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Geld zum Leben In Bayern bundesweit geringstes Armutsrisiko

11,6 Prozent der Menschen im Freistaat waren im Jahr 2015 von Armut bedroht. Im Vergleich der Bundesländer ist dies das niedrigste Armutsrisiko. Aber: Jeder dritte Alleinerziehende in Bayern galt als armutsgefährdet.

Stand: 22.09.2016

Armutsrisiko | Bild: picture-alliance/dpa

Im Freistaat waren nach Angaben des Landesamts für Statistik vor allem Alleinerziehende und deren Kinder (36,7 Prozent) sowie Erwerbslose (43,8 Prozent) von Armut bedroht. Außerdem galten Menschen in der Altersklasse der 18- bis 25-Jährigen (16,8 Prozent) und über 64 Jahren (16,7 Prozent) überdurchschnittlich häufig als armutsgefährdet.

Geringes Risiko bei Familien

Besonders gut standen in Bayern offenbar Familien mit Kindern da: Haushalte mit zwei Erwachsenen und einem oder zwei Kindern waren nur zu 5,6 beziehungsweise 6,7 Prozent armutsgefährdet. Bei den Familien mit drei oder mehr Kindern waren allerdings bereits 15,4 Prozent von Armut bedroht. In Einpersonenhaushalten galt jeder Fünfte (22,0 Prozent) als armutsgefährdet.

Armutsrisiko in Bayern in Prozent

Menschen ohne deutschen Pass hatten mit 23,2 Prozent ein wesentlich höheres Risiko, in Armut abzurutschen, als deutsche Staatsbürger. Bei ihnen lag die Quote bei lediglich 10,2 Prozent.

Armutsrisiko in Bayern in Prozent

Bayern bundesweit am besten

Im Vergleich der Bundesländer herrscht im Freistaat das geringste Risiko, arm zu werden. Nach Bayern folgen die Länder Baden-Württemberg und Hessen mit einem Armutsrisiko von 11,8 beziehungsweise 14,4 Prozent. Schlusslicht der deutschen Bundesländer war im Jahr 2015 Bremen, wo jeder Vierte (24,8 Prozent) armutsgefährdet war. Bundesweit betrug die Quote 15,7 Prozent.

Nürnberg besonders betroffen

Im Gegensatz zum Rest von Bayern war in Nürnberg das Armutsrisiko im vergangenen Jahr deutlich höher als im bundesweiten Durchschnitt. In der Frankenmetropole lag die Armutsgefährdungsquote bei 22,3 Prozent. Auffällig: In den vergangen zehn Jahren stieg das Armutsrisiko in Nürnberg um 4,2 Prozentpunkte.

Ganz anders in der Landeshauptstadt: Mit einem Armutsrisiko von 9,6 Prozent stand München unter den 15 bevölkerungsreichsten Städten in Deutschland am besten da. Auf Platz zwei folgte Frankfurt am Main mit einer Quote von 14,2 Prozent.

Stichwort: Armutsgefährdet

Als armutsgefährdet gelten Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens der bundesweiten Bevölkerung auskommen müssen. Das bedeutet, dass im Jahr 2015 Menschen in Einpersonenhaushalten mit einem Monatsverdienst von weniger als 565 Euro armutsgefährdet waren. Bei einem Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern lag diese Schwelle bei 1.187 Euro pro Monat.


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Kommentare

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Dr. Halef, Donnerstag, 22.September, 20:10 Uhr

16. "...hättet ihr mal eingezahlt..."

sagte ein kluger Mensch zu meiner Mutter, als klar war, dass sie 421,- Euro Rente bekommt.
Sie hat 6 Kinder großgezogen. Jetzt ist sie über 80 und will niemandem auf der Tasche liegen, am allerwenigsten dem "Vater STaat".
Hamdullillah
...da weiß der Mensch doch wieder, für was Großfamilien gut sind!

Altsächsin, Donnerstag, 22.September, 18:29 Uhr

15. Ein Zuckerschlecken ist dies noch nie gewesen.

Als Alleinerziehende war man zu jeder Zeit in jedem System von Armut bedroht. Ich denke da mit Grausen an die Zeiten in der DDR. Wo man als Frau mit Anhang nur als Vollbeschäftigte in einem Metallbetrieb halbwegs "normal" leben konnte, aber als Angestellte, Verkäuferin oder Köchin wirklich nur von der Hand in den Mund!Wohlgemerkt, mit einem Kind. Mit zwei Kindern war jede zusätzliche Ausgabe existenzbedrohend und ständig Schmalhans Küchenmeister, im wahren Sinne des Wortes... Jetzt gibt es ja viel Kindergeld dagegen, wenn man natürlich auch eine gewisse Anspruchsverschiebung einräumen muss. Denn ein Auto hat man zu finanzieren, um für den Job flexibel zu sein oder ihn zu erhalten. Damals war ein Auto als Alleinstehende gar nicht drin, da waren aber Bus und Bahn glücklicherweise erschwinglich, wie es in vielen Großbetrieben sogar einen Werksverkehr gab.

