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Die Datev wird 50 Vom kleinen Dienstleister zur riesigen IT-Firma

Angefangen hat sie mit zwei Mitarbeitern. Heute ist die Datev eine der größten europäischen IT-Firmen. Jeder vierte Beschäftigte in Deutschland bekommt von ihr die Lohnabrechnung. Nun wird die Genossenschaft 50.

Von: Dirk Kruse

Stand: 15.02.2016

1966, mitten im Wirtschaftswunder, wird die Datev von 65 Nürnberger Steuerberatern gegründet. Ihr Ziel ist es, Steuerkanzleien, Rechtsanwälten und Unternehmen die immer umfangreichere Buchhaltung leichter zu machen. Angefangen hat die Datev mit zwei Mitarbeitern, heute ist sie eine der größten europäischen IT-Firmen geworden – mit über 40.000 Mitgliedern und einem Rekordumsatz von 880 Millionen Euro im Jahr 2015, wie der scheidene Datev-Chef Dieter Kempf mitteilte. Kempf sieht mehrere Faktoren für den Erfolg.

"Ein Faktor ist sicherlich die Wirtschaftsform einer Genossenschaft. Der zweite ist, dass es uns über all die Jahre gelungen ist, den Bedarf unserer Mitgliedskunden, der freien Berufe Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, ganz gut zu treffen."

Dieter Kempf, Datev-Chef

Wechsel an der Spitze

Robert Mayr, der neue Datev-Chef

Bei dem Festakt im Nürnberger Staatstheater soll zugleich Kempf verabschiedet werden. Er leitete das Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren, Ende März geht er in Ruhestand. Seine Nachfolge übernimmt Robert Mayr, der bereits seit 2011 dem Vorstand des Softwarehauses angehört.

11 Millionen Lohnabrechnungen

6.780 Mitarbeiter beschäftigt die Datev zur Zeit, davon den Großteil in Nürnberg. Hundertausende von Firmen wickeln über die Datev ihre Buchhaltung und Teile des Zahlungsverkehrs ab. Und für rund elf Millionen Beschäftigte rechnet sie die Löhne und Gehälter aus. Das bedeutet bei 43,2 Millionen Beschäftigen in Deutschland: Rund jeder vierte Beschäftigte kommt beim Blick auf seinen Gehaltszettel mit der Datev in Berührung. Das Softwarehaus betreibt in Nürnberg mehrere Rechenzentren und einen IT-Campus für Software-Entwickler.

Die Datev in Zahlen

  • Alle Datev-Rechenzentren zusammen haben einen Speicherplatz von 47.4 Petabyte. Das entspricht dem Fassungsvermögen von mehr als zehn Millionen DVDs, die übereinandergestapelt einen über 120 Kilometer hohen Turm ergeben würden.
  • In den Rechenzentren der Nürnberger IT-Genossenschaft sind 363 Millionen Belege von Firmenkunden abgespeichert.
  • 101 Millionen Daten von Beschäftigten übermittelte die Datev im Jahr 2014 an die Sozialversicherungen. Für 11 Millionen Beschäftigte erstellt sie die monatlichen Lohn- und Gehaltsabrechnungen.
  • Pro Jahr wehren die Datev-Rechenzentren 2,2 Millionen Viren-Angriffe erfolgreich ab. Daneben werden 3,1 Millionen Spam-Mails blockiert.

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