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Strukturreform im BAMF Neue Abteilungen und verpflichtende Mehrarbeit

Das BAMF steht nach Informationen des Bayerischen Rundfunks unmittelbar vor einer umfangreichen Strukturreform. Sie soll dazu dienen, dass die Mitarbeiter Asylanträge schneller bearbeiten können.

Von: Stanislaus Kossakowski

Stand: 23.01.2016

Die Reform wird nach Angabe aus Mitarbeiterkreisen bereits zum kommenden Monatswechsel in Kraft treten. Wie der Bayerische Rundfunk aus gut informierter Quelle erfuhr, werden im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) neue Abteilungen, Referate und Gruppen gebildet. Zudem sollen zahlreiche zusätzliche Führungspositionen geschaffen werden.

Bis zu 40 Stunden Mehrarbeit pro Monat

Anders als bisher sollen Beschäftigte dazu verpflichtet werden können, bis zu 40 Stunden Mehrarbeit pro Monat zu leisten. Statt Freizeitausgleich erhalten sie dafür Vergütungsaufschläge. Das sei den Mitarbeitern auf internen Informationsveranstaltungen so mitgeteilt worden.

Die Pressestelle des Bundesamtes wollte den Februar als Reformstart nicht bestätigen, dementierte ihn aber auch nicht. "Der operative Asylbereich wird weiter gestärkt", erklärte BAMF-Sprecher Mehmet Ata schriftlich auf Anfrage.

"Fremdbestimmung" befürchtet

Frank-Jürgen Weise, Leiter des BAMF

Mitarbeiter des BAMF befürchten, dass die neuen Führungspositionen in erster Linie mit Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit besetzt werden. Dies empfände man im BAMF als – so wörtlich – "Fremdbestimmung". Leiter des BAMF ist Frank-Jürgen Weise. Er ist zugleich auch Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit. Vor wenigen Wochen hatte Weise angekündigt, der Rückstand an Asylentscheidungsverfahren werde bis zum Jahresende 2016 abgebaut sein. Vonseiten der BAMF-Beschäftigten ist aktuell zu hören, dies könne nur gelingen, wenn die Bundesregierung den Zustrom geflüchteter Menschen deutlich reduziert. 


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