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AfD in Fürth Ex-Bundestagskandidat Arno Treiber tritt aus

Der ehemalige Fürther AfD-Bundestagskandidat und BAMF-Mitarbeiter Arno Treiber tritt aus seiner Partei aus. Das teilte er per E-Mail mit. Als Grund nannte er Äußerungen von Funktionären, mit denen er nicht einverstanden sei.

Von: Judith Dauwalter

Stand: 15.11.2017

Abstimmung bei einem AfD-Parteitag | Bild: picture-alliance/dpa

Die zunehmend rechten Tendenzen in der AfD auf Bundes- aber auch lokaler Ebene hätten ihn zu dem Schritt bewogen, so Treiber. Besonders islam- und zuwanderungsfeindliche Äußerungen auch im mittelfränkischen Bezirksverband hätten zu seinem Entschluss beigetragen. Zwar lehne auch Treiber den politischen Islam ab. Er "finde es aber grotesk, deswegen eine ganze Kultur ausschließen zu wollen“, so Treiber.

"Die AfD hat nun die Wahl. Entweder setzt sich der Flügel durch. Dann wird sie bald im rechten Sumpf versinken. Oder die Gemäßigten gewinnen die Oberhand. Eine gemäßigte AfD ohne Höcke und Co. würde der politischen Landschaft in Deutschland guttun. Zurzeit ist sie aber noch sehr weit davon entfernt, wie die besagte kürzlich Wahl des Bezirksvorstandes Mittelfranken gezeigt hat."

Arno Treiber, ehemaliges AfD-Mitglied

Geschmacklose Naziwitze

Personell beunruhigten Treiber nach eigener Aussage auf Bundesebene schon die Zurückdrängung und schließlich der Parteiaustritt der "gemäßigten" Frauke Petry und der Machtzugewinn des "völkischen" Björn Höcke sowie des "unberechenbaren Rechtsauslegers" Alexander Gauland. Als schließlich am 12. November in Mittelfranken ein Vorstand gewählt wurde, der sich laut Treibers Beschreibung Höcke-freundlich zeigt und geschmacklose Naziwitze zum besten gibt, fiel für Treiber die Entscheidung zum AfD-Austritt. Er wird damit nach eigenen Angaben auch nicht für den Bayerischen Landtag kandidieren.


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