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Binnenschifffahrt im Umbruch Weniger Güter, mehr Passagiere

Bayerische Binnenschifffahrt im Umbruch: Seit 1990 haben sich die Güterumschlagszahlen halbiert. Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei den Flusskreuzfahrten: Da verzeichnet die Branche einen Boom.

Stand: 19.03.2017

Seit 1990 haben sich nach Erkenntnissen des Landesstatistikamts in Fürth die Güterumschlagszahlen halbiert. Wurden zu Beginn der 1990er-Jahre noch zwischen 13 und 15 Millionen Tonnen an den Häfen in Bayern umgeschlagen, waren es 2016 nur noch 7,17 Millionen Tonnen.

Weniger Kohle, niedrige Brücken

Die Gründe dafür seien vielfältig, sagte Beatrix Wegner, Pressesprecherin des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins Rhein-Main-Donau aus Nürnberg dem Bayerischen Rundfunk. So habe etwa die Energiewende dazu geführt, dass kaum noch Kohle über den Wasserweg transportiert werde. Zudem könnten die Schiffe in Bayern nur zwei Container übereinander stapeln, während Binnenschiffe auf dem Rhein drei bis vier Lagen laden könnten. Gründe hierfür seien niedrige Brücken und eine geringe Wassertiefe.

"Auch das Niedrigwasser Ende vergangenen Jahres hat uns zu schaffen gemacht. Deshalb diskutieren wir nun über die Entwicklung halbhoher Container."

Beatrix Wegner, Pressesprecherin des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins Rhein-Main-Donau aus Nürnberg.

Binnenschifffahrt in Bayern seit 1990 im Donau- und Maingebiet

Boomende Flusskreuzfahrten

Mit den immer beliebteren Flusskreuzfahrten haben die Binnenschiffer aber ein Geschäftsfeld gefunden, das die Verluste im Gütertransport zumindest teilweise ausgleicht. Legten vor 20 Jahren lediglich 85 Kreuzfahrtschiffe in Nürnberg an, waren es im vergangenen Jahr schon 1.140 Schiffe, so Beatrix Wegner vom Schifffahrtsverein. 154.000 Passagiere besuchten die Noris und gaben dabei im Schnitt zwischen 30 und 75 Euro aus. Die bayerischen Häfen zwischen Aschaffenburg und Passau verzeichnen inzwischen über 5.000 Anlandungen pro Jahr.


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Hermann, Freitag, 17.März, 18:51 Uhr

1.

Das Binnenschiff in Deutschland ist eben nicht die optimale Transportlösung. Die Transportkette beginnt nicht am Hafen und endet auch nicht dort, d.h. mehrmals umladen vom bzw. auf den LKW oder die Bahn. Dann kann man vieles gleich mit denen zum Ziel transportieren. Obendrein ist die Fracht auch noch schneller. Und die begrenzte Kapazität sorgt auch nicht für Attraktivität