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Dirndl-Flug-WM in Nürnberg Flugkunst mit Dirndl

Mutige Dirndl-Trägerinnen und -träger springen ins kalte Nass - ausgestattet mit Fächern, Perücken und bunten Sonnenbrillen. Bei der Dirndl-Flug-WM in Nürnberg war am Samstag fast alles erlaubt.

Stand: 03.09.2016

Eine Frau im Dirndl springt in einen See | Bild: picture-alliance/dpa/Franz Neumayr

Am Eingang zum Nürnberger Freibad sitzt eine Blaskapelle. Damen und Herren im Dirndl sind unterwegs. Pink, grün, beige, rot - eine bunte Farbpalette. Was wie ein Volksfest im Schwimmbad aussieht,entpuppt sich schnell als ein verwegener Wettbewerb: Die Dirndl-Flug-Weltmeisterschaft macht das erste Mal Station in Franken.

"Je schräger und origineller, desto besser."

Patrick Kraft, Veranstalter

Wer diese Diziplin wohl erfunden hat? Die Österreicher sagen: Sie waren es. Eine Damengesellschaft, die keine Badekleidung hatte sei angeblich mit Dirndl ins Wasser ist gegangen, sagt Veranstalter Patrick Kraft. Die Bayern sagen: Sie waren es. Eine Bäuerin war verschwitzt und wollte aber nicht nackt ins Wasser. Die Freibadbesucher sind begeistert.

"Auf die Dirndl, fertig, los!"

Dem Veranstalter geht vor allem um den Spaß: Das Ziel ist, möglichst lustig aus zwei Metern Höhe ins Wasser zu springen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Musik und kreative Accessoires sind gern gesehen. Eine Jury bewertet die Sprünge in den Kategorien Halltung, Sprung, Gestaltung und Aussehen. Kopfsprünge sind nicht erlaubt. Dem Gewinner winkt ein Reisegutschein in Höhe von 1.200 Euro.

"Bobbers" heißt eigentlich Christian: Seine Firma ist eine der Sponsoren der Veranstaltung. Deswegen war es ganz klar, dass er und seine Kollegin Franziska mit auf Sprungturm müssen. Als das Team an der Reihe ist, springt Franziska auf Christians Rücken und beide landen nicht besonders elegant im 22 Grad warmrn Wasser. Doch dem Publikum und der Jury gefällt es: Vier Mal gibt es die Höchstpunktzahl 6, einmal die Note 5. "Bobbers" freut sich: "Wir haben als einzige eine Slapstick-Einlage hingelegt!"

Die Jury schaut auch darauf, wie das Dirndl sitzt. Ob die Teilnehmer Accessoires wie Hut oder Schirm bei sich haben - und wie der Sprung am Ende aussieht. Clemens aus Schwabach und Steffi aus Nürnberg sind die letzten beiden Teilnehmer in Runde eins. Jetzt entscheidet sich, wer ins Finale springt. Steffi hat einen wahren Turm von Rokoko-Perücke auf dem Kopf, in der rechten Hand einen Fächer. "Es ist schon ein bisschen warm unter der Perücke", gesteht sie lachend. Clemens mit Badekappe auf dem Kopf und Schwimmflügel an den Armen will mit einem dreifachen Salto überzeugen. Trotzdem hofft er, nicht ins Finale zu kommen. Denn am späten Mittag hat der Schwabacher noch einen Termin: "Ab und zu trage ich auch gerne mal privat ein Dirndl!" Gewinnerin wurde dann übrigens eine "Gitti Glitter", alias Eva. Im grün-weiß karierten Dirndl.


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