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Verdächtiger Rucksack in Nürnberg Staatsschutz ermittelt wegen Sprengstoff-Alarm

Nach dem Sprengstoff-Alarm in Nürnberg ermittelt nun das Kommissariat für Staatsschutzdelikte. Im Visier der Beamten: Die Männer, die einen Rucksack in eine Bäckerei geworfen und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst haben.

Stand: 15.01.2016

Zwei junge Männer hatten am Donnerstag (14.01.16) einen Rucksack in eine Bäckerei am Nürnberger Aufseßplatz geworfen und dabei "Allah ist groß" auf Arabisch gerufen. Die Polizei rückte an und räumte den Platz. Nach gut zwei Stunden gaben Sprengstoffexperten des Münchner Landeskriminalamts schließlich Entwarnung. Sie hatten den Rucksack geröntgt und nichts Verdächtiges entdeckt. Beim Öffnen fanden sie dann eine Flasche mit Apfelschorle und Gummibärchen.

"Es ist richtig, dass die Menschen sensibilisiert sind und die aktuelle Sicherheitslage nicht auf die leichte Schulter nehmen. Lieber ruft man die Polizei einmal zu oft an statt zu selten."

Bert Rauenbusch, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken

Bomben-Streich mit Folgen

Die Übeltäter sind geflüchtet. Ein Dritter soll die Aktion gefilmt haben. "Wir sehen das als instinkt- und geschmacklos an. Das ist eine Verhöhnung der Opfer der letzten Terrortaten", sagte ein Polizeisprecher. Im Netz tauchen immer wieder Videos ähnlicher Streiche auf, mit denen die Täter prahlen wollen. Das sei eine Straftat und kein Scherz, betonte der Sprecher. Der Rucksack werde nun auf Spuren untersucht.

Polizei bittet um Hinweise

Der Hintergrund der Tat ist noch unklar. Ermittelt wird gegen Unbekannt und bittet um Hinweise zu den drei jungen Männern. Laut Zeugenaussagen war einer von ihnen ein südländischer Typ. Er trug eine schwarze Winterjacke und eine Kapuzenjacke mit schwarz/rot-karierter Kapuze. Der zweite Tatverdächtige trug eine schwarze Jacke, der Dritte war komplett schwarz gekleidet, trug eine Jacke mit Fellbesatz an der Kapuze sowie schwarze Sneaker mit weißer Sohle. Zeugen werden gebeten den Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911 / 21 12 – 33 33 anrufen.

Stichwort: Polizelicher Staatsschutz

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Aufgabe, den Staat durch Gefahr von außen zu schützen. Er wird dann aktiv, wenn eine Straftat einen politischen Hintergrund hat und sich beispielsweise gegen die Bundesrepublik richtet. Während der Verfassungsschutz und die deutschen Geheimdienste Informationen einholen, um staatsgefährdende Straftaten zu verhindern, tritt der polizeiliche Staatsschutz auf den Plan, wenn die Straftat bereits geschehen ist.

Sendungsinfo

  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

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