Mittelfranken


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Nürnberg Hells Angels räumen Clubhaus - irgendwann

Die Hells Angels in Nürnberg werden ihr Nürnberger Clubhaus räumen. Das hat der Vorstand des Rocker-Clubs dem Bayerischen Rundfunk bestätigt. Noch haben die Hells Angels die Ende September gekündigten Räume aber nicht verlassen.

Stand: 05.11.2013
Kutte der "Hells Angels" | Bild: picture-alliance/dpa

Nürnbergs Hells Angels-Chef Klaus Ritter räumte im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk ein, dass das Clubheim in Nürnberg keine Zukunft habe. Wann die Hells Angels die Räume freiwillig verlassen wollen, ließ er aber offen.

"Wir beraten das und werden das auch juristisch prüfen lassen."

Klaus Ritter, Hells Angels-Vorstand in Nürnberg

Auch ob der Club in der Frankenmetropole andere Räume als Vereinsheim mieten will, sagte Ritter nicht. Dem Rocker-Club waren die Clubräume in der Nürnberger Brunecker Straße bis Ende September gekündigt worden.

Stadt und Rocker beraten weiteres Vorgehen

Bis Mitte November haben die Hells Angels nun Zeit, sich zur angestrebten Räumung zu äußern. Dann will die Stadt über das weitere Vorgehen entscheiden. "Wir wollen diese Angelegenheit möglichst im Einvernehmen lösen", sagte einer Sprecherin der Kommune. Massive Beschwerden von Nachbarn lägen derzeit nicht vor, daher gebe es auch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.

Nutzungsrechtliche Bedenken

Mitglieder der Hells Angelsa

Das Gelände, auf dem das Clubheim steht, vermietet die Grundstücksgesellschaft Aurelis. Sie hatte den Mietvertrag im Juni gekündigt. "Das Gelände ist ohne unsere Zustimmung untervermietet worden", sagte eine Sprecherin der Grundstücksgesellschaft dem Bayerischen Rundfunk damals. Im Mietvertrag sei der Betrieb einer Schlosserei vereinbart gewesen. Wegen widerrechtlicher Untervermietung sei der Vertrag zum 30. September gekündigt worden, so die Sprecherin weiter. Darüber hinaus hatte die Stadt Nürnberg den Rockern die Nutzung als Clubhaus untersagt. Das Gelände am früheren Nürnberger Südbahnhof sei als Bahnfläche ausgewiesen, sagte eine Sprecherin der Stadt im Juni.

Gründungsparty im Mai

Das Nürnberger Charter, eine Art Zweigstelle der Rocker, war am 1. Mai bei einer Feier mit etwa 120 Gästen gegründet worden. Die Polizei schätzt den engeren Kreis der Mitglieder in Nürnberg auf etwa zehn Personen. Derzeit haben die "Hells Angels" in Bayern mehr als 100 Mitglieder, gut ein Dutzend davon sind in Mittelfranken, so die Erkenntnisse des Kommissariats für Organisierte Kriminalität im Frühjahr.

"Abstraktes Gefährdungspotenzial"

Mit der Gründung des Clubs wurden die "Hells Angels" die vierte große Rockergruppe in Mittelfranken. Bereits ansässig seien die "Bandidos" mit zwei Clubs, die "Outlaws" und der Club "Gremium". "Wir gehen mit erhöhter Sensibilität heran, was sich da derzeit entwickelt", sagte ein Polizist anlässlich des Bezugs des Vereinsheims. Anders als in Norddeutschland gebe es in Bayern und Mittelfranken zwar "ein abstraktes, aber kein konkretes Gefährdungspotenzial", so der Ermittler weiter.

Kaum Rivalitäten in Mittelfranken

Die Bandenkriege im Rockermilieu sind nach Erkenntnissen der Polizei noch nicht nach Bayern geschwappt. Das liege zum einen am konsequenten Vorgehen der bayerischen Polizei, die den Rockern klarmache, dass sie keine Rechtsverstöße dulden werde. Außerdem spielten in der mittelfränkischen Rockerszene wirtschaftliche Interessen kaum eine Rolle. Die hiesigen Rocker sind nach Erkenntnissen der Polizei weder in der Türsteherszene noch im Rotlichtmilieu vertreten, sagte ein ehemaliger Ermittler. Dadurch komme es in Mittelfranken kaum zu Gebietsrivalitäten.


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thomas wein, Dienstag, 04.Februar, 18:44 Uhr

2. meinung

Schade ,waren coole Open House Partys. Hoffe es gibt bald ein neues Clubhaus und ne richtig Fette Einweihungsparty , ich bin auf jeden Fall wieder dabei.
Gruß Tom

Black Seven, Samstag, 27.April, 18:17 Uhr

1. Hells Angels in Nürnberg

Hells Angels sind kein Motorradclub, sondern organisierte Kriminielle. Das hier andere "Rockergruppen" im gleichen Bericht genannt werden ist ja unfassbar!