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Kontroverses Spielzeug Mattel verkauft erste Barbie mit muslimischem Schleier

Nächstes Jahr kommt zum ersten Mal eine muslimisch verschleierte Barbie auf den Markt. Vorbild ist die US-Olympia-Fechterin Ibtihaj Muhammad. Doch nicht alle begrüßen den Schritt des US-Spielzeugherstellers Mattel.

Von: Max Muth

Stand: 14.11.2017

Die Fechterin Muhammad mit der Barbie nach ihrem Vorbild | Bild: pa / dpa

Muhammad war im vergangenen Jahr als erste US-Sportlerin mit einem Hidschab-Schleier bei den Olympischen Spielen angetreten. Mattel argumentiert, dass Ibtihaj Mädchen und Frauen weltweit dazu inspiriert habe, sich über Grenzen hinwegzusetzen. Neben dem Hidschab soll die Barbie ein klassisches Fechterinnen-Outfit tragen.

Kritik von muslimischer Feministin

Der Hidschab ist das traditionelle islamische Kopftuch. Es bedeckt Haar, Ohren, Hals und Schultern und lässt das Gesicht frei. "Wir hoffen, diese Puppe zeigt Mädchen, dass sie alles sein können", erklärt der Spielehersteller.

Die muslimische Frauenrechtlerin und Juristin Seyran Ates kritisierte die neue Barbie auf Twitter:

"Man wird das Kopftuch in Zukunft als etwas 'Normales' auffassen, das einfach zum Islam gehört. Es ist aber nicht normal, sondern antifeministisch: Es teilt Mädchen in 'gute' und 'schlechte'."

Frauenrechtlerin und Juristin Seyran Ates

Islamlehrerin plädiert für Gelassenheit

Die Islamlehrerin Lamya Kaddor plädiert dagegen für Gelassenheit in der Diskussion. "Jeder hat die Möglichkeit, einfach eine andere Barbie zu kaufen", sagte sie der dpa. Fatal wäre es ihrer Meinung nach, wenn es plötzlich nur noch Barbies mit Kopftuch geben würde. Kaddor lenkte den Blick auf die aktuelle #MeToo-Debatte über Sexismus.

"Mattel wurde früher dafür kritisiert, lediglich blonde, halbnackte, große, dünne Barbies anzubieten, jetzt werden sie vielfältiger und es ist immer noch nicht gut."

Islamlehrerin Lamya Kaddor

Olympia-Fechterin Muhammad freute sich über die Würdigung. Sie sei stolz, dass kleine Mädchen nun überall mit einer Barbie spielen könnten, die sich entschlossen habe, einen Hidschab zu tragen.


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