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Nach Pegida-Auftritten Trauerredner Ernst Cran von Ämtern enthoben

Wegen Auftritten bei Pegida hat der Berufsverband der Trauerredner den freiberuflichen Nürnberger Redner Ernst Cran von seinen Vorstandsämtern enthoben. Nach heftiger Kritik hatte Cran seinen Rücktritt selbst angeboten.

Stand: 25.01.2016

Ex-Pfarrer Ernst Cran hetzt gegen Flüchtlinge | Bild: BR

Der Vorstand der "Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier" habe bei einer Sitzung am Wochenende sein Rücktrittsangebot angenommen, berichtete Ernst Cran dem Bayerischen Rundfunk. Cran war in die Kritik geraten, weil er bei mehreren Veranstaltungen von Pegida in Nürnberg und Dresden als Redner aufgetreten war.

Unheilvolle Verquickungen

Cran sagte, er habe mit seinem Rücktrittsangebot "etwaigen Schaden vom Berufsverband der Trauerredner abwenden wollen". Es gehe darum, unheilvolle Verquickungen von politischen Reden und dem, was der Berufsverband tue, zu vermeiden. Der 59-jährige Trauerredner gehörte dem Vorstand der "Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier" als Beisitzer sowie Presse- und Medienbeauftragter mehrere Jahre lang an.

Reden bei verschiedenen Feiern

Er studierte evangelische Theologie, wurde von der Kirche aber nicht für den Pfarrerberuf übernommen. Er bietet freiberuflich Reden bei Trauungen, Beerdigungen und Geburtsfeiern an.

"Es habe etliche Stimmen von Mitgliedern des Berufsverbandes gegeben, die das kritisch sehen."

Ernst Cran, Trauerredner

Der 59-Jährige ist nach eigenen Angaben noch nicht sicher, ob er seine politischen Reden weiterführen werde. Es gehe ihm um den "theologischen Blick" auf das Thema der sogenannten "Islamisierung" Deutschlands und "welchen Beitrag der Koran dazu leistet". Die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier vertritt nach eigenen Angaben etwa 90 Trauerredner.


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