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Ermittlungen nach Zugunglück Meerbusch: Personenzug hätte Gleis nicht befahren dürfen

Nach dem schweren Zugunglück in Meerbusch in Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt erste Erkenntnisse zur Ursache. Laut Unfallermittlern hätte der Personenzug gar nicht auf dem Gleis sein dürfen.

Stand: 06.12.2017

Einsatzkräfte stehen am 06.12.2017 in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen) an zwei bei einem Unfall beschädigten Zügen. Links steht ein teilweise entgleister Güterzug, rechts ein Personenzug. Am Abend des 05.12. war ein Regional-Express auf der Strecke von Köln nach Krefeld (RE7) auf einen stehenden Güterzug geprallt. Nach jüngsten Angaben der Bundespolizei gab es 50 Verletzte, davon erlitten 41 leichte Verletzungen. Foto: Roland Weihrauch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Roland Weihrauch

Am Dienstagabend war der Personenzug bei Meerbusch in der Nähe von Düsseldorf auf einen stehenden Güterzug aufgefahren. Dabei wurden neun Menschen schwer verletzt, 41 leicht. Offenbar verhinderte die schnelle Notbremsung des Lokführers eine schlimmere Katastrophe.

Regionalbahn auf falschem Gleis

Nach ersten Erkenntnissen der Unfallermittler war der Personenzug wohl auf dem falschen Gleis unterwegs. Das bestätigte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen in Bonn. Dies sei aber keine Schuldzuweisung an den Lokführer. So müsse etwa noch ermittelt werden, ob etwa die Signale falsch geschaltet gewesen seien oder vom Lokführer übersehen wurden. Die Fahrtenschreiber beider Züge seien sichergestellt und ausgelesen worden. Auch in den Stellwerken seien Informationen gesichert, der Bahnfunkverkehr sei ebenfalls aufgezeichnet worden.

50 Menschen verletzt

Demnach habe der Güterzug ordnungsgemäß gehalten und auf das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath gewartet. Damit sei diese Strecke zwischen Krefeld und Köln für den nachfolgenden Verkehr eigentlich gesperrt gewesen. Trotzdem fuhr der Personenzug in den Streckenabschnitt ein. Der Regional-Express der Linie 7 von Köln nach Krefeld prallte deshalb auf offener Strecke mit dem Güterzug von DB Cargo, der von Dillingen nach Rotterdam unterwegs war, zusammen. Nach Angaben der Bundespolizei wurden 50 Menschen verletzt: 41 von ihnen leicht unter anderem mit Schocks und Hautabschürfungen, neun schwer.

Die Bahngesellschaft National Express, die den Personenverkehr auf der Strecke betreibt, rechnet nach eigenen Angaben fest mit einer Aufklärung der Unfallursache. Das Unternehmen strich all seine Fahrten auf der Strecke, im Stundentakt werden Busse zwischen Neuss und Krefeld eingesetzt. Die Deutsche Bahn rechnet trotz der Streckensperrung nicht mit Auswirkungen auf ihren Regionalverkehr.


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