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Biofach in Nürnberg Matcha, Mate, Superfood

In Nürnberg hat die Biofach begonnen, die weltweit größte Fachmesse für Biolebensmittel. Die Trends heuer: natürlich vegane Lebensmittel, daneben aber auch Bio-Energydrinks und sogenanntes Superfood.

Stand: 10.02.2016

Wie in den Jahren zuvor sind vegane Produkte der große Trend in der Bio-Branche. Bei der Ernährung frei von tierischen Lebensmitteln liegt bei der Biofach 2016 ein Schwerpunkt auf Convenience, also vorgefertigten Lebensmitteln wie veganen Burgern oder Sandwiches. Auch Energydrinks wie Mate-Schorlen oder Matcha-Getränke (aus gemahlenem Grünen Tee) sind ein Thema. Sie werden als Muntermacher aus der Natur präsentiert.

Weitere Trends auf der Biofach: Das sogenannte Superfood, das positive Auswirkungen auf die Gesundheit verspricht und Regionalität, auf die Verbraucher zunehmend Wert legen. Einen Schwerpunkt setzt die Biofach in diesem Jahr auf die "Außer-Haus-Verpflegung" mit Bio-Essen. Die Messe will Köche ansprechen, die in Kantinen, Restaurants und Schulküchen Essen zubereiten.

Infos zur Messe

Die Biofach sieht sich selbst als Weltleitmesse der Bio-Branche und läuft zusammen mit der Naturkosmetikmesse Vivaness vom 10. bis 13. Februar im Messezentrum Nürnberg. Erwartet werden 2.544 Aussteller aus 77 Ländern. Beide Messen sind nur für Fachbesucher geöffnet.

Vegan liegt im Trend

Auch in Großküchen und Spitzenrestaurants etablieren sich mehr und mehr vegane Speisen. Die Erlebniswelt Vegan auf der Biofach widmet sich der immer populäreren Lebensphilosophie, die gänzlich auf tierische Produkte verzichtet. Wie schmackhaftes Kochen ohne Fleisch, Eier und Kuhmilch funktioniert, können die Besucher beim Showkochen und bei Verkostungen erleben. Fachvorträge thematisieren die veganen Möglichkeiten für Kinderbetreuungsangebote und größere Betriebe.

Mehr Aussteller auf der Messe

Heuer freuen sich die Veranstalter über zweihundert Aussteller mehr als im vergangenen Jahr. "Zum ersten Mal ist es gelungen, unsere Hallen bis auf den letzten Quadratmeter zu füllen", sagte Petra Wolf von der Geschäftsleitung der NürnbergMesse.

Messetreiben auf der Biofach

Beim internationalen Branchentreff in Nürnberg spielt nicht nur Essen, sondern auch die Politik eine Rolle: Es geht um die Zukunft der ökologischen Landwirtschaft. Der Dachverband Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert die Bundesregierung dazu auf, die Rahmenbedingungen für Öko-Landwirte weiter zu verbessern. BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein spricht von einer Trendwende bei den Bioanbauflächen und -betrieben. "Wir erleben da eine Aufbruchstimmung", sagte Löwenstein im Vorfeld zur Biofach-Messe. Dennoch werde die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter aufgehen, kritisiert Verbandsvorsitzender zu Löwenstein.

Zur Eröffnung der Biofach kommt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) nach Nürnberg. Er ermunterte die deutschen Bauern im Vorfeld der Messe zum Einstieg in den ökologischen Landbau – auch angesichts schwankender Weltmarktpreise. "Der Bio-Markt bietet weiter großes Potenzial, auch für die Einkommen der Landwirte", so der CSU-Politiker. Die Entscheidung liege aber bei den Betrieben, die Landesregierung werde "den Ökolandbau nicht per Gesetz verordnen." Die Verkaufserlöse der deutschen Biobauern stiegen nach den aktuellsten Daten von 2014 auf 1,65 Milliarden Euro (2013: 1,55 Milliarden Euro). Weiterer Gast bei der Biofach-Eröffnung ist die Journalistin und Soziologin Auma Obama, die Halbschwester des US-Präsidenten.

Begleitprogramm zur Biofach

Die BioFach ist nur für Fachbesucher geöffnet. Als Begleitprogramm für Normalbürger veranstaltet der Nürnberger Verein "Bluepingu" am Samstag (13.02.16) unter anderem ein Saatgutfestival. Im KunstKulturQuartier in der Nähe des Hauptbahnhofs präsentieren Aussteller ökologisches Saatgut, teils von alten Obst- und Gemüsesorten. Bei der Samen-Tauschbörse können Hobbygärtner zudem ihr Saatgut untereinander tauschen. Ebenfalls am Samstag findet im Stadtgarten in der Nähe des Quelle-Geländes "Kochworkshop Brotzeit" statt, in dem es um vegane Brotaufstriche geht.


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