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BAMF-Personalrat Kritik am "unfairen" Umgang mit Asylbewerbern

Der Personalrat des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge BAMF kritisiert, dass neue Mitarbeiter nun auch über schwierigste Asylfälle entscheiden sollen. Gernot Hüter, der Vorsitzende des Örtlichen Personalrats, warnte vor Qualitätsverlusten.

Stand: 17.06.2016

Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk erklärte Hüter, dass neue Mitarbeiter, die nicht vernünftig eingelernt wurden, nun auch über die Asylanträge von Iranern und Afghanen entscheiden sollen. Diese gelten als besonders kompliziert: Ein rechtlich klarer Fluchtgrund wie bei Syrern der Bürgerkrieg liegt ja beispielsweise nicht vor.

"Wir bekommen regelmäßig Mails und Anrufe von Mitarbeitern, die überfordert sind. Dieses Vorgehen ist auch unfair gegenüber den Asylbewerbern aus diesen Ländern. Es geht nicht nur darum, dass schnellstmöglich über die Anträge entschieden wird – es muss auch richtig entschieden werden", sagte Hüter im BR-Interview.

Außerdem übte er scharfe Kritik am Führungsstil von Amtsleiter Frank-Jürgen Weise.

"Er führt die Behörde rein betriebswirtschaftlich, Fallzahlen gehen über alles. Wie man die gesetzten Ziele erreicht, ist ihm egal, es muss nur schnell gehen."

Gernot Hüter, Vorsitzender des Örtlichen BAMF-Personalrats

Die Vorgabe, dass bis Jahresende rund eine Million Asylanträge abgearbeitet sein sollten, sei unrealistisch. Hüter schätzt, dass diese Aufgabe erst in der zweiten Jahreshälfte 2017 geschafft sein wird.


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