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Nach Anschlag in Ansbach Alle Verletzten wieder zuhause – mehr Polizei

Alle 15 Verletzten des Attentates von Ansbach sind aus den Krankenhäusern entlassen worden. Ihnen steht nun psychologische Hilfe zur Verfügung. Unterdessen verstärkt die Polizei die Sicherheitskontrollen auf Großveranstaltungen.

Von: Claudia Mrosek

Stand: 29.07.2016

Tatort Ansbach | Bild: dpa-Bildfunk

Nachdem die 15 Opfer des Attentats aus den Krankenhäusern entlassen werden konnten, beginnen nun die Vernehmungen. Das sagte Heinz Prießmann, der Leiter der Polizeiinspektion Ansbach, bei einem Pressegespräch. Dabei ging es auch auch um die Sicherheit bei den anstehenden Veranstaltungen in Stadt und der Region Ansbach.

Verstärkte Kontrollen

So sollen bestehende Sicherheitskonzepte zum Beispiel für das Taubertal-Festival in Rothenburg oder das Summerbreeze-Festival in Dinkelsbühl analysiert und ergänzt werden. Dabei wird auch überprüft, ob mehr Polizisten als bisher eingesetzt werden müssen. Für die Besucher von Veranstaltungen heißt das: Sie müssen sich auf erhöhte Sicherheitskontrollen einstellen. Prießmann appellierte an die Besucher, möglichst keine Rucksäcke mitzunehmen.

Achtsamkeit und Vernunft

Aktuell seien verstärkt Streifen im Bereich der Flüchtlingsunterkünfte in und um Ansbach unterwegs, sagte Prießmann. Von der Bevölkerung wünscht er sich "achtsame Wachsamkeit im Alltag". Verdächtige Situationen und verdächtiges Verhalten sollen der Polizei über den Notruf 110 mitgeteilt werden. Allerdings appellierte er dabei auch an die Vernunft der Bürger.

"Nicht jeder abgestellte, vergammelte Rucksack ist auch gleich ein gefährliches Objekt."

Heinz Prießmann, Leiter der Polizeiinspektion Ansbach

Bombenanschlag bei Ansbacher Musikfestival

Bei einem mutmaßlich islamistisch motivierten Bombenanschlag nahe einem Konzert in Ansbach waren am Sonntagabend 15 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Der Täter war ein 27 Jahre alter Flüchtling aus Syrien. Er kam bei dem Anschlag ums Leben. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und prüft, ob der Mann Mitglied in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) war.

Eine tragische Woche in Bayern

Es war das dritte blutige Ereignis innerhalb einer Woche in Bayern. Am Freitag zuvor hatte ein Amokläufer ganz München in Angst und Schrecken versetzt. Der 18-jährige Täter schoss in und vor einem Einkaufszentrum sowie in einem Schnellrestaurant um sich, tötete neun Menschen und schließlich sich selbst. Zuvor hatte ein 17-Jähriger am 18. Juli in Würzburg mit einer Axt Fahrgäste in einem Zug schwer verletzt.


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