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Arbeiten statt Nichtstun Flüchtlinge sollen Beschäftigung nachgehen

Flüchtlinge sollen bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag einer sinnvollen gemeinnützigen Beschäftigung nachgehen können. Dazu startet jetzt in Bayern ein Programm. Die Finanzierung läuft über den Bund.

Stand: 24.08.2016

Ein Flüchtling arbeitet in Berlin in einer Notunterkunft bei der Essensausgabe.  | Bild: picture-alliance/dpa

Asylbewerber sollen beispielsweise in den Unterkünften bei der Wäsche und beim Kochen helfen. Andere Einsatzgebiete könnten Büchereien oder die Feuerwehr sein. Pro Stunde bekommen Flüchtlinge dafür 80 Cent bezahlt. Die Bundesagentur für Arbeit will so rund 12.400 Beschäftigungsplätze für Asylbewerber schaffen. Jedoch ist jede Stelle auf ein halbes Jahr beschränkt.

Bürokratischer Name – guter Ansatz

Die neue Arbeitsmarktinitiative, die bis 2020 laufen soll, hat den hoch bürokratischen Namen Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen, kurz FIM. In Bayern stehen dafür 11,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kommunen sind dafür zuständig, Träger für die Organisation der gemeinnützigen Arbeit zu finden. Die Arbeitsagenturen kümmern sich dann um die Genehmigungsverfahren und Verträge. Außerdem übernehmen sie die Abrechnung mit den Trägern der Maßnahme.

"Nicht alle Asylbewerber, die zu uns kommen, sind sofort in der Lage auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Mit dem Arbeitsmarktprogramm FIM geben wir ihnen Gelegenheit, gesellschaftliche Gepflogenheiten in Deutschland, wie beispielsweise Pünktlichkeit, kennenzulernen. Gleichzeitig leisten sie dadurch einen sinnvollen Beitrag zum Gemeinwohl."

Emilia Müller, Bayerns Arbeitsministerin

Arbeiten für Allgemeinheit

Rund ein Viertel der Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen können in den Asylunterkünften zur Aufrechterhaltung und zum Betrieb der Einrichtung durchgeführt werden. Der Großteil der FIM sollen jedoch Arbeiten bei staatlichen, kommunalen und gemeinnützigen Trägern sein.

Dr. Markus Schmitz, Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern. Der Sozialwissenschaftler wurde 2014 an die Spitze der bayerischen Arbeitsagenturen bestellt | Bild: picture-alliance/dpa

Markus Schmitz, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen

"Für die geflüchteten Menschen ist es wichtig, aktiv zu sein und zu arbeiten, statt in den Asylheimen zu verharren. Durch dieses Angebot wird die Wartezeit während des Asylverfahrens sinnvoll genutzt und ein niederschwelliger Zugang zur Arbeitswelt ermöglicht."

Dr. Markus Schmitz, Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern


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Eddie, Donnerstag, 25.August, 20:41 Uhr

5. Flüchtlinge. ..

Rente mit 70... 45 Jahre gearbeitet ...Armut für viele
Hartz 4 ....400 Euro. Die Menschen sind oder weden abgeschrieben... für sie gibt es keine Maßnahmen
Kita Plätze vor Jahre ein grosses Problem
Wohnungen für viele zu teuer
Nichts wurde getan...
Aber jetzt. ...Jetzt wird sich der Arsch aufgerissen ...auf einmal weden Gelder ausgeschüttet in Milliarden ...
Gott mit uns...

GrinderFX, Donnerstag, 25.August, 12:42 Uhr

4. Versuch lief schon

Dazu gab es schon einen Testlauf und der schlug hart fehl. Die Flüchtlinge haben sich alles Gäste von Frau Merkel gesehen und waren der Überzeugung nicht arbeiten zu müssen.
Man sollte also etwas realistischer berichten.

EMGI, Donnerstag, 25.August, 09:42 Uhr

3. Frau Müller

"Nicht alle Asylbewerber, die zu uns kommen, sind sofort in der Lage auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen."

Den Spruch muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die jetzt berichteten Zahlen lauten nach meiner Kenntnis: etwa 7% in Worten: sieben Prozent der Angekommenen kann man für den Arbeitsmarkt brauchen. Teils auch diese nur nach längerer Ausbildung. Das gleiche man bitte mal mit diesem Satz ab. In welchem Wolkenkuckucksheim lebt Frau Müller?

hubasepp, Donnerstag, 25.August, 08:49 Uhr

2. Literatur

der Inside - Bericht von Thomas Valluzzi, flüchtlingsgau - Betrachtungen eines Asylunterkunftsleiters sollten sie mal lesen.......

Erich, Donnerstag, 25.August, 08:17 Uhr

1. Das sind ja ganz neue Gedanken.....

wobei aber in den Unterkünften, private Fremdfirmen kommen, um die sanitären Anlagen, sauberzuhalten. Das kann den Schutzsuchenden nicht auferlegt werden. Das wäre schon mal die erste Maßnahme, diese Leute zu beschäftigen!