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Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht Studie "Integration in Bayern auf hohem Niveau"

Migranten in Bayern fühlen sich gut in die Gesellschaft integriert, genießen eine hohe Lebensqualität und tendieren zur politischen Mitte: Mit diesen grundlegenden Ergebnissen kürt eine aktuelle Studie Bayern zum Modellland erfolgreicher Integration.

Von: Gloria Grünwald

Stand: 01.02.2017

Die Studie, die von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung in Auftrag gegeben wurde, ist der erste umfassende Bericht zum Stand der Integration und politischen Partizipation von Migranten in Bayern. Etwa 2.000 in Bayern lebende Migranten aus der ersten und zweiten Generation wurden im November und Dezember befragt.

Unter allen Migranten geben etwas mehr als die Hälfte an, in Bayern oder Deutschland noch keine Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht zu haben. In Bezug auf ihre Lebensqualität äußern sich Migranten aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien besonders positiv. Gemessen an dem Lebensqualitäts-Index sei diese Gruppe nahezu perfekt integriert. Der Geschäftsführer des Instituts, Joachim Schulte, gibt sich ob der positiven Ergebnisse überrascht.

"Nach 25-jähriger Erfahrung als Migrationsforscher hätte ich ein derart positives Ergebnis zum Stand der Integration in Bayern kaum für möglich gehalten."

Joachim Schulte, Geschäftsführer und Studienleiter Data4U

Erfolgreiche Integration vor allem auf dem Land

Eine mögliche Erklärung für derartige Ergebnisse führt das Forschungsinstitut auf die ländliche Struktur des Freistaates zurück. Dass über 70 Prozent der Zuwanderer in ländlichen Gebieten lebten, verhindere eine Isolation, wie sie in Großstädten häufig vorkomme, und wirke sich positiv auf die Integration aus.

"Das Zusammenleben in kleineren Gemeinden fördert Kommunikation, gute Nachbarschaft und damit gegenseitiges Verständnis und die Integration."

Joachim Schulte, Geschäftsführer und Studienleiter Data4U

Trotzdem klagen etwa ein Viertel der Studienteilnehmer darüber, ein Leben teilweise oder ganz isoliert am Rande der Gesellschaft zu führen.

Migranten sympathisieren mit großen Parteien der Mitte

In Bezug auf die politische Partizipation konnte die Studie eine Tendenz zur Mitte feststellen. Bei der Sonntagfrage (Landtagswahlen) würden unter Migranten die CSU mit 46 Prozent und die SPD mit 26 Prozent die mit Abstand größten Stimmanteile erzielen. Etwa 44 Prozent der Migranten besitzen aufgrund ihrer Staatsbürgerschaft ein vollständiges Wahlrecht in Deutschland, jeder Vierte macht jedoch davon keinen Gebrauch.

Gleichzeitig nehmen etwa die Hälfte der aus Italien und der Türkei stammenden Migranten noch an Wahlen in ihrem Heimatland teil. Trotz der guten Ergebnisse im Bereich der Integration bleibt das Verhältnis zur Politik auf Regionalebene eher distanziert: zwischen 40 und 60 Prozent der Migranten kennen sich nur bedingt mit den bayerischen Parteien und deren Wahlprogrammen aus.


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