2

Freie Ausbildungsplätze Nachwuchssuche in allen Branchen

Besonders im Gastronomiebereich und im Bäckerhandwerk werden dringend junge Leute gesucht. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten tritt für bessere Arbeitsbedingungen ein, um die Attraktivität der Jobs zu erhöhen.

Stand: 19.09.2016

In einer Lehrküche des Christlichen Jugenddorfes Gera (Thüringen) beginnen die praktischen Abschlussprüfungen für angehende Köche. Deutschen Restaurants und Gasthöfen geht der Koch-Nachwuchs aus.  | Bild: picture-alliance/dpa

Mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen fordert die Gewerkschaft. Nur so könnten noch Jugendliche, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz seien, auch für weniger attraktive Stellen gefunden werden.

Die Gastronomie und das Bäckerhandwerk suchen Nachwuchs

Noch sind rund 1.180 Ausbildungsplätze alleine in Nürnberg unbesetzt. Gegenüber stehen mehr als 930 junge Menschen, die noch auf der Suche nach ihrem Wunschjob sind. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, NGG, geht die Nachwuchssuche durch alle Branchen. Besonders die Betriebe in der Gastronomie suchen händeringend Auszubildende.

"Jugendliche wissen, dass sie hier keine Standard-Arbeitszeit, keinen 'Nine-to-Five-Job' bekommen. Die Brötchen werden nun mal früh gebacken. Und in der Gastronomie wird es abends spät. Es kommt deshalb drauf an, Jugendliche durch deutlich attrakivere Arbeitsbedinungen vom Bäckerhandwerk und von der Gastronomie zu überzeugen."

Regina Schleser, NGG-Geschäftsführerin

Ausbildung darf nicht Hifi-Job bedeuten

Gleichzeitig müsse auch den hohen Azubi-Abbrecherquoten in diesem Bereichen etwas entgegengesetzt werden, so die NGG-Geschäftsführerin weiter. Vor allem das Image solle deshalb verbessert, die Löhne angehoben und die Arbeitszeiten attraktiver gestaltet werden, so die Forderungen der Gewerkschaft.

"Der neue DGB-Ausbildungsreport legt offen, das etwa jeder zehnte Azubi zu Arbeiten verdonnert wird, die nicht zur Ausbildung gehören. Das geht vom Putzen über stupide und monotone Hilfsarbeiten in Dauerschleife bis zu Botengängen."

Regina Schleser, NGG-Geschäftsführerin

Schwarze Schafe und das Manko

Die Arbeitgeber müssten deshalb dafür sorgen, dass "schwarze Schafe" in den eigenen Reihen nicht den Ruf einer ganzen Branche schädigten. Vor allem die Gastronomie müsse sich fragen, so die Gewerkschaft, wie lange dieses Manko noch als Negativ-Markenzeichen Bestand haben soll.

Das Ausbildungsjahr hat am 1. September begonnen. Noch sei es jedoch nicht zu spät, sich um einen freien Ausbildungsplatz zu bewerben.


2