Ettal packt aus Neue Runde im Missbrauchs-Streit
Zwei Tage nach dem „Stopp-Befehl“ der Deutschen Bischöfe zur Missbrauchs-Studie erklärt das Kloster Ettal, seine Aufarbeitung des Missbrauchs würde bald veröffentlicht. Derweil gibt es neue Angriffe auf das Erzbistum München.
Die oberbayerische Benediktiner-Abtei, der Verein der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer sowie das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) erklärten: „Sobald die Ergebnisse Ende März vorliegen, werden sie der Öffentlichkeit vorgestellt“. Vor allem im Internat des Klosters im Landkreis Garmisch-Partenkirchen waren Schüler jahrzehntelang von Ordensgeistlichen missbraucht und körperlich sowie seelisch misshandelt worden. Vor zwei Jahren wurden die Fälle bekannt. Nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals drängte der Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, Abt Bögle zum Amtsverzicht. Er durfte die Klosterleitung aber nach einer päpstlichen Untersuchung, einer sogenannten Apostolischen Visitation, wieder übernehmen. Mittlerweile sind 70 Betroffene mit insgesamt 700.000 Euro entschädigt worden.
Missbrauch in Bayern: Orte des Geschehens
Neue Angriffe gegen Erzbistum München-Freising
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte zuvor das Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) angewiesen, die Studie zu stoppen. Dessen Direktor Christian Pfeiffer verschärfte unterdessen die Angriffe auf das Erzbistum München und Freising. Der dortige Generalvikar Peter Beer sei vielleicht der Einzige gewesen, der die möglichen Konsequenzen der Forschungsergebnisse habe ermessen können. München habe als erstes Bistum einen Missbrauchsbericht erstellen lassen.
"Vielleicht waren die Ergebnisse ja so katastrophal, dass der dortige Generalvikar die Folgerung zog, dass die Kirche eine weitere Forschung nur zulassen könne, wenn man die Wissenschaftler unter ähnlicher Kontrolle hat wie eigene Anwälte."
Kriminologe Christian Pfeiffer in der „Augsburger Allgemeine“.
Interview mit dem BR
Offenbar, so Pfeiffer weiter, hätten die „ersten Probebohrungen“ wohl sehr erschreckende Erkenntnisse gebracht. Dann könne man das Verlangen nach mehr Kontrolle über die Veröffentlichung nachvollziehen. Kardinal Marx wies Vorwurf der Zensur um die gestoppte Studie zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche zurück. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er: „Es geht darum, die berechtigen Interessen der Opfer, die Interessen der Wissenschaft, auch die berechtigen Interessen der Öffentlichkeit nach Information ins Verhältnis zu setzen zu den Fürsorgepflichten, die ein Bischof gegenüber seinen Priestern und Mitarbeitern hat - auch den verstorbenen."

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HilmarHirnschrodt, Freitag, 11.Januar, 19:47 Uhr
1. Vertuschen aus Tradition...
Klar doch lieber Erzbischof, das ist keine Zensur, nur ein wenig Vertuschung, ein wenig ganz viel Vertuschung! Aber nur aus jahrtausende alter Tradition heraus, da kann doch keiner was dagegen haben...schließlich haben andere Religionen auch jüngst erst ein Sonderrecht auf vorsätzliche Körperverletzung an Babies und Kleinkindern per Gesetz zugebilligt bekommen.