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Anstieg in Rosenheim und München Wieder mehr Flüchtlinge in Güterzügen

Es ist ein lebensgefährliches Versteckspiel: Im Juli ist die Zahl der illegal in Güterzügen eingereisten Flüchtlinge deutlich angestiegen - vor allem in Rosenheim. Es gibt Gründe, warum sie ausgerechnet dort ankommen.

Stand: 25.07.2017

Rangierbahnhof / Symbolbild | Bild: picture-alliance/dpa/Ina Fassbender

Allein im Juli hat die Bundespolizeiinspektion Rosenheim rund 80 unerlaubt Eingereiste registriert, die unter Lebensgefahr mit Güterzügen nach Deutschland gekommen sind. Das sind in etwa so viele, wie bislang im Raum Rosenheim im ganzen Jahr entdeckt wurden: nämlich 90 von Januar bis Juni. Dies teilte die Bundespolizei in Rosenheim dem BR mit.

22 illegale Einwanderer fanden die Bundespolizisten allein bei einer Stichprobe am Bahnhof in Raubling. Mit einer Wärmebildkamera waren die Afrikaner zuvor auf dem Zug entdeckt worden, der vom italienischen Verona ins dänische Padborg unterwegs war. Sie hielten sich auf mehreren Waggons zwischen den Rädern der transportierten Lkws versteckt, um unerlaubt ins Bundesgebiet einzureisen.

Warum die Flüchtlinge in Rosenheim stranden

Sie stammen hauptsächlich aus Somalia, Guinea und Marokko. Ausweisen konnte sich keiner der Männer beziehungsweise Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren. Sie wurden in die Dienststelle der Rosenheimer Bundespolizei gebracht. Die 14 unbegleiteten Minderjährigen wurden der Obhut des Jugendamtes anvertraut.

Auch im Raum München wurden im Juni 58 illegal Eingereiste aufgegriffen, im Juli 46. Das sind deutlich mehr als in den Vormonaten, aber weniger als Ende letzten Jahres. Vom Grenzübergang Passau wurden dagegen keine solchen Fälle berichtet. Das liegt daran, dass die so genannte Balkanroute im Prinzip geschlossen ist, wohingegen in Italien wieder mehr Menschen über das Mittelmeer fliehen.

Meistens junge Männer

Über die Brenner-Route kommen Flüchtlinge dann auf Güterzügen nach Rosenheim bzw. München. Über die genaueren Hintergründe können die Bundespolizisten nur spekulieren. Natürlich könne das bessere Wetter im Sommer eine Rolle spielen.

Laut der Bundespolizei in München seien kaum mehr größere Familiengruppen unter den Geflüchteten in Güterzügen. Meist seien es junge Männer, die sich dann zu Gruppen zusammenschließen würden. Die Bundespolizei will ihre verstärkten Kontrollen beibehalten. Dabei könne auch die Unterstützung eines Polizeihubschraubers nötig sein. Der bayerische Flüchtlingsrat warnt, dass die Flucht in Güterzügen lebensgefährlich sei. Nötig seien legale Flucht-Wege nach Deutschland.


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