Wanda, Donnerstag, 22.September, 16:25 Uhr

14. Missbrauch

Heutige offizielle Zahlen: in Deutschland leben etwa 550.000 abgelehnte(!) Asylbewerber, die trotzdem nicht zurückgeführt werden und dem Steuerzahler das Geld kosten, welches besser für die Bekämpfung der Kinder- und Altersarmut eingesetzt werden könnte...
Dass diese Herrschaften, für die sich unsere Gutmenschen und auch die Kirche mit Protest einsetzen, gleichzeitig jene Mittel missbrauchen, welche für wirklich verfolgte Flüchtlinge gedacht sind, stört dabei offenbar nicht...

  • Antwort von Haußmann Rosemarie, Donnerstag, 22.September, 18:29 Uhr

    Sie haben natürlich recht. WEnn ich richtig gelesen habe sind gerade mal etwas über 3000 in Ausbildung oder Arbeit das ist noch nichteinmal 1%. Der Rest wird von der arbeitenden Bevölkerung finanziert. Das stör auch mich gewaltig.

  • Antwort von spunny, Donnerstag, 22.September, 22:58 Uhr

    Hallo Rosemarie! Ich möchte nur anmerken, dass die Aussage "von der arbeitenden Bevölkerung finanziert" nicht korrekt ist. Die Leistungen werden aus Steuermitteln, nicht aus Sozialabgaben aufgebracht. Die Frage, die sich aber generell natürlich stellt, wer trägt zu dem Steueraufkommen bei? Hier ist die nach wie vor die größte Ungerechtigkeit in unserem System. Wie aktuell die wunderbare "Reform" der Erbschaftssteuer zeigt, dass weiterhin den Reichen "der Arsch gepudert" wird! Es wäre genug Geld für alles da in unserem Land, man verteilt nur weiter von unten und der Mitte nach ganz oben um, wie auf der ganzen Welt und keiner regt sich darüber auf; nach unten auf die Schwächeren schimpfen ist ja soviel einfacher und bequemer.

ich, Donnerstag, 22.September, 15:17 Uhr

13. Armut

Armut??? wer arbeitet verdient Geld, wer nicht arbeitet bekommt Geld, also warum arbeiten? Jammern geht doch auch, und ich muss mich keine 8 Stunden an ein Band stellen oder auf dem Bau Steine schleppen. Wer arbeiten möchte der findet auch Arbeit und wird dann nicht arm werden.

  • Antwort von Eva-Maria Schulz, Donnerstag, 22.September, 15:46 Uhr

    Ich habe ARBEIT! Täglich 6 Stunden Tageszeitungen ausfahren für 7,38 EUR die Stunde brutto! 6-Tage-Woche (36 Stunden)! WER soll davon leben? Die Frau Nahles hatte mir und meinen ganzen Kollegen diese Scheiße eingebrockt! Wir sind Menschen 2. Klasse, obwohl im Grundgesetz steht. Alle sind gleich! Was sucht diese Frau in der Politik und warum ist so jemand eine MINISTERIN ???? --> Die muss weg! Punkt. Und der Rest gleich mit, der dies mitbeschlossen hatte! Deswegen wähle ich AfD. Die SPD ist nicht mehr sozial und die CDU/CSU nicht mehr christlich. Eine Obergrenze für Flüchtlinge kann und darf es nicht geben, sorry Hr. Seehofer, das ist unchristlich und unsozial.

  • Antwort von ich, Donnerstag, 22.September, 16:32 Uhr

    Ich habe mit 7,59 DM angefangen und lebe heute noch. Klar ich musste auf einiges verzichten und habe auch aufgehört zu rauchen denn das waren damals schon gut 200 DM im Monat.Ich brauchte keine Markenklamotten usw

  • Antwort von Truderinger, Donnerstag, 22.September, 17:29 Uhr

    Frau Schulz, sind Sie ernsthaft der Meinung, ausgerechnet die "AfD" hat ein Herz für Menschen mit geringen Einkommen? An Ihrer Stelle würde ich eher die Linkspartei in Erwägung ziehen.

