Besuch Merkel beim NATO-Partner Türkei
Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am Montag vom türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül und von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan empfangen. Hauptthema der Gespräche waren die stockenden Beitrittsgespräche mit der EU.
Merkel will die Verhandlungen über den ungelösten Zypern-Konflikt beschleunigen. Die Türkei, die 30 000 Soldaten in der Türkischen Republik Nordzypern stationiert hat, erkennt das EU-Mitglied Zypern mit seiner griechisch-zyprischen Regierung im Süden nicht an. Aufgrund der türkischen Weigerung, ihre See- und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge aus Zypern zu öffnen, stocken die Verhandlungen mit der EU. Merkel setzte sich dafür ein, in bestimmten Themenbereichen dennoch mit Verhandlungen zu beginnen. Seit Jahren verlangt die Türkei, dass die EU offizielle Beitrittsverhandlungen mit dem Land aufnimmt. Doch dagegen sträubt sich bislang die Union. Diese will Ankara nur eine sogenannte privilegierte Partnerschaft anbieten.
Weitere Themen waren Visa-Erleichterungen und der Syrien-Konflikt. Die Zeit von Syriens Herrscher Baschar al-Assad sei abgelaufen, sagte die Kanzlerin. Sie betonte, es müsse eine politische Lösung gefunden werden.
Am Sonntag hatte die Kanzlerin Bundeswehr-Soldaten getroffen. Sie besuchte in Kahramanmaras die deutsche Einheit, die mit den Patriot-Raketen den NATO-Partner Türkei vor Angriffen aus Syrien schützen soll. Dort dankte sie den Soldaten. "Ihr Einsatz hat einen hohen politischen Stellenwert", sagte Merkel. Er führe auch dazu, "dass sich Deutschland und die Türkei ein Stück weit näher kommen".

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