift ist unübersehbar: von Gutmenschen gesteuert...