  • Antwort von Leserin, Donnerstag, 22.September, 18:16 Uhr

    Die AfD hat noch nichts vorzuweisen, außer Thesenpapiere, Talkshows und Wahlveranstaltungen, die der Eigenwerbung dienen. Aber sonst? Wer sich Sorgen um Löhne und Renten macht, der ist bei den LINKEN oder bei der SPD immer noch besser aufgehoben als bei der AfD.

  • Antwort von Südsachse, Donnerstag, 22.September, 18:38 Uhr

    ich - hat wohl keine Ahnung von den überaus kargen Löhnen, die heutzutage noch gezahlt werden? Ich habe nur den Kopf geschüttelt über eine derartig weltfremde Argumentierung! Hier in Sachsen gibt es meist um die 1200 Euro netto für Vollzeitjobs, es sei denn man hat Glück gehabt und ist in einem Großbetrieb tätig, oder im öffentlichen Dienst untergekommen. Schichtzuschläge machen natürlich bei etlichen Arbeitnehmern noch ein Zubrot. Aber im Dienstleistungssektor können durchaus weit weniger als 1200 Euro auf dem Lohnzettel stehen für 40 Stunden die Woche! Aufstockertätigkeiten sind leider ebenfalls noch häufig anzutreffen. Sicherlich gibt es auch besser Bezahlte. Doch die Mehrheit ist eben nicht im Bildungswesen oder bei den Finanzdienstleistern tätig...

  • Antwort von Holzinger, Donnerstag, 22.September, 18:42 Uhr

    Truderinger, die Linken sind doch schon Jahrzehnte dabei und trotzdem haben wir Kinder- und Altersarmut! Zudem viele Beschäftigte, die eben nicht von ihrer Arbeit über die Runden kommen, da man auch mit dem viel gerühmten Mindestlohn keinesfalls on einem guten Auskommen reden kann. Die Altparteien haben alle die gleichen Ziele und teilen genau die gleiche Eigenart: Die sind sich alle selbst am Nächsten!

  • Antwort von Leo Bronstein, Donnerstag, 22.September, 19:28 Uhr

    @Truderinger
    >>Frau Schulz, sind Sie ernsthaft der Meinung, ausgerechnet die "AfD" hat ein Herz für Menschen mit geringen Einkommen? An Ihrer Stelle würde ich eher die Linkspartei in Erwägung ziehen.<<

    .
    Und warum ist dann in Bundesländern mit alleiniger SPD Regierung die Armut dermaßen hoch?

  • Antwort von Lohengrin, Donnerstag, 22.September, 20:42 Uhr

    SPD und Linke behaupten zwar, für die kleinen Leute einzutreten, die praktische Politik sieht anders aus. Andererseits setzen sich diese beiden Parteien vehement für die unbegrenzte (!!!) Aufnahme von Migranten in Deutschland ein. Kann ein vernünftig denkender Mensch glauben, dass die Milliarden, die uns die Migranten kosten, der liebe Gott bezahlt, oder gar die SPD oder die Linke? Nein, nein und nochmals nein. Das bezahlen nur die kleinen Leute, wer denn sonst? Die AfD wird auch diese Ungerechtigkeit angehen!

  • Antwort von Herr wirf Hirn vom Himmel!, Donnerstag, 22.September, 22:43 Uhr

    Wenn ich höre, wie diese AfD glorifiziert wird, wird mir schlecht!!

    Glaubt denn wirklich jemand allen Ernstes, dass diese Populisten Samariter sind und nur gutes für das dumme Wahlvieh wollen? Wo leben sie denn?
    Informieren sie sich doch einmal richtig, dann sehen sie, in was uns diese Blender führen wollen!

Fränkin, Donnerstag, 22.September, 14:12 Uhr

12. In Mittelfranken ist die Kinderarmut hoch

Franken das Stiefkind in Bayern? 15,1 Prozent der Unter-18-Jährigen sind betroffen.
In Ansbach erreicht die Kinderarmut einen neuen Höchststand. Nach Schweinfurt weist die Rezatstadt bayernweit die zweitgrößte Steigerung bei unter 18-Jährigen im SGB-II-Bezug („Hartz 4“) auf. Das belegt die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut (http://www.br.de/nachrichten/inhalt/kinder-armut-bayern-franken-100.html).