Mittelfranken

Nach Überfall auf Kleeblattfans Polizei sucht Handyfilmer

Nach dem Überfall auf Fürther Fußballfans am Rasthof Steigerwald sucht die Polizei nun nach Zeugen, welche die Vorfälle möglicherweise mit ihrem Handy gefilmt haben. Eine Sonderkommission ermittelt gegen die Täter.

Stand: 06.02.2013

Die eigens gegründete Ermittlungskommission "Steigerwald" soll Licht in den Fall bringen. Wer die Angreifer sein könnten, ist nach wie vor unklar. Ein 29-Jähriger, der in der Nacht in einem Gebüsch festgenommen wurde, ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. "Dieser macht vor der Polizei keine Angaben. Jetzt wird natürlich geprüft, ob er irgendwas mit den Vorfällen zu tun hat", sagte Polizeisprecher Peter Schnellinger dem Bayerischen Rundfunk. Bei den sofort durchgeführten Spurensicherungsmaßnahmen wurden auch die Ausweise von zwei Männern aus Mittelfranken sichergestellt.

Schwerer Landfriedensbruch

Nach Angaben eines Fürther Fans soll es sich bei den Angreifern um eine extreme Fangruppierung des 1. FC Nürnberg gehandelt haben. Im Internet sei zuvor angekündigt worden, "dass es auf dem Heimweg krachen würde", sagte der Fürther Fanclub-Vorsitzende dem Bayerischen Rundfunk. Die Polizei bestätigte dies bislang nicht. Den Beamten liegen die Personalien von etwa 170 angegriffenen Fans vor. Nun werden auch die Übrigen gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Die Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs laufen auf Hochtouren.

Fans konnten sich in Bus retten

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (03.02.13) hatten mehrere Dutzend vermummte Angreifer rund 200 Fans der SpVgg Greuther Fürth attackiert. Die Anhänger aus Fürth waren auf der Heimreise vom siegreichen Bundesligaspiel auf Schalke und legten auf dem Rastplatz Steigerwald an der A3 eine Pause ein.

Nachdem einige Fürth-Fans ihre Busse verlassen hatten, rannten über 50 Angreifer, bewaffnet mit Leitpfosten, Ästen und brennenden Bengalo-Feuern auf die Fürth-Anhänger zu. Die flohen vor den Hooligans sofort in ihre Busse zurück.

Mit Leitpfosten und Ästen Scheiben eingeschlagen

Die Angreifer beschädigten daraufhin die Busse mit Ästen, Flaschen und Steinen. Dabei wurden mehrere Scheiben beschädigt, einige gingen zu Bruch. Die Polizei Mittelfranken löste daraufhin einen Großeinsatz aus: Zahlreiche Einsatzkräfte, Beamte mit Hunden und ein Polizeihubschrauber wurden von Einheiten aus Unterfranken unterstützt. Verletzt wurde niemand, es entstand ein Sachschaden in Höhe von knapp 40.000 Euro.

Innenminister Herrmann fordert lebenslanges Stadionverbot

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete den Angriff auf die Fürther Fans als "nicht tolerierbaren Gewaltausbruch". Herrmann vermutete, dass es sich bei den Tätern um Anhänger eines rivalisierenden Fußballvereins handelt. "Diese gewalttätigen Chaoten haben beim Fußball nichts verloren", betonte er. Herrmann forderte zudem, Fußballvereine müssten weiterhin hart gegen gewaltbereite Anhänger durchgreifen. "Sobald die Gewalttäter ermittelt sind, erwarte ich auch vom betreffenden Fußballverein harte Konsequenzen, bis hin zu lebenslangen Stadionverboten", sagte er.

Polizei bittet um Mithilfe

Wer in der Nacht vom 2. auf 3. Februar zwischen 20.00 und 1.00 Uhr auf den Rastanlagen Steigerwald Süd und Steigerwald Nord verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit Fußballanhängern gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Rufnummer 0911 / 21 12 – 33 33 zu melden.


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6 Kommentare

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Hooligan, Mittwoch, 06.Februar, 21:05 Uhr

6. Warum?

um eben aufsehen zu erwecken und euch was zu Reden zu geben, wenn ich mir die Rechtsschreibfehler anschaue dann denke ich ob da manche von euch auch dabei waren ;)
je mehr drüber gesprochen wird desto mehr anreiz haben alle es gerade jetzt zu tun, Hooligans wird es immer geben und solange die Polizei jede Verabredung unterbindet wo sich wir "Chaoten" die Köpfe einschlagen wird es immer solche Vorfälle geben.
Grüße an alle Ultras

Franke, Mittwoch, 06.Februar, 20:17 Uhr

5. Mann Mann Mann

www.nordbayern.de berichtet dazu:

"Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen wurde eine Person festgenommen. Der 29-Jährige aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hatte sich in einem nahegelegenen Waldstück versteckt. Der Mann wurde inzwischen wieder entlassen.

Außerdem wurden Ausweise von zwei Männern aus Mittelfranken sichergestellt."

WARUM wird monatelang ein Riiieeeseeentheater veranstaltet um die Sicherheit im Stadion, die wahrscheinlich bei den meisten Spielen besser ist als Freitag- und Samstagnacht um die Diskotheken rum oder bei den unzähligen Volksfesten von Ostern bis Oktober - aber wenn Leute unmißverständlich Ja sagen zu Gewalt, dann lässt man den einen, den man erwischt von 50 oder 60, ganz fix wieder laufen?

Lasst den doch verdammt nochmal drin in der Zelle. Der soll Zeit haben nachzudenken über den Mist, den er macht und über die Leute, mit denen er unterwegs ist. Der soll auspacken über den ganzen Haufen, falls er irgendwann in seinem Leben nochmal rechtmäßig ein Fußballstadion betreten will.

Wenn sie eine Festnahme zu verzeichnen haben und außerdem zwei Ausweise sicherstellen von Leuten, die offenbar zu den Angreifern gehört haben, dann sind das in meinen Augen drei besetzte Zellen - in drei nordbayerischen Haftanstalten, um Absprachen zu verhindern.

Um so eher sie auspacken, um so besser sind ihre Aussichten, bald entlassen zu werden und später günstig wegzukommen.

Waren das überwiegend die selben Leute wie kürzlich beim Angriff auf das Vereinsheim der Fürther Fans - die demnach ja wohl überhaupt nicht beeindruckt sind durch die Maßnahmen, die seitdem von Polizei und Justiz ergriffen wurden?

Oder waren das jetzt alles andere Leute - in Franken laufen also genug Asis rum, um mehrere solche Schlägerbanden, halbe oder ganze Hundertschaften, zusammenzustellen?

Irgendwann sind meine Halsmuskeln ausgeleiert vom Dauerkopfschütteln.

Gary O'Brain, Dienstag, 05.Februar, 15:34 Uhr

4. Fußball ohne Gewalt

Da Politiker, Vereine und der DFB gegen die kriminellen Schläger nichts entgegenzusetzen hat, wird es immer weiter zu diesen Zwischenfällen kommen !

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  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten Franken von 6.00 bis 18.00 Uhr, jeweils zur halben und zur vollen Stunde, Bayern 1

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