Ein Dauerzustand? Bayern in der Minijob-Falle

Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland haben einen Minijob. Viele lassen sich freiwillig auf das Angebot ein und sparen sich so Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung. Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale. Gewerkschaften meinen aber: Der Minijob kann auch eine Falle sein.

Von: Birgit Harprath

Stand: 03.04.2017

Symbolfoto Minijob | Bild: picture-alliance/dpa

Die Putzkraft, die im Minijob nachts Büroräume reinigt oder die Verkäuferin, die auf Abruf als geringfügig Beschäftigte einspringt, wenn eine Kollegin krank ist: Nicht alle von ihnen sind damit zufrieden. So warnt die Gewerkschaft IG Bau- zuständig auch für die Gebäudereiniger - vor einem Dauerzustand. Weil es sich für sie rechnet, bieten Arbeitgeber gern solche Minijobs an. In Voll- oder Teilzeit angestellt zu werden wird für manch einen dadurch erschwert. Und: Weil nicht oder zu wenig in die Rentenversicherung eingezahlt wurde, droht Armut im Alter.

DGB schlägt Gleitzone vor

Das wollen die Gewerkschaften mit einem Vorschlag ändern: Künftig sollten Minijobs schon ab dem ersten Euro in die Sozialversicherung einbezogen werden. Der DGB schlägt eine Gleitzone vor: Die Beiträge der Beschäftigten wären demnach zunächst niedrig und stiegen mit jedem Euro an. Die Arbeitgeber umgekehrt zahlen erst mehr ein in die Sozialversicherung.

Je höher dann der Verdienst, desto geringer ihr Beitrag. Wer genau 450 Euro verdient, bei dem fielen nach diesem Modell 13 Prozent Sozialabgaben an. Der Chef würde 29 Prozent tragen. Das ist mehr als bisher – steigert laut DGB aber den Anreiz, vollwertige Stellen zu schaffen. Das Modell birgt aber auch eine Gefahr in sich: noch mehr Schwarzarbeit. Laut Studien sind heute schon viele Haushaltshilfen nicht angemeldet.

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AFDlerin, Montag, 03.April, 16:26 Uhr

3. Je mehr unkontrolliert zugewandert wird

umso mehr Minijobs muss es geben. Es sei denn man nimmt eine höhere Arbeitslosigkeit in Kauf.

  • Antwort von Bernhard, Montag, 03.April, 16:40 Uhr

    Frau AFDlerin, woher nehmen sie diesen Zusammenhang?
    Einzig was dazu stimmt, ist: Je mehr Zuwanderung, je mehr Vollzeitbeschäftigte, Teil und Minijobs gibt es.
    Bitte nicht die ersten zwei einfach vergessen.

  • Antwort von vielfahrer, Montag, 03.April, 16:48 Uhr

    @ A-F-D (brauch Ich nicht) lerin
    Geb Ihnen mal recht.
    Nach meiner 40 Std.-Arbeitswoche würde Ich auch gerne priv. Haus Arbeiten abgeben. z.B. im Garten.
    Mindestlohn ist Plicht! (Rasenmähen, Hecke in Ordnung bringen, usw.)
    Abholung, Einweisung in Gerätschaften ist ja Logo!
    Die Burschen haben sinnvolle Beschäftigung, und einen bekommen Obolus dafür.
    Ich werde etwas entlastet. - Ist ne Win Win Gelegenheit für Beide.
    Das mit Unfallvers. müsste nat. abgeklärt werden.
    Steuer und Soz.Versicherung erübrigt sich ja, - bleiben ja nicht lange da!
    sers.

  • Antwort von SoFa, Montag, 03.April, 17:18 Uhr

    @ AFDlerin
    Es geht um 7 Millionen bestehende Minijobs.
    Was soll da jetzt ihre Anmerkung ?
    Wo ist da ein jetzt ein Zusammenhang ?
    Oder schauen sie durch die Glaskugel, wie könnte es in 10 oder 20 Jahren
    ausschauen.

Klaus, Montag, 03.April, 14:19 Uhr

2. Der DGB sollte mal die bereits bestehenden Gesetze studieren

Rentenversicherung: Für Minijobs besteht bereits seit einiger Zeit Rentenversicherungspflicht. Mit einer geringen Aufzahlung von 3,7 % (15% trägt der Arbeitgeber) kann die Aushilfe Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung entrichten. Die meisten sparen sich dies aber und nutzen die Möglichkeit, sich von dieser Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Dafür kann der Arbeitgeber aber wirklich nichts.

Krankenversicherung: Bis einem Verdienst bis 450 EUR mtl. wird der Minijobler, so er nicht selbst bereits einen Versicherungsschutz hat, in der Regel beitragsfrei Familienversichert. Dies gilt auch für die Pflegeversicherung.

Arbeitslosenversicherung: Minijobs werden nicht vom Arbeitsamt vermittelt. Deshalb macht eine Versicherung dort auch keinen Sinn.

Gleitzone: Eine entsprechende Regelung gibt es für Beschäftigungen zwischen 450 und 850 EUR mtl. schon lange.

Was bezweckt der DGB also mit einer Neuregelung?

thorie, Montag, 03.April, 10:42 Uhr

1. wenns für die arbeitgeber unangenehmer wird

baut die politik da bestimmt eine bremse ein!

der restaurant-besitzer könnte sich ja dann seinen X5 nicht mehr leisten können!

  • Antwort von Bernhard, Montag, 03.April, 16:49 Uhr

    Ich bin zwar kein Selbständiger und nicht in der Gastronomie tätig. Und fahre einen Opel Astra.
    Aber Tatsache ist, 5 - 6 Tage je 12 Stunden arbeit ist in der Gastronomie eher die Regel.
    Und das Risiko, es geht schief ist sehr hoch. Dann bleibt sehr oft nur noch die Privatinsolvenz.
    Und wenn jemand, egal wer, sich einen X5 redlich verdient hat, dann soll er diesen wohl haben.
    Redlich heißt für mich z.B.: Er hat gut und viel gearbeitet. Er hatte eine Erbschaft. Er hatte Glück. (Im Spiel oder sonst wo)
    Neid und Eifersucht bringt keinen weiter, er schadet aber auf Dauer dem Neider und Eifersüchtigen.
    Was dann langfristig wieder die Allgemeinheit mit Arztrechnungen zahlen muss.