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Flüchtlingsberatung in Bayern Diakonie fordert deutlich mehr Geld

Die bayerischen Migrationsberater für Flüchtlinge sind derzeit durch die Zahl der Anfragen völlig überfordert. Darauf weist die Diakonie Bayern hin. Sie fordert deutlich mehr Geld für die Betreuung und Integration von Flüchtlingen.

Stand: 09.09.2016

Flüchtlinge bei einem Beratungssespräch in Nürnberg | Bild: picture-alliance/dpa

Rechnerisch betreue jeder Mitarbeiter in der Migrationsberatung mehr als 300 und teilweise sogar bis zu 600 Fälle, sagte der zweite Vorstand der Diakonie Bayern, Tobias Mähner, am Freitag (09.09.2016) in Nürnberg. Dabei sei das Ziel der Bundesregierung ein Verhältnis von einem Betreuer zu 150 Fällen.

Integration darf nicht vergessen werden

Die Berater helfen Menschen nach der Anerkennung als Flüchtling bei der Suche nach Sprachkursen, Arbeit, Wohnung oder ärztlicher Versorgung sowie beim Thema Familiennachzug. Die Diakonie fordert, dass Land und Bund ihre Zuschüsse deutlich erhöhen. Die Politik dürfe nach dem ersten Schritt – der Registrierung und Anerkennung der Menschen – den zweiten – die Integration – nicht vergessen, sagte Diakonie-Chef Michael Bammessel.

"Leider aber reagiert die Politik unseres Erachtens an dieser Stelle viel zu lahm."

Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern

Aufstockung in Millionenhöhe gefordert

Für Erwachsene solle der Bund seine Mittel zunächst um 17 Millionen auf knapp 62 Millionen Euro aufstocken, fordert die Diakonie. Für die Beratung von Jugendlichen müsse es 18 Millionen Euro mehr geben und damit insgesamt 60 Millionen Euro. Auch der Freistaat müsse mehr Geld in die Hand nehmen. Und dies seien noch "moderate Forderungen", sagte Bammessel. Denn damit würde gerade einmal ein Betreuungsverhältnis von 1:250 geschaffen.

"Auf lange Sicht kommen wir jedoch um eine massive Erhöhung der Haushaltsmittel nicht herum."

Tobias Mähner, zweiter Vorstand der Diakonie Bayern

Wenn die Integration der Menschen misslinge, leide darunter vor allem die deutsche Gesellschaft, betonte Mähner.

Beratungsstellen überfordert

Auch Andrea Betz von der Inneren Mission in München berichtete, dass die Kapazitäten ihrer Kollegen bereits vollends erschöpft seien. Die Zahl der Fälle sei im vergangenen Jahr um ein Vierfaches gestiegen, allein in den vergangenen zwei Monaten seien 150 neue Fälle hinzugekommen.

"Wir können aber leider keine Termine mehr anbieten. Die Berater sind völlig überfordert."

Andrea Betz, Innere Mission in München

Wie Bammessel betonte, sei München zwar ein Brennpunkt, aber ähnliche Probleme gebe es im ganzen Land. Zudem gebe es in vielen Landkreisen nicht einmal eine Beratungsstelle, so der Chef der Diakonie.

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