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Kabinett in Feuchtwangen Nürnberg soll eigene Universität bekommen

Bei der Kabinettssitzung in Feuchtwangen hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) mitgeteilt, den Hochschulstandort Nürnberg noch weiter aufzuwerten. Statt nur eine "universitäre Einrichtung" soll Nürnberg möglichst eine eigenständige Universität erhalten.

Stand: 18.05.2017

Die Hochschuleinrichtung mit Technik-Schwerpunkt in Nürnberg soll 5.000 bis 6.000 Studierenden einen Studienplatz bieten. Ein Konzept soll in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Hochschuleinrichtungen, den betroffenen Kommunen sowie der in der Region ansässigen Wirtschaft entwickelt werden, kündigte das Kabinett an. Das Milliardenprojekt soll noch vor dem Jahr 2030 realisiert werden.

"In den letzten Wochen und vor allem heute hat sich noch stärker herauskristallisiert, dass wir in Nürnberg eine Universität wollen und dass das Bayerische Kabinett alle Anstrengungen unternehmen wird, dass es auch zu einer eigenständigen Universität in Nürnberg kommt."

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)

Erlangen soll dabei keinen Nachteil erleiden, sondern ebenfalls gefördert werden, sagte Seehofer weiter. Die Stärkung des Hochschulstandorts sein ein wichtiges Signal, um Mittelfranken zu einem Zukunftsstandort zu entwickeln. Im Nürnberger Rathaus herrschte nach der Ankündigung einer eigenständigen Universität für Nürnberg große Freude: Die Entscheidung stärke Nürnbergs Zukunft als Wissenschafts- und Technologiestandort, sagte Wirtschaftsreferent Michael Fraas dem Bayerischen Rundfunk. Es sei eine gute Entscheidung und er habe "gedankliche Luftsprünge gemacht", so Fraas. Das Bekenntnis des Kabinetts in Feuchtwangen nimmt der Wirtschaftsreferent deshalb beim Wort.

"Klarer geht es nicht. Damit ist eine Grundsatzentscheidung gefallen, jetzt kommt es auf die Umsetzung an."

Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg

Wichtig sei es nun, dass am Standort Nürnberg nicht etwas bereits Bestehendes dupliziert werde, sondern eine Einrichtung mit Alleinstellungsmerkmal geschaffen werde. Es solle ein wissenschaftlicher Leuchtturm für ganz Bayern errichtet werden, so Fraas. Eine problematische Konkurrenz zur Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) oder der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm sieht Fraas demnach nicht: Auch in München kooperierten schließlich zwei Universitäten miteinander.

"Schöne Nachricht für Nürnberg"

Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) erklärte in einer ersten schriftlichen Reaktion: "Das ist eine sehr schöne Nachricht für unsere Stadt, über die man sich nur freuen kann. Mit der heutigen Entscheidung des Ministerpräsidenten und des Bayerischen Kabinetts ist eine Reihe von offenen Fragen, die in den vergangenen Wochen noch im Raum standen, geklärt." Die Stadt werde gemeinsam mit dem Freistaat Bayern mit voller Kraft daran arbeiten, dass in Nürnberg in absehbarer Zeit eine eigene Universität geschaffen wird.

Schmitt-Bussinger fordert Landtagsbeschluss

Die Nürnberger Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger (SPD) hat in einem Dringlichkeitsantrag einen Beschluss des Landtages zur eigenständigen Universität in Nürnberg gefordert. Nun seien "Nägel mit Köpfen" zu machen, so Schmitt-Bussinger, die Mitglied im Hochschulausschuss ist.

"Ich habe nun beantragt, dass der Bayerische Landtag dieses Ansinnen der Staatsregierung formal beschließt, damit zeitnah mit den konkreten Planungen begonnen werden kann."

Helga Schmitt-Bussinger, SPD-Landtagsabgeordnete

Laut Dringlichkeitsantrag sollen die ersten Konzeptionen im zuständigen Ausschuss des Landtages vorgestellt und diskutiert werden, schreibt Schmitt-Bussinger in einer Pressemitteilung. Die Realisierung solle kritisch begleitet werden.